Wöchentliche Marktberichte

Mrz 18, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Notenbank enttäuscht die Märkte nicht

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Märkte haben die gestrige Zinsentscheidungen in den Vereinigten Staaten relativ gut überstanden. Die Anspannung vor dem geldpolitischen Treffen der wichtigsten Notenbank der Welt und der darauffolgenden Pressekonferenz von Jerome Powell war hoch. Im Vorfeld war natürlich keine Veränderung der Leitzinsen zu erwarten. Vor dem Hintergrund des jüngsten Renditenanstiegs stellten sich die Märkte jedoch die Frage, ob die Währungshüter die lockere Geldpolitik früher als erwartet über Bord werfen würden. Umso glücklicher wurden die Märkte durch die neuen Zinsprognosen der Notenbank gestimmt, welche weiterhin bis mindestens 2023 keine Veränderung der Leitzinsen vorsehen. Trotz des Anstiegs der zehnjährigen Inflationserwartungen auf ein 10-Jahres-Hoch scheinen die Währungshüter höhere Preisniveaus nur als temporäres Phänomen wahrzunehmen. Dementsprechend wurde die Inflationsprognose für dieses Jahr nur um 0,4 Prozent auf 2,2 Prozent nach oben revidiert. Die US-Volkswirtschaft dürfte laut der Federal Reserve in diesem Jahr ein solides Wachstum von 6,5 Prozent aufweisen.

US-amerikanische Staatsanleihenrenditen fielen nach der Verkündung der Zinsentscheidung parallel mit der Volatilität an den Aktien- und Anleihenmärkten, konnten sich gegen Ende der amerikanischen Session jedoch wieder nach oben kämpfen. Der US-Dollar ging geschwächt aus dem Handel und bot Schwellenländerwährungen genügend Spielraum für Aufwertungen. Einige Aktienindizes in Europa und den Vereinigten Staaten konnten sich gegenüber dem Vortag festigen. Das Gesamtfazit fiel jedoch uneinheitlich aus. Die Märkte begrüßten nichtsdestotrotz die gestrige Entscheidung und die Bestätigung der vorerst anhaltenden lockeren Geldpolitik. Die jüngste Datenverbesserung wurde von der Notenbank jedoch anerkannt, was die zukünftigen Wirtschaftsdaten zunehmend in den Fokus rücken lassen wird. Denn obwohl die Währungshüter um Jerome Powell derzeit keine Zinsstraffung in den nächsten drei Jahren prognostizieren, könnte sich diese Ansicht in den nächsten Monaten sicherlich noch ändern.

Im heutigen Zentrum des Geschehens steht die britische Zinsentscheidung. Die Märkte erwarten beim heutigen Treffen keinen geldpolitischen Kurswechsel und blicken somit ausschließlich auf das Staatsanleihenkaufprogramm und die Wirtschaftsprognose der Bank of England.

Währungsüberblick

EUR – Die unmittelbare Reaktion der europäischen Gemeinschaftswährung auf die US-Zinsentscheidung war eine durchaus positive. Die Federal Reserve bleibt ihrer lockeren Haltung fürs Erste treu, zum kurzfristigen Leidwesen des US-Dollars. Nachhaltig könnte das Aufwärtspotenzial des Euros durch die schwach implementierte Impfkampagne am alten Kontinent limitiert sein. Jegliche Bewegungen über EUR/USD 1,22-1,23 müssten neben einer potenziellen Dollar-Schwäche auf von einer Stärke des Euro begleitet werden. Dies scheint zumindest bislang nicht gegeben zu sein.

GBP – Im weiteren Jahresverlauf werden in Großbritannien die Entwicklung der Inflations- Arbeitslosen- und Sparquoten und die Diskussion rund um die potenzielle – wenn auch relativ unwahrscheinliche – Einführung negativer Zinsen seitens der Bank of England ins Zentrum rücken. Indes wird das Pfund auch weiterhin der beste Echtzeitindikator der internationalen Stimmung gegenüber der Wirtschaftsentwicklung Großbritanniens darstellen, auch wenn die britische Währung aufgrund des Leistungsbilanzdefizites und ihrer zyklischen Natur Anfällig für Rücksetzer bleiben wird.

RUB Nach zwei unglaublich starken Wochen erwischt den Rubel erneut die Sanktionsgefahr aus den Vereinigten Staaten. In einem Interview für den US-amerikanischen Nachrichtensender hatte sich Joe Biden erneut über die vermeintlichen Versuche der Wahlmanipulation bei den US-Wahlen seitens der russischen Regierung geäußert. Dies hat die Möglichkeit neuer Sanktionen in den Raum gebraucht und hat den Rubel gestern nach unten getrieben.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (09:00)
  • PL: Industrieproduktion (10:00)
  • GB: Zinsentscheidung (13:00)


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