Wöchentliche Marktberichte

Mrz 17, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Der Tag der US-amerikanischen Zinsentscheidung

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die US-amerikanischen Einzelhandelsumsätze sind im Februar zum ersten Mal seit April 2020 gesunken. Unüblich starke Winterstürme im Süden des Landes haben die Einkaufslaune getrübt und machen sich in der Datenlage bemerkbar. Das gleiche Bild zeichnete sich bei der Industrieproduktion ab, welche um 2,2 Prozent gesunken war und somit ebenfalls den schwächsten Monat seit April hinter sich ließ. Angesichts der sinkenden Infektionszahlen und dem jüngst bestätigten Fiskalpaket sollte sich die Konjunkturerholung im März in der nächsten Datenreihe erkennbar zeigen.

Somit werden die gestrigen Veröffentlichungen keinen großen Platz in der Diskussion der US-amerikanischen Notenbank finden, welche im Rahmen der heutigen Zinsentscheidung ihre geldpolitische Sitzung abhält. Im Zentrum des Treffens werden aufgrund der Erwartungen eines kurzfristig anhaltend niedrigen Leitzinses die Veröffentlichung der Wirtschafts- und Zins- und Inflationsprognosen und die offizielle Antwort der Fed auf den Anstieg der Renditen stehen.

Am alten Kontinent hatte sich in der Zwischenzeit die Gemütslage unter den europäischen Investoren deutlich verbessert. Laut dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung haben sich die Konjunkturerwartungen innerhalb der Eurozone auf das höchste Niveau seit Februar 2004 gefestigt. In Deutschland stieg der Stimmungsindikator um 5,4 Zähler auf 76,6 und verpasste somit nur knapp das im September vergangenen Jahres gesetzte 20-Jahres-Hoch. Trotz der jüngsten Rücksetzer bei der Kommunikation zwischen der Europäischen Union und dem Unternehmen AstraZeneca und der langsamen Implementierung der Impfstoffkampagne bleiben die Konjunkturerwartungen nach oben gerichtet. Diese Annahme spiegelt sich derzeit unter anderem auch an den Aktienbewertungen wider.

US-amerikanische und europäische Börsenindikatoren festigten sich am gestrigen Tag, angeführt von fallenden Renditen und einem schwächeren US-Dollar. Die in den vergangenen Tagen an Fahrt aufgenommenen Diskussionen über eine mögliche Steuererhöhung in den Vereinigten Staaten, welche mittelfristig für die krisenbedingte Ausweitung der Staatsverschuldung aufkommen sollte, ließ die Märkte vorerst kalt.

Währungsüberblick

USD – Im gesamten betrachtet hielt sich der Dollar über den Tagesverlauf konstant. Zwar festigt sich der handelsgewichtete US-Dollar-Index zum Vortag. Die Gewinne stammten größtenteils von der hohen Gewichtung des Währungspaares EUR/USD im Index selbst. Der Euro konnte somit erneut nicht von den Erwartungen einer Bestätigung der lockeren Geldpolitik seitens der Fed profitieren und wertet gegenüber den drei sicheren Häfen (USD, JPY, CHF) ab.

RUB – Die lang bestehende Konsensus-Annahme eines stärkeren Rubels scheint sich nun zu materialisieren. Die russische Währung ging in den vergangenen dreizehn Tagen nur zwei Mal nicht gestärkt aus dem Handel. Die jüngste Festigung kann unter anderem als eine Funktion höherer Ölpreise und relativ schwach ausgefallener EU-Sanktionen gegen Russland gesehen werden. Die Erwartungen einer frühzeitigen Zinsstraffung der russischen Notenbank gibt dem Rubel ebenfalls Rückendwind.

EM Schwellenländerwährungen profitierten von dem positiven Risikosentiment am gestrigen Tag und gingen auf breiter Front gestärkt aus dem Handel. Die Schwäche des Euro bot Währungen, welche stark unter den Folgen der Coronakrise gelitten haben, eine Möglichkeit sich zu festigen. Der brasilianische Real, die türkische Lira und der koreanische Won gingen als Tagessieger vom Platz. Die heutige Zinsentscheidung in den Vereinigten Staaten gilt als das größte kurzfristige Risiko für die genannten Valuten. Jegliche Abweichungen von der Annahme einer nachhaltig niedrigen Geldpolitik in den Vereinigten Staaten wäre als negativ für die Schwellenländerwährungen zu sehen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EU: Inflation (11:00)
  • DE: Auktion der zehnjährigen Staatsanleihe (11:40)
  • US: Fed Zinsentscheidung (19:00)
  • US: Fed Pressekonferenz (19:30)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.