Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mrz 16, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwellenländer als Vorreiter einer strafferen Geldpolitik?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Finanzanlagen in Schwellenländern bleiben auch weiterhin von den Bewegungen der US-Renditen und somit ebenfalls von der dieswöchigen Zinsentscheidung der Federal Reserve abhängig. Im Gesamten ist die Sensibilität der Schwellenländer auf externe Schocks aufgrund von niedrigeren Inflationsraten und höheren Währungsreserven gesunken. Nichtsdestotrotz bleiben die Anlagen in der Peripherie prozyklisch und Abhängig von diversen Rohstoffpreisen. Auch die externen Effekte des Anleihenkaufprogramms der US-Notenbank auf die globalen Kapitalflüsse dürfen hierbei nicht vernachlässigt werden.

Am Montag hatte sich der Präsident der mexikanischen Zentralbank über die Entwicklung in der größten Volkswirtschaft der Welt geäußert. Das neue Stimuluspaket in den Vereinigten Staaten hält sicherlich das Potenzial inne, sich in Schwellenländern durch erhöhte Investitionen Ausdruck zu verschaffen. Nach zwölf Zinssenkungen im Wert von 4,25 Prozent scheint die steigende Inflation in Mexiko nun den Zinsspielraum nach unten zu verknappen. Es sieht immer mehr danach aus, als würden die Währungshüter in den Schwellenländern die Ersten sein, welche sich von dem Kurs der ultralockeren Geldpolitik verabschieden könnten.

In dieser Woche blicken Investoren insbesondere auf die Zinsentscheidungen in Brasilien, Russland und der Türkei. Die Währungshüter in Brasilia könnten die Ersten innerhalb der G20 sein, die den Zinssatz in diesem Jahr anheben. Auch in Russland preisen die Märkte eine straffere Geldpolitik an, auch wegen der steigenden Inflation, welche sich im Februar den achten Monat infolge auf ein 3-Jahres-Hoch festigen konnte (5,67%). Neben den geldpolitischen Treffen in Industriestaaten wie den USA, Großbritannien und Japan werden sich auch die Währungshüter in den Schwellenländern zu Wort melden.

In der Zwischenzeit hat sich Deutschland in die länger werdende Liste der Ländern eingetragen, welche den Impfstoff von AstraZeneca fürs Erste suspendiert haben. Die niederländische Regierung hatte bereits in der vergangenen Woche auf Basis neuer Erkenntnisse aus Dänemark und Norwegen den Impfstoff des britischen Unternehmens ausgesetzt. In Italien und Frankreich wurden die noch verbleibenden AstraZeneca-Impfdosen fürs Erste auf Lager gelegt.

Währungsüberblick

USD – Die Bewegungen an den Währungsmärkten hielten sich in Grenzen. Marktteilnehmer scheinen sich kurz vor den wichtigen Zinsentscheidungen verhalten zu zeigen. Nichtsdestotrotz war der Trend der leichten Dollar-Stärke zu erkennen, welcher in Verbindung mit einer schwachen Performance diverser Börsenleitindizes als risk-off bezeichnet werden konnte. Der Schweizer Franken und japanische Yen gingen gegenüber dem Euro ebenfalls gestärkt aus dem Handel.

CNH – Die ersten Signale einer geldpolitischen Wende zeichnen sich in China ab. Mit dem bewusst niedrig gehaltenen Wirtschaftswachstumsziel in diesem Jahr und den steigenden heimischen Schulden im Hinterkopf hat die chinesische Notenbank den Geldhahn deutlich zurückgeschraubt. Die Währungshüter können sich dies jedoch leisten, zumal die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze in den ersten beiden Monaten auf Jahresbasis um 35,1 und 33,8 Prozent gestiegen waren. Bei den Umsätzen war dies der größte Jahresanstieg seit 1995. EUR/CNH befindet sich unmittelbar bei der mehrmonatigen Unterstützungslinie bei 7,75.

PLN Marktteilnehmer erwarten in Polen eine höhere Inflation für dieses Jahr. Der angekündigte Preisdruck scheint sich jedoch noch nicht in der Datenlage erkenntlich zu zeigen. Laut dem polnischen Statistikamt ist die Teuerungsrate im Februar um nur 2,4 Prozent gesunken und befindet sich somit erneut unter dem Medianinflationsziel der Notenbank. Der schwache Zloty, eine sich erholende Weltwirtschaft und der Basiseffekt der höheren Rohstoffpreise sollten die Inflation in Zentraleuropa im Jahresverlauf nach oben treiben lassen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EU: ZEW Wirtschaftssentiment (11:00)
  • DE: ZEW Wirtschaftssentiment (11:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (13:30)
  • US: Industrieproduktion (14:15)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.