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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 15, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Woche der geldpolitischen Entscheidungen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Nach einer soliden Entwicklung risikoreicher und prozyklischer Anlagen in den ersten vier Tagen der vergangenen Woche setzte am Freitag erneut die Risikoscheue ein. Die von Joe Biden angekündigte Beschleunigung der Impfstoffkampagne und die Bestätigung des Fiskalpakets in den Vereinigten Staaten trieben die Staatsanleihenrenditen wiederholt nach oben. Die Verschnaufpause der Renditen zu Beginn der vergangenen Woche war somit nur von kurzer Dauer. Nachfrage- und angebotsseitig sprechen diverse Faktoren für eine Fortsetzung dieses Trends.

Das am Freitag für den Monat März veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen festigte sich indes auf ein 1-Jahres-Hoch und untermauerte somit die anhaltende Wirtschaftserholung. Die derzeitige Beziehung zwischen steigenden Renditen, einem steigenden Dollar und sinkenden Schwellenländerwährung bleibt somit fürs Erste bestehen, auch wenn die Korrelation über den längeren Zeithorizont nicht ganz so klar erscheinen. Die zehnjährige US-Anleihenrenditen beendete die Woche an einem neuen 13-Monats-Hoch bei 1,62 Prozent. Die US-Börsenindizes konnten von der Freude über das neue Stimuluspaket der Biden Regierung über Wasser gehalten werden. Die europäischen Aktienmärkte gingen währenddessen geschwächt aus dem Handel, auch wenn der deutsche DAX weiterhin in der Nähe des Allzeithochs notiert.

In der vergangenen Woche deutete die Europäische Notenbank auf ihre Unzufriedenheit über den jüngsten Renditenanstieg und versprach eine Beschleunigung des Anleihenkaufprogramms im nächsten Quartal. Viel brachte die Ankündigung nicht, zumal sich die deutschen Renditen nach einem kurzen Rücksetzer am Donnerstag am Folgetag wieder nach oben kämpften. Nun richten sich die Blicke auf die restlichen Notenbanken und die Frage, ob diese mit der EZB nachziehen werden. Die Federal Reserve macht mit der Zinsentscheidung am Mittwoch den Anfang, gefolgt von der britischen Notenbank am Donnerstag und der Sitzung der japanischen Währungshüter am Freitag. Neben den drei wichtigsten geldpolitischen Treffen stehen noch weitere acht Zinsentscheidungen an der Wochenordnung. In den Schwellenländern melden sich die Währungshüter in Brasilien, Russland und der Türkei zu Wort.

Von Bloomberg befragte Ökonomen setzen die erste Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten auf das Jahr 2023. Und obwohl die Federal Reserve ihre Wirtschafts- und Inflationsprognosen in dieser Woche sehr wahrscheinlich nach oben revidieren wird, könnte sich die vorgezogene Zinsstraffungserwartung nicht in den hauseigenen Zinsprognosen finden. Insbesondere aufgrund der negativen Implikationen welche folgen könnten, wenn die Währungshüter einen Abzug der lockeren Geldpolitik zu früh signalisiert. Historisch gesehen haben die Märkte Zinsstraffungen größtenteils zu früh eingepreist. Mit der beispiellosen Liquiditätsflut und dem neuen Fiskalpaket kann man sich die Geschichte zumindest diesmal nicht als Leitpfaden für die zukünftige Entwicklung des Zinspfades hernehmen.

Währungsüberblick

EUR – Trotz der Abschwächung am Freitag geht die Gemeinschaftswährung gestärkt aus dem Wochenhandel. Das Niveau um $1,20 scheint vor der US-Zinsentscheidung stark umkämpft. Das geldpolitische Treffen in den Vereinigten Staaten und die Pressekonferenz des Präsidenten Jerome Powell werden sicherlich die größten Wechselkurstreiber für den Euro darstellen. Große Wirtschaftsveröffentlichungen stehen heute nicht an der Tagesordnung.

CHF – Der schweizer Franken sinkt die vierte Woche infolge gegenüber dem Euro und kann somit kaum von seiner Funktion als sicherer Hafen profitieren. Größtenteils kann die jüngste Schwäche auf den Anstieg der deutschen Bundesanleihen zurückgeführt werden, welche dem Euro zumindest gegenüber dem Franken und japanischen Yen Rückendwind bieten konnten. Das Niveau um EUR/CHF 1,1150/65 dient dem Währungspaar fürs Erste als Widerstand weiterer Aufwärtsbewegungen.

CEE Mit den bevorstehenden elf Zinsentscheidungen rund um den Globus wird der Fokus in dieser Woche sicherlich auf den globalen Geschehnissen liegen. Nichtsdestotrotz werden die Veröffentlichung der tschechischen Produzentenpreise und der polnischen Inflation am heutigen Tag genau im Auge behalten werden. Insbesondere da die Notenbank in Tschechien das Preisniveau beobachtet und Zinsstraffungen inoffiziell bereits für das Ende diesen Jahres angesetzt hat.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CN: Industrieproduktion (03:00)
  • CN: Einzelhandelsumsätze (03:00)
  • PL: Inflation (10:00)


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