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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 11, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Inflation vorerst in Kontrolle

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Dass die derzeitigen Teuerungsraten in den meisten Industrieländern kein Problem für die jeweiligen Notenbanken darstellen ist gänzlich bekannt. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt befindet sich die Inflation sogar zum ersten Mal seit 2009 im negativen Bereich. Noch im Februar war der chinesische Verbraucherpreisindex auf Jahresbasis um 0,2 Prozent gesunken, während Deutschland in den vier Monaten bis Dezember ebenfalls eine Deflation der Preise erlebt hatte. Seit Beginn des Jahres sind die Preise aufgrund der globalen Industrie- und Rohstoffbooms jedoch wieder am Steigen.

In den Vereinigten Staaten ist die Inflation, welche gestern veröffentlicht wurde,  im Februar um 1,7 Prozent gestiegen und somit so schnell wie seit einem Jahr nicht mehr. Die stabilere Kerninflation (exklusive volatiler Güter) blieb jedoch verhalten bei 1,3 Prozent. Der gestrige Datenpunkt sorgt vorerst um Ruhe in der Inflationsdebatte. Obwohl ein Blick auf umfragenbasierte Leitindikatoren und die Inflationserwartungen einen nachhaltigen Anstieg der Verbraucherpreise für dieses Jahr vermuten lässt, könnte der Aufwärtsdruck wahrscheinlich erst ab dem zweiten Quartal wirklich zu wirken beginnen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der noch stagnierenden Preise im Dienstleistungssektor und der Ausgabenerweiterung der US-Regierung im Rahmen des Fiskalpakets (1,9 Billionen US-Dollar).

Da die Renditenentwicklung das derzeitige Geschehen an den Märkten dominiert, was es nicht erstaunlich, dass die gestrigeStabilität der zehnjährigen US-Staatsanleihen positiv von Investoren wahrgenommen wurde. Die meisten Börsenindikatoren, unter anderem auch der britische FTSE100 und schweizerische SMI gingen gestärkt aus dem Handel. Der deutsche DAX und US-amerikanische Dow Jones erreichen sogar erneut neue Allzeithöhen.

Eine Frage die sich europäische Marktteilnehmer bereits seit einigen Wochen stellen wird indes heute eine Antwort finden. Wird der jüngste Renditeanstieg die europäische Notenbank zu einer erneuten Ausweitung ihres Staatsanleihenkaufprogramms zwingen? Die Worte des EZB-Mitglieds Fabio Panetta in der vergangenen Woche über die Notwendigkeit einer stärkeren Geldpolitik könnten eine frühzeitige Antwort auf die Frage sein. Einen klaren Konsensus innerhalb der Notenbank gibt es derzeit jedoch nicht, zumal insbesondere der Bundesbankpräsident Jens Weidmann den Finanzierungskosten weniger Aufmerksamkeit schenkt. Neben der heutigen Zinsentscheidung und der Kommunikation bezüglich des Anleihenkaufs erwarten sich Investoren ebenfalls die Veröffentlichung der Wirtschafts- und Inflationsprognosen für die Eurozone.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung kam gestern kaum vom Platz und konnte somit nicht an den Gewinnen am Dienstag anknüpfen. Der heutige Blick fällt auf die Zinsentscheidung der europäischen Notenbank und die Einschätzung der Renditen seitens der Währungshüter. Aufgrund der jüngsten Abwertung des Euro wird die Währungspolitik somit kein großes Thema für die EZB darstellen.

USD   Der US-Dollar zeigte sich verhalten und bot Schwellenländerwährungen Raum für leichte Erholungen.  

CEE Nach einem positiven Vortag gaben die zentraleuropäischen Währungen am Mittwoch einige der Gewinne wieder zurück. Die globale Lage wird die Währungspaare grundsätzlich bestimmen und könnte kurzfristig wenig Diversität in den Bewegungen bieten. Die Krone bleibt aufgrund der anhaltenden Zinsstraffungserwartungen der tschechischen Notenbank jedoch resistenter gegenüber einem stärkeren Dollar.

RUB Der russische Rubel fand am gestrigen Handelstag ein 6-Monats-Hoch gegenüber dem Euro, angetrieben von hohen Ölpreisen und zwei erfolgreichen Auktionen der russischen Staatsanleihen seitens des Finanzministeriums. EUR/RUB unterläuft zum ersten Mal seit September 2020 das Niveau 88,00.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: SECO Wirtschaftsprognosen (09:00)
  • EZ: EZB Zinsentscheidung (13:45)
  • EZ: Pressekonferenz (14:00)
  • US: Anmeldungen auf Arbeitslosenunterstützung (14:30)


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