Wöchentliche Marktberichte

Mrz 09, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwellenländer leiden unter starkem US-Dollar

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Wackelperformance der Aktien- und Anleihen und Währungsmärkte diverser Schwellenländer zieht sich auch in die neue Woche und sorgt für Abverkäufe an den sensiblen Finanzplätzen in Istanbul, Brasilia und Moskau. Laut einem Indikator der Investmentbank JPMorgan, welcher die Entwicklung diverser Schwellenländerwährungen abbildet, verzeichneten die prozyklischen Anlagen am Montag den größten täglichen Fall in einem Jahr. Besonders getroffen hatte es dabei den mexikanischen Pesos, die türkische Lira, den südafrikanischen Rand, den polnischen Zloty und den brasilianischen Real. Alle fünf Währungen werteten gegenüber dem US-Dollar zwischen 0,4 und 2,3 Prozent ab.

Die heutigen Auktionen der drei- zehn- und dreißigjährigen US-Staatsanleihen werden von Investoren genau beobachtet werden. Eine erneute Nachfrageflaute wie in der vergangenen Woche könnte die Renditen wieder nach oben schießen lassen. Abgesehen von dem chinesischen Aktienmarkt – seit dem Hoch am 18. Februar bereits um 15 Prozent gefallen – verzeichnen die globalen Börsen einen überraschend positiven Wochenauftakt. Der deutsche Börsenindex (DAX) profitiert auch weiterhin von der Kapitalverlagerung in prozyklische Industrieaktien und der potenziellen Stimulusausweitung der Europäischen Notenbank. Kurzfristig wirkt der jüngste Schwächeanfall ebenfalls positiv auf die Aktienbewertungen exportorientierter Unternehmen in der Eurozone.

Währungsüberblick

EUR – Die meisten von Bloomberg befragten Ökonomen gehen von einer Ausweitung des derzeitigen Pandemie-Anleihenkaufprogramms der Europäischen Notenbank aus. Steige Finanzierungskosten innerhalb der Eurozone könnten die Erholung der Binnenwirtschaft in Gefahr bringen und scheinen das Aktivwerden der Notenbank zu provozieren. Sollte die EZB im Rahmen der dieswöchigen Sitzung auch die Wirtschafts- und Inflationsprognosen nach unten revidieren, könnte der Euro darunter leiden.

USD   Der US-Dollar konnte sich im gestrigen Tagesverlauf auf ein 3-Monats-Hoch festigen, angetrieben durch steigende Renditen und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Vereinigten Staaten. Der stärker als erwartete Arbeitsmarktbericht vom Freitag und die heute erwartete endgültige Bestätigung des US-Fiskalpakets geben der Leitwährung Rückenwind.

CEE – Am vergangenen Freitag bestätigte der Präsident der polnischen Notenbank den anhaltend lockeren Kurs der derzeitigen Geldpolitik. Adam Glapinski sehe laut eigenen Aussagen keine Möglichkeit einer Zinsstraffung in diesem Jahr, wobei weitere Lockerungen sehr wohl möglich wären. In Ungarn erwarten sich Marktteilnehmer in der Zwischenzeit noch kein Aktivwerden der Notenbank, auch wenn sich der ungarische Forint gefährlich nahe am Allzeittief befindet. Sollte die heute Veröffentlichte Inflation für Februar nach oben hin überraschen, könnten sich die Währungshüter zu Wort melden.

CNH – Chinesische Exporte sind in den ersten zwei Monaten des Jahres um knapp 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die positive Datenveröffentlichung wurde vorerst jedoch von den negativen Folgen der steigenden US-Renditen und der Kapitalverlagerung in den US-Dollar überschattet. Der chinesische Yuan hat nun die Gewinne der ersten zwei Wochen gegenüber dem Dollar zurückgelassen und notiert auf einem 2-Monats-Tief.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Handelsbilanz (08:00)
  • HU: Inflation (09:00)
  • EZ: Bruttoinlandsprodukt Q4 (11:00)
  • US: Auktion der 3-jährigen Staatsanleihe (19:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.