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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 08, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Temporäre Rücksetzer oder nachhaltige Schwächen?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Steigende Renditen und die jüngste Stabilisierung des US-Dollars vermiesen internationalen Investoren derzeit die Laune und treiben Kapital aus der Peripherie in die Heimat. Laut dem Institute of International Finance ist in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit Oktober Kapital aus den Schwellenländer-Anleihenmärkten geflossen. Der börsennotierte JPMorgan Fond, welcher die Entwicklung der Anleihenmärkte in Schwellenländern abbildet, ist ebenfalls die vierte Woche infolge gesunken. Die am Anfang des Jahres erwartete reibungslose Kapitalrotation in Richtung Peripherie wird somit zunehmend hinterfragt, auch wenn die Erholung der Weltwirtschaft weiterhin an Fahrt aufnimmt.

Der Reflationsgedanke an den Märkten – Die Annahme einer nachhaltig steigenden Inflation – zeigt sich an den jüngsten Bewegungen an den Rohstoffmärkten. Der Ölpreis geht am Freitag die fünfte Woche infolge gestärkt aus dem Handel, während Gold drei Wochen hintereinander schwächer notiert. Letzteres kann aufgrund der Konkurrenz mit US-Staatsanleihen als sichere Anlage und der negativen Korrelation zwischen den beiden erklärt werden. Steigende Renditen machen Gold unattraktiver. Öl und US-Staatsanleihenrenditen notierten derzeit auf einen 1-Jahres-Hoch. Die Höhenflüge beider Anlagen erregten Aufsehen, doch ein Aktivwerden seitens der zuständigen Behörden (OPEC und Fed) kam noch nicht zustande. Am Donnerstag hatte der Präsident der US-Notenbank Jerome Powell den Renditenanstieg als ein Abbild des positiven Wirtschaftsausblicks beschrieben und am Freitag hatte sich die OPEC unerwartet gegen eine Produktionserhöhung ausgesprochen.

Mit dem am Freitag veröffentlichten und stärker als erwarteten Arbeitsstellenwachstum – 379 Tausend neue Jobs im Februar – in den Vereinigten Staaten wurden die Erwartungen einer überdurchschnittlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten und einer schnelleren Zinsstraffung der US-Notenbank untermauert. Insbesondere nach der Bestätigung des neuen US-Fiskalpakets im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar am Samstag. Dies trieb renditearme Währungen in Zentraleuropa und den Euro – aufgrund der Möglichkeit einer Ausweitung des Staatsanleihenkaufprogramms seitens der EZB  - nach unten.

Ein Jahr nach dem ersten COVID-19 Schock fokussieren sich die Marktteilnehmer zunehmend auf regionale Divergenzen bei der Investitionsentscheidung anstatt auf globale Themen wie den Liquiditätsimpuls. Der wöchentliche Fokus fällt auf die Zinsentscheidungen in Kanada am Mittwoch und in der Eurozone am Donnerstag. Inflationsdaten stehen in China am Mittwoch und in Deutschland am Freitag an der Tagesordnung.

Währungsüberblick

EUR – Die deutschen Werkaufträge festigten sich im Januar um 1,4 Prozent und untermauerten die Stärke des Industriesektors. Den Euro konnte die positive Veröffentlichung jedoch nicht stützen, zumal die Stärke des US-Dollars das Währungspaar EUR/USD zum ersten Mal seit November unter 1,1950 fallen lässt. Sollte die EZB am Donnerstag den Märkten weiteren Stimulus zusagen, könnte sich Potenzial nach unten für den Euro bilden.

USD   Der US-Dollar konnte von dem im Januar gesetzten 32-Monats-Tief abprallen und ist seitdem knapp drei Prozent gestiegen. Die jüngste Stärke kann größtenteils durch zwei Faktoren erklärt werden. Die hohen spekulativen Wetten gegen weitere Abwärtsbewegungen des Dollars notierten an sehr gestreckten Niveaus. Andererseits überraschten die neuerlichen US-Daten positiv und trieben die Erwartungen einer schneller als erwarteten Zinsstraffung der Federal Reserve mit sich.

CEE – Die Schwäche der zentraleuropäischen Währungen kann größtenteils auf die Stärke des US-Dollars zurückgeführt werden. Das Risikosentiment gegenüber Schwellenländern musste in der vergangenen Woche sicherlich einige Rücksetzer einstecken. Diese allein können nicht die gesamte Abwärtsbewegung des ungarischen Forints und des polnischen Zloty erklären. EUR/PLN konnte sich ganze sieben Tage infolge festigen. EUR/HUF kratzte am Freitag bereits fast am Allzeittief. Aufgrund der niedrigen Renditen bleiben beide Währungen von der globalen Gemütslage abhängig.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Arbeitslosenquote (07:45)
  • DE: Industrieproduktion (08:00)


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