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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 05, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Opec, Powell und Olaf Scholz

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Erholung der Weltwirtschaft und des internationalen Handels trieb die Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise jüngst auf neue Höhen. Der Ölpreis konnte sich in den vergangenen zehn Monaten um mehr als 300 Prozent festigen, angetrieben durch die Nachfrage des industriellen Sektors. Nach dem Erreichen eines 21-Jahres-Tiefs im März 2020 stieg der Preis des schwarzen Golds in neun der letzten elf Monate. Allein am gestrigen Handelstag festigte sich der Ölpreis um mehr als fünf Prozent, nachdem sich die Organisation erdölexportierender Länder unerwartet für eine Verschiebung der Produktionsausweitung entschieden hatte.

Die gestrige Entscheidung des Kartells könnte in einem Umfeld bereits hoher Inflationserwartungen neue Risiken mit sich bringen, insbesondere für Nettoimporteure des Rohstoffs. Das Gleiche gilt auch für den globalen Nahrungsmittelmarkt. Ein Maßstab der Preisentwicklung von Nahrungsmitteln von den Vereinten Nationen ist den neunten Monat infolge auf das höchste Niveau seit 2014 gestiegen. In Verbindung mit der Knappheit an weltweit zur Verfügung stehenden Containerschiffen ergibt sich ein weiteres Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft.

In Deutschland bestätigte der Finanzminister die Notwendigkeit einer weiteren Schuldenausweitung. Bei dem gestrigen Interview von Olaf Scholz fehlte es an konkreten Zahlen, auch weil der Finanzierungsbedarf wohl von der gesundheitlichen Lage im Land abhängen wird. Am Mittwoch hatte die Regierung einen ersten Zeitplan für die stetige Lockerung der Restriktionen präsentiert. Die fünft größten Volkswirtschaften der Eurozone befinden sich alle in relativ strikten Lockdowns, eine Tatsache welche sich auch an der Datenlage erkennen lässt. Die europäischen Einzelhandelsumsätze sind im Januar auf Jahresbasis um 6,4 Prozent gesunken. Dies stellt den größten Rücksetzer seit April 2020 dar. Im Zentrum des heutigen Tages wird in Deutschland die Veröffentlichung der Werktaufträge stehen.

Vor der wichtigen Rede des US-amerikanischen Notenbankpräsidenten zeichneten sich die Märkte durch eine breit angelegte Seitwärtsbewegung aus. Der jüngste Renditenanstieg hat laut eigenen Aussagen die Aufmerksamkeit von Jerome Powell geweckt. Die Wirtschaftserholung in Richtung Vorkrisenniveau habe noch einen langen Weg hinter sich, welcher eine lockere Geldpolitik rechtfertigen würde. Die US-amerikanischen Börsenindizes retten sich nicht in den positiven Bereich. Im gesamten blieben die Bewegungen jedoch verhalten. Vor diesem Hintergrund wird die heutige Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts genau von den Marktteilnehmern beobachtet werden. In China beginnt heute die jährliche Volkskongresstagung.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung unterlief gestern zum zweiten Mal in dieser Woche das Niveau $1,20. Ein Durchbruch würde die Februar-Unterstützung bei 1,1950 ins Zentrum rücken lassen.

USD   Die globale Leitwährung ging erneut gestärkt aus dem Handel und könnte somit die zweite Woche infolge stärker notieren. Auf das Jahr gesehen befindet sich der handelsgewichtete Dollar-Index erneut im positiven Bereich. Seit dem 01. Januar konnte die Währung 1,5 Prozent zulegen.

CHF Der Schweizer Franken setzt seine Talfahrt gegenüber dem Euro fort und wertet trotz der gestrigen Nachfrage nach sicheren Häfen den dritten Tag infolge ab. Die tägliche Korrelation zwischen EUR/JPY und EUR/USD und EUR/JPY scheint kurzfristig außer Kraft gesetzt worden zu sein.

CEE – Der polnische Zloty und ungarische Forint sind seit ungefähr Anfang Februar einem deutlichen Abwärtsdruck ausgesetzt. EUR/PLN notiert nach zwei wöchentlichen Aufwertungen infolge auf dem höchsten Niveau des noch jungen Jahres. EUR/HUF befindet sich nur noch knapp 0,9 Prozent unter dem Allzeithoch.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Werkaufträge (08:00)
  • PL: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:00)
  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)
  • CN: Jährliche Sitzung des Parlaments
  • CN: Veröffentlichung des 5-Jahres-Plans


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