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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 03, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Moderate Bewegung nach der Montagsrally

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die europäischen Währungshüter scheinen sich fürs Erste mit verbalen Interventionen zufrieden zu geben und vertrauen somit auf eine natürliche Verlangsamung des jüngsten Anstiegs der Staatsanleihenrenditen. Wie gestern veröffentlichte Daten zeigten hat die Europäische Notenbank ihre Pandemie-Anleihenkäufe in der vergangenen Woche marginal reduziert. Einige Währungshüter wie der Vizepräsident der EZB und Fabio Panetta, Mitglied des Exekutivrats der Europäischen Zentralbank, deuteten jedoch bereits auf die unwillkommenen Nebenwirkungen steigender US-Renditen.

Die Reaktion der Notenbank bleibt vorerst verhalten, auch wenn die Erwartungen einer Ausweitung der geldpolitischen Stimulusmaßnahmen am Steigen sind. Sollten die Renditen in den nächsten Quartalen unerwünschte Ausmaße erreichen, könnte sich die US-Notenbank aufgrund von höheren Inflationserwartungen zu Zinsstraffungen gezwungen sehen, während die EZB den gegensätzlichen Schritt der Stimulusausweitung gehen könnte. In solch einem Szenario würde die Gemeinschaftswährung unter der Divergenz zwischen den Vereinigten Staaten und der Eurozone leiden. Fürs erste gibt es jedoch keine Anzeichen einer geldpolitischen Wende der Federal Reserve. Vor diesem Hintergrund könnte die heutige Veröffentlichung der Fed-Konjunkturberichts um 20:00 Uhr interessant erscheinen.

An den globalen Finanzmärkten war der gestrige Handelstag von einer Ruhe nach der Montagsrally geprägt. Die Börsenindizes in den Vereinigten Staate gaben einen Teil der vorgestern erlangten Gewinne wieder zurück, während der deutsche Dax und schweizerische SMI positiv aus dem Handel gingen. Und dies obwohl im Februar die Anzahl neuer Arbeitsloser in Deutschland zum ersten mal seit Juni 2020 gestiegen ist. Die Arbeitslosenquote blieb jedoch unverändert bei 6,0 Prozent.

Der Reflationsgedanke wird weiterhin am Leben gehalten und manifestiert sich durch höhere Anleihenrenditen und Rohstoffpreise. In Europa führten italienische Staatsanleihen den Abverkauf (niedrigere Preise, höhere Renditen) an, nachdem bekannt wurde, das die Regierung Berichten zufolge eine neue Schuldenemission geplant hat. Gold kann von den stärkeren Inflationserwartungen jüngst jedoch nicht profitieren, zumal die gestiegene Attraktivität festverzinster Anlagen Gold den Platz der sicheren Anlage strittig macht. Seit dem Hoch am 07. August 2020 ist der Goldpreis um fast 17 Prozent gesunken und fand gestern sogar ein 8-Monats-Tief. An den Währungsmärkten endete der Tag ohne größere Aufreger.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung bleibt auch weiterhin größtenteils von der Bewegung des US-Dollars und dem globalen Risikosentiment abhängig. Auch wenn das konjunkturelle Momentum der Eurozone an Fahrt verloren hat, bleibt die Industrie die treibende Kraft während der Erholung. Investoren scheinen in Bezug auf den Euro zwei Faktoren gegeneinander abzuwägen. Die für den Euro positive Kapitalrotation in risikoreiche Anlagen und die für den Dollar positive überdurchschnittliche Entwicklung der US-Wirtschaft.

USD   Steigende US-Renditen gefährden die breit angelegte Annahme eines schwachen Dollars und konnten der Leitwährung in der letzten Woche Rückendwind bieten. Eine Wende der Schwächephase, welche seit Mai 2020 anhält, wurde noch nicht bestätigt und wird zum Teil von den weiteren Schritten der US-Notenbank abhängen.

RUB Das US-amerikanische Außenministerium und die Europäische Union haben gemeinsam weitere Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Ausweitung wurde durch die Giftgasattacke gegen den russischen Oppositionsführer Alexei Navalny begründet und gestern bekanntgegeben. Dass genau gestern der russische Rubel aufwertete lag an der sehr eng gehaltenen Natur der Maßnahmen. Die ausgebliebene Sanktion strategischer Sektoren hebt den Rubel nach oben. EUR/RUB wertet den dritten Tag infolge ab und nimmt nun 88,00 ins Visier.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor (10:00)
  • PL: Zinsentscheidung (13:00)
  • US: ADP Arbeitsmarktbericht (14:15)
  • US: ISM Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor (16:00)
  • US: Fed Konjunkturbericht (20:00)


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