Wöchentliche Marktberichte

Mrz 02, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Stimmungsschwankung der Märkte

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Dominierten in der vergangenen Woche noch die Ängste vor den negativen Implikationen des rasanten Anstiegs der langfristen Staatsanleihenrenditen, scheinen internationale Investoren zumindest gestern wieder die rosarote Brille aufgesetzt zu haben. Unbegründet war die Stimmungsschwankung zum Wochenauftakt jedoch nicht. Nach den mahnenden Worten einiger Währungshüter über den Renditenanstieg und der verbalen Bestätigung – in manchen Regionen wie in Australien folgten sogar Taten – einer fortlaufenden lockeren Geldpolitik nahm die Nachfrage nach Anleihen wieder zu.

Die Erleichterung spiegelte sich in höheren Aktienbewertungen und einer Reduktion der Volatilität an den Finanzmärkten wider. Steigende Renditen sind an sich keine negative Entwicklung, sondern spiegeln nur den optimistischen Wirtschaftsausblick der Marktteilnehmer wieder. Nichtsdestotrotz sind höhere Finanzierungskosten der Staaten und Unternehmen eine Begleiterscheinung die gegen die Vorteil des Anstiegs abgewogen werden müssen. Dieser Drahtseilakt wird die Zentralbanken und  Märkte wohl in den nächsten Monaten bestimmen.

Bereits am Freitag verteidigte die australische Notenbank ihr Zielrendite bei der dreijährigen Staatsanleihe und erweiterte zu diesem Zweck das Ausmaß des Staatsanleihenkaufprogramms um drei Milliarden Dollar. Investoren erhoffen sich auch von den wichtigen Notenbanken in den USA, der Eurozone und Japan weitere Unterstützungen und eine Unterdrückung der Finanzierungskosten. Die meisten wichtigen Börsenleitindizes in den Vereinigten Staaten, Deutschland und Großbritannien gingen somit gestärkt aus dem Handel. Unter anderem auch aufgrund der gestrigen Datenlage, welche besser als erwartet ausfiel und den Anlagen somit zusätzlichen Rückenwind bot.

Die Einkaufsmanagerindizes für den Monat Februar untermauerten die Annahme der anhaltenden Erholung des globalen verarbeitenden Gewerbes. Die industriellen Stimmungsbarometer für die Vereinigten Staaten und Deutschland festigten sich auf 3-Jahres-Höhen. Angetrieben durch die hohe Nachfrage aus Asien erreichten die Verkäufe des Exportsektors sogar die höchsten Niveaus seit Dezember 2017. Als negativ zu bewerten waren jedoch die zunehmenden Beschwerden der Firmen in Bezug auf die steigenden Frachtkosten und Lieferzeiten. Die Datenstärke setzte sich auch in Großbritannien und der Schweiz fort. Der schweizerische Einkaufsmanagerindex steigt den achten Monat infolge auf einen Wert von 61,3 und notierte somit zum ersten Mal seit dem Jahr 2018 über der 60-Marke. Das Gleiche galt für den asiatischen Kontinent. Japans Industriesektor wuchs so schnell wie 2018 nicht mehr und auch in Indien, Indonesien und Vietnam blieb der Einkaufsmanagerindex über der 50-Marke und somit im Expansionsbereich.

Währungsüberblick

EUR – Nicht alle Währungen konnten von dem zur Vorwoche verbesserten Risikosentiment profitieren. Die Gemeinschaftswährung fällt den zweiten Tag infolge gegenüber dem Dollar, kann sich jedoch über der psychologischen Unterstützung bei 1,20 halten.

CHF   Der Schweizer Franken hält der Risikobereitschaft schlechter Stand als der US-Dollar und wertet gegenüber dem Euro erneut ab. Das Niveau um EUR/CHF 1,10 bleibt fürs Erste intakt und könnte als mögliche Unterstützung fungieren. Ein Unterlaufen des Niveaus könnte mit Rücksetzern bis 1,09 begleitet werden.

CEE Der polnische Zloty und ungarische Forint gehen geschwächt aus dem Handel. Im Gegensatz zu anderen Schwellenländerwährungen scheinen die Valuten Zentraleuropas nicht an der gestrigen Kapitalverlagerung in risikoreichere Währungen profitieren zu können. Zum ersten Mal im neuen Jahr notiert EUR/HUF über dem Niveau 360,00.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • EZ: Inflation (11:00)


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