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Mrz 01, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Steigende Renditen lassen Panik aufkommen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der jüngste Renditenanstieg dominiert auch weiterhin das Geschehen an den Finanzmärkten. Um genauer zu sein waren es in der vergangenen Woche insbesondere die negativen Implikationen dieser Entwicklung, welche Investoren kurzzeitig in Panik versetzt haben. Erinnerungen an das Jahr 2013 und den „Taper Tantrum“-Vorfall, bei welchem die US-Notenbank den Abzug der lockeren Geldpolitik angekündigt hatte und somit einen globalen Abverkauf risikoreicher Anlagen hervorrief, scheinen sich breit zu machen.

Die zehnjährige US-Staatsanleihenrendite ist in der vergangenen Woche parallel mit der Anleihenvolatilität auf das höchste Niveau seit einem Jahr gestiegen. Die implizite Volatilität der G7-Währungen verzeichnete den größten Anstieg seit Juni 2020. Die europäische Gemeinschaftswährung brachte am Freitag den schwächsten Tag seit März letzten Jahres hinter sich, während der deutsche Börsenindex (DAX) die dritte Woche infolge geschwächt aus dem Handel ging. Vor diesem Hintergrund warten Investoren und Marktteilnehmer auf die Antwort der US-Notenbank. Sollte der Renditenanstieg wie bisher als Zeichen eines verbesserten Wirtschaftsausblicks gewertet werden, könnte die Annahme der bestehenden lockeren Geldpolitik für dieses und das nächste Jahr untermauert werden. Dies könnte die Märkte fürs Erste beruhigen und Raum für eine Abwärtsbewegung der Renditen und Finanzierungskosten schaffen. Sollten die Inflationsgefahren jedoch von den Währungshütern erkannt und weitere Stimulusmaßnahmen in den nächsten Monaten ausgeschlossen werden, könnte die Periode der Unsicherheit von vor sieben Jahren wiederholt werden.

Noch im November befand sich der chinesische Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor auf einem 7-Jahres-Hoch. Doch vereinzelte Infektionsausbrüche in einigen Teilen des Landes und saisonale Faktoren wie die neujahrsbedingte Ruhepause haben die Stimmung der Konsumenten in China getrübt. Der gestern veröffentlichte Leitindikator sank im Februar auf einen Wert von 51,4 und fand somit das niedrigste Niveau in einem Jahr. Im weiteren Wochenverlauf wird die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erst gegen Ende wieder in den Vordergrund rücken. Die politische und wirtschaftliche Elite des Landes kommt am Freitag bei der jährlichen Sitzung des chinesischen Nationalen Volkskongresses zusammen. Im Rahmen der parlamentarischen Tagung wird die Veröffentlichung des 14. 5-Jahres-Plans erhöhte Aufmerksamkeit genießen, auch wenn keine Bekanntgabe eines spezifischen Wirtschaftswachstumsziels für dieses Jahr vorgesehen wird.

Am anderen Ende des Pazifik werden zwei politische Entwicklungen besonders beobachtet werden. Nachdem das 1,9 Billionen US-Dollar schwere Stimuluspaket von US-Präsident Joe Biden am Samstag von dem unteren Parlamentshaus bestätigt wurde, geht der Gesetztesvorschlag nun in den Senat. In der Zwischenzeit warten Investoren gespannt auf die möglichen Implikationen der jüngsten Veröffentlichung der CIA (Central Intelligence Agency), dem Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten, welcher den Kronprinzen und stellvertretenden Premierminister Saudi-Arabiens für den Tod des amerikanischen Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich machte. In Verbindung mit dem Treffen der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder am Donnerstag könnten insbesondere Rohstoffe und ölabhängige Währungen höheren Volatilitäten ausgesetzt werden. Am Mittwoch veröffentlicht die britische Regierung das Jahresbudget, während in Polen die Währungshüter über den Leitzins entscheiden.

Währungsüberblick

EUR – Der Euro konnte der gedämpften Risikobereitschaft am Freitag nicht stand halten und fällt gegenüber den drei sicheren Häfen (USD,JPY,CHF) ab. Nun rückt erneut das psychologische Niveau um $1,20 in den Vordergrund.

USD   Die globale Leitwährung profitiert von der jüngsten Unsicherheit an den Märkten und wertet den vierten Tag infolge auf.

CEE Die Währungen zentraleuropäischen konnten am Freitag einen Teil der Verluste gut machen, blieben auf Wochenbasis jedoch im negativen Bereich. Wirkliche technische Implikationen könnte dies jedoch nur für den ungarischen Forint mit sich ziehen. EUR/HUF durchbricht den seit November anhaltenden Abwärtstrend und findet das höchste Niveau seit fast zwei Monaten.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)
  • DE: Inflation (14:00)
  • US: Einkaufsmanagerindex (15:45)
  • EZ: Lagarde spricht (17:10)


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