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Feb 24, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Powell beruhigt die aufgebrachten Märkte

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Märkte scheinen die jüngsten Anstiege der Zins und Inflationserwartungen langsam aber sich auch an den Börsen einpreisen zu wollen. Nach einer relativ langen Periode, welche sich durch parallel höhere Renditen und Aktienbewertungen ausgezeichnet hatte, scheinen die Börsen nun aufgrund von höheren Finanzierungskosten unter Druck zu geraten. Auch die breit angelegte Annahme einer steigenden globalen Inflation in diesem Jahr macht einigen Anlegern zu schaffen. Die beiden US-amerikanischen Aktienleitindizes SP500 und Nasdaq notieren den dritten Tag infolge niedriger, während der deutsche DAX kurzzeitig auf ein 3-Wochen-Tief gefallen war. Sichere Währungen wie der US-Dollar und der japanische Yen gehen gestärkt aus dem Handel. Die größten Verlierer sind in der Welt der Schwellenländer zu finden. Der russische Rubel, südafrikanische Rand und mexikanische Pesos werten jeweils um mehr als 50 Basispunkte gegenüber dem Euro ab.

Im späteren Tagesverlauf konnten sich die Märkte jedoch wieder fangen und somit einen Teil der Verluste minimieren. Grund für die Erholung am späten Nachmittag waren Kommentare des Präsidenten der US-Notenbank, welcher dem Parlament gestern Rede und Antwort stand. Laut Jerome Powell wäre der Renditen- und Inflationsanstieg kein Grund zur unmittelbare Sorge. Aufgrund der schleppenden Erholung des Arbeitsmarktes und weiten Teilen der Realwirtschaft würden die Währungshüter an dem Kurs der lockeren Geldpolitik festhalten. Der positive Effekt der optimistischen Worte auf die Märkte wurde jedoch aufgrund der Stellungnahme der US-Finanzministerin zu der vermeintlichen Blasenbildung im Finanzsektor teilweise gedämpft. Janet Yellen scheint die Bewertungen in einigen Sektoren als beachtlich anzuerkennen und ruft zur Vorsicht auf. Auch wenn konkrete Anspielungen bezüglich der Stabilität des gesamten Finanzsystems ausblieben, ist relativ klar geworden, dass sich einige Abwärtsrisiken in den vergangenen paar Monaten gebildet haben.

Beide Politiker hatten sich jedoch jüngst für den neuen Stimulusplan der Joe Biden Regierung ausgesprochen. Powell signalisiert somit ganz klar seine Prioritäten. Die Arbeitsmarktentwicklung steht im Zentrum der Erholung. Die Preisstabilität rückt relativ gesehen in den Hintergrund. Die geplanten 1.9 Billionen US-Dollar schweren Hilfsmaßnahmen sollen in dieser Woche konkretisiert werden. Die Ausweitung des Staatsbudgets trifft bei den Demokraten zwar auf einen breiten Konsens. Einzelne Beschlüsse wie die Anhebung der Mindestlöhne hätten jedoch das Potenzial die Abstimmung des Stimuluspakets in die Länge zu ziehen. Der heutige makroökonomische Fokus liegt auf der Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts. An der politischen Front erwarten sich Marktteilnehmer neue geldpolitische Erkenntnisse von den Präsidenten der britischen und US-amerikanischen Notenbank.

Währungsüberblick

EUR – Aufseiten neuer Veröffentlichungen gab der gestrige Handelstag nur wenig her. Die Inflation in der Eurozone hielt sich im Januar wie erwartet bei 1,4 Prozent. Die Gemeinschaftswährung wertete im Rahmen der gestrigen Risikoscheue ab und notiert gegenüber dem Dollar nun bei $1,2150.

USD  Das US-Verbrauchervertrauen festigt sich um 1,3 Zähler auf einen Wert von 91,3. Das Stimmungsbarometer bleibt trotz der jüngsten positiven Entwicklung auch weiterhin deutlich unter den Vorkrisenniveaus von rund 120,0. Der Dollar profitierte von den gestrigen Marktgeschehnissen und wertet zum ersten Mal seit einer Woche wieder auf.

GBP In Großbritannien enttäuschte der Arbeitsmarktbericht negativ. Die Arbeitslosenquote ist im vergangenen Quartal auf das höchste Niveau der letzten fünf Jahre gestiegen (5,1%). Die britische Notenbank erwartet einen Anstieg auf 7,8 Prozent, gefolgt von einer stetigen Senkung in den kommenden Jahren.

HUF Keine Änderungen gab es bei dem ungarischen Leitzins, welcher im Rahmen des gestrigen geldpolitischen Treffens der Währungshüter bei 0,6 Prozent gehalten wurde.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • NZ: Zinsentscheidung (02:00)
  • DE: Bruttoinlandsprodukt (08:00)
  • GB: BoE-Präsident meldet sich zu Wort (15:30)
  • US: Jerome Powell spricht (16:00)


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