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Wöchentliche Marktberichte

Feb 22, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Welt dreht sich weiterhin um Renditen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Eine rasante Wirtschaftserholung hat die chinesische Notenbank noch zu keinen Zinserhöhungen verleiten können. In der vergangenen Woche ließ die Peoples Bank of China den Leitzins den zehnten Monat infolge unverändert bei 3,85 Prozent. Die relativ hohen Renditen in China bleiben jedoch auch weiterhin für internationale Investoren attraktiv. Dies zeigt sich auch an den Zahlen des globalen Währungszentrums, London. Der Handel mit dem chinesischen Yuan ist im vierten Quartal 2020 auf ein Allzeithoch gestiegen und das Volumen von täglich gehandelten Yuan-Derivate (Optionen) ist in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres zum ersten Mal über das des britischen Pfunds und japanischen Yens gestiegen. Der renditelose Westen treibt Anleger in die Peripherie.

Diese Entwicklung wird erst durch einen Abzug der lockeren Geldpolitik seitens der US-Notenbank in Gefahr geraten. Ein Szenario, welches sich noch nicht in der nahen Zukunft anzubahnen scheint. Insbesondere nach dem schwächer als erwarteten Arbeitsmarktbericht im Januar. Nichtsdestotrotz müssen die Renditen in den Vereinigten Staaten im Auge behalten werden. Die erwartete neue Schuldenemission in den USA wird nicht von dem Anleihenkauf der US-Notenbank im ersten Quartal gedeckt werden. Sollte die Federal Reserve ihr Stimuluspaket nicht erweitern, könnten die Renditen weiter steigen. Dies birgt Gefahren für Schwellenländeranlagen (Aktien- Anleihen und Währungen). Die Konsens-Prognose einer stetigen Aufwertung renditereicher Währungen hängt somit wie oftmals an der Politik in Washington.

In der Woche wird die makroökonomische Datenlage wieder in den Vordergrund rücken. Die Bruttoinlandsprodukte für folgende Regionen stehen bevor: Vereinigte Staaten, Eurozone, Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Polen und Mexiko. An der geldpolitischen Front erwarten sich Marktteilnehmer keine Leitzinsveränderungen in Neuseeland, Korea und Ungarn. Am Dienstag könnte die Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens laut Konsens-Prognosen ein stagnierendes Bild skizzieren. Am gleichen Tag meldet sich der Präsident der Federal Reserve, Jerome Powell, bei dem Senate Banking Committee zu Wort. Den Abschluss der Woche wird der chinesische Einkaufsmanagerindex am Sonntag definieren.  

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich in den vergangenen zwei Wochen gegenüber dem US-Dollar nicht vom Platz gerührt. Derzeit fehlen die Impulse für schlagartige Bewegungen in ein oder die andere Richtung. Investoren scheinen sich bei der Beurteilung des jüngsten US-Renditenanstiegs Zeit zu lassen. EUR/USD hält sich weiterhin im Bereich zwischen 1,20 und 1,22.

GBP Nach vier wöchentlichen Aufwertungen pausiert das britische Pfund knapp über EUR/GBP 0,86 und gönnt sich eine Verschnaufpause. Die Währung konnte am meisten von dem jüngsten Reflationsgedanken profitieren, doch bereits jetzt scheinen sich Stimmen breit zu machen, welche sich gegen weitere Vorstöße des Pfunds ausgesprochen haben. Es bleibt zu sehen, ob die erfolgreiche britische Impfstrategie die Brexit-Folgen und das negative Leistungsbilanzdefizit Großbritanniens überschatten wird.

CHF Der eingeleitete Prozess der neuen Regierungsbildung in Italien scheint dem Währungspaar EUR/CHF zugutegekommen zu sein. Die Gemeinschaftswährung festigte sich am Freitag den fünften Tag infolge gegenüber dem Franken und notiert nun nur knapp unter der seit Juni 2020 bereits sechs Mal gehaltenen Barriere bei 1,0860.

PLN – Obwohl sich der polnische Zloty jüngst von seinen im Oktober gesetzten Tiefen erholen konnte, bleibt die Währung gegenüber dem Euro in einem seit Januar 2020 anhaltenden Abwärtstrend gefangen. Dies gilt, solange sich EUR/PLN über 4,47 befindet. Ein Unterlaufen der Aufwärtstrendlinie könnte Bewegungen bis 4,40 schaffen, solange die polnische Notenbank keine weiteren Währungsinterventionen starten würde.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (15:30)


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