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Feb 17, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Steigende Renditen – das notwendige Übel?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Entwicklung von staatlichen festverzinsten Wertpapieren dominiert seit einiger Zeit schon die Diskussionen unter Ökonomen und internationalen Investoren. Während des Höhepunkts der Coronakrise im zweiten Quartal des vergangenen Jahres wurden die Staatsanleihenrenditen diverser Länder auf die niedrigsten Niveaus aller Zeiten gedrückt. Noch nie in der Geschichte der Finanzmärkte schütteten so viele Staaten einen negativen Zinsertrag auf ihre Schulden aus.

Nun dominiert jedoch ein gänzlich anderer Trend das Geschehen, nämlich steigende Finanzierungskosten. Investoren und institutionelle Anleger bekommen derzeit für das Halten einer zehnjährigen US-amerikanischen Staatsanleihe 1,297 Prozent und somit so viel wie seit Februar 2020 nicht mehr. Die Renditen haben sich seit August des vergangenen Jahres um mehr als 150 Prozent gefestigt. Dies spiegelt zum einen die eingeleitete globale Impfkampagne und die Weltwirtschaftserholung wider. Auf der anderen Seite scheint die geldpolitische Expansion der US-Notenbank wohl bereits im vergangenen Jahr ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Zwar werden sich die Währungshüter auch in diesem und im nächsten Jahr expansiv zeigen. Doch die Liquiditätsflut des vergangenen Jahres kann sich die Fed aufgrund einer steigenden Inflation wohl nicht mehr leisten. Vor diesem Hintergrund fragen sich immer mehr Marktteilnehmer, wie hoch die Renditen tatsächlich ansteigen könnten.

Steigende Renditen sind zwar für die Refinanzierung und somit den Immobilienmarkt eine negative Begleiterscheinung der Wirtschaftserholung. Auf der anderen Seite halten sie den Gedanken der Reflation am Leben und somit auch die Kapitalrotation in risikoreiche Anlagen und Währungen. Dies gilt jedoch nur, solange die US-Renditen – der Benchmark für die globale Verzinsung – keine überproportionalen Dimensionen erreichen. Denn ein zu hoher und unerwarteter Anstieg würde mit einer Verlagerung zurück in den US-Dollar begleitet werden und somit negative Folgen an den Märkten herbeirufen.

Aufseiten neuer makroökonomischer Entwicklungen rückten am gestrigen Handelstag das europäische Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal und der deutsche Sentimentindex in den Vordergrund. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres ist die Eurozone um 0,6 Prozent gesunken. Angesichts der Erwartungen einer erneuten Kontraktion im ersten Quartal 2021 könnte die Binnenwirtschaft somit erneut in eine technische Rezession fallen. Die deutschen Konjunkturerwartungen schlugen sich dabei etwas besser und steigen laut dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung auf das höchste Niveau seit September. Der Indikator für die derzeitige Wirtschaftslage fällt jedoch erneut und signalisiert somit die anhaltende Divergenz zwischen dem jetzigen Stand und den zukünftigen Erwartungen auf bessere Zeiten.

Währungsüberblick

EUR – Das meistgehandelte Währungspaar der Welt rührt sich den fünften Tag infolge nicht vom Platz und notiert somit weiterhin im Bereich zwischen EUR/USD 1,20 und 1,22. Neue Impulse erwarten sich Marktteilnehmer von der heutigen Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze und der Industrieproduktion. Am Abend markieren die Protokolle der letzten Fed Zinsentscheidung den Abschluss des Wirtschaftstages.

USD Wie bereits erwähnt dominiert der Anstieg der US-Renditen mittlerweile das Geschehen an den Märkten. Die Freude über eine Lockerung der Renditen – was eine positive Stimmung der Anleger vermuten lässt – scheint zunehmend als negativ gesehen zu werden. Der Index für die Entwicklung der Schwellenländerwährungen fiel gestern so stark wie seit drei Wochen nicht mehr.

JPY – Der Ausbruch aus dem mehrmonatigen Handelsbereich mit der Barriere bei 127,00 scheint EUR/JPY neuen Wind unter den Segeln gegeben zu haben. Das Währungspaar wertet den fünften Tag infolge auf das höchste Niveau seit Dezember 2018 auf.

CEE Die gestrige Abwertung der drei zentraleuropäischen Währungen blieb ohne größere technische Implikationen. EUR/CZK scheint bei dem 11-Monats-Tief (25,65) eine kurzzeitige Bodenbildung zu signalisieren, während sich EUR/PLN auch weiterhin über dem Niveau 4,48 halten kann.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • GB: Inflation (09:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Industrieproduktion (15:15)
  • US: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (20:00)


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