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Wöchentliche Marktberichte

Feb 15, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Optimisten gewinnen die Oberhand

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Leitaktienindizes der globalen, US-amerikanischen, deutschen und Schwellenländerbörsen haben in der vergangenen Woche allesamt ein Allzeithoch gefunden. Der deutsche DAX konnte sich zwar nur für kurze Zeit an den neu errungenen Rekordhöhen halten. Trotzdem steht die Woche als Testament für die jüngst angestiegene Risikobereitschaft, welche von internationalen Investoren an den Tag gelegt wird. Der wöchentliche Kapitalzufluss in die globalen Aktienmärkte erreichte letzte Woche mit 83 Milliarden US-Dollars das höchste Niveau aller Zeiten und trieb die Bewertungen an den Märkten nach oben. Der Ölpreis (Brent) stieg auf ein 1-Jahres-Hoch empor und führt seine Rally angesichts der globalen Nachfrage der Industriebranche weiter fort. Seit dem Tief im April ist der Preis des Rohstoffs um 260 Prozent auf knapp über 60 Dollar gestiegen. Das globale Risikosentiment war in der vergangenen Woche jedoch klar gegen den US-Dollar gerichtet. Der Index für die Entwicklung der Schwellenländerwährungen (EMBASKET) steigt die zweite Woche infolge auf das höchste Niveau seit Februar 2020.

Die Erwartungen auf eine Bestätigung des neuen Fiskalpakets in den Vereinigten Staaten – die Größe bleibt noch offen – und die anhaltende globale Impfstoffkampagne halten die Gemütslage somit souveräne auf historischen Höhen. Im Rahmen der Reflations-Narrative, welche den Märkten derzeit ebenfalls Rückenwind bietet, sind die zehnjährigen Inflationserwartungen auf das höchste Niveau seit 2014 gestiegen. Die Renditen auf dreißigjährige Staatsanleihen befindet sich zum ersten Mal seit Anbeginn der Coronakrise im März erneut über dem 2-Prozent-Niveau. Und obwohl sich prominente Persönlichkeiten wie Lawrence Summers, der ehemalige Staatssekretär im US-Finanzministerium, aufgrund von Anzeichen einer Blasen- und Inflationsbildung für ein geringeres Stimuluspaket ausgesprochen hatten, hält die derzeitige Finanzministerin dagegen.

In den nächsten Tagen verlagert sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung der Protokolle der letzten Zinsentscheidungen in den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Australien. Obwohl die zwei wichtigsten Notenbanken der Welt bei dem vergangenen geldpolitischen Treffen keine Kurswechsel angedeutet haben, erwarten sich Investoren neue Erkenntnisse über den Entscheidungsprozess der Währungshüter. Auf der makroökonomischen Front stehen die ersten Datenpunkte für den Monat Februar im Zentrum. Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe werden im Laufe der Woche für die meisten Industriestaaten veröffentlicht.

Währungsüberblick

EUR – Das Währungspaar EUR/USD konnte sich angesichts des positiven Risikosentiments über der 1,20-Marke halten. Die solide Erholung der US-Wirtschaft scheint somit kein Garant für eine Aufwertung des Dollars zu sein. Mittelfristig dominieren Kapitalflüsse und die Erholung der globalen Industrieproduktion, welche dem Euro zugutekommen könnten. Die Kernfrage lautet somit: Ab wann werden die Marktteilnehmer die Differenz der realwirtschaftlichen Entwicklung der beiden Volkswirtschaften (USD-positiv) dem globalen Risikosentiment (USD-negativ) vorziehen?

GBP – Das britische Pfund konnte sich die dritte Woche infolge gegenüber dem Euro festigen. Die politischen Unklarheiten zwischen Großbritannien und der Europäischen Union und die derzeitigen Grenz- und Zollprobleme werden von zwei anderen Faktoren überschattet. Die schnell implementierte britische Impfkampagne und die positive Risikobereitschaft an den Märkten.

CHF – Das Währungspaar bleibt fürs Erste uninteressant, solange sich EUR/CHF in der Keilformation zwischen grob 1,08 und 1,09 befindet. Ein Ausbruch jenseits der Barriere könnte Bewegungen bis 1,10 aktivieren. Dies wird jedoch stark von eine Festigung der deutschen Staatsanleihenrenditen abhängen.

PLN – Das Währungspaar EUR/PLN ist in einer seit Januar 2020 anhaltenden Formation mit der Barriere bei 4,63 und der Unterstützungslinie bei 4,46 gefangen. Anzeichen der polnischen Notenbank, bei einer rasanten PLN-Aufwertung zu reagieren, könnten Investoren von starken Vorstößen in Richtung 4,46 abhalten.

CZK – Die tschechische Krone konnte sich erneut festigen und wertete vor dem Hintergrund steigender Zinsstraffungsspekulationen die vierte Woche infolge auf. Das Währungspaar EUR/CZK notiert nun am niedrigsten Niveau seit März 2020. Geldmärkte preise bereits mehrere Zinserhöhungen im zweiten Halbjahr ein.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Industrieproduktion (11:00)


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