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Feb 12, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Europäische Politik kämpft an mehreren Fronten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Bereits in den vergangenen Tagen deuteten Vertraute des inhaftierten Regierungskritikers Alexey Nawalny auf anhaltende Gespräche mit der Europäischen Union und die Möglichkeit einer Sanktionseinführung gegen Russland. Der deutsche Außenminister untermauerte die Spekulationen am Mittwoch und drohte mit Strafmaßnahmen gegen die repressive Ausübung der Staatsmacht im Osten. Am gleichen Tag kam es in Brüssel zu Diskussionen einer möglichen Implementierung der Sanktionen. Eine erste Entscheidung könnte bereits bei dem nächsten Treffen der europäischen Außenminister am 22. Februar fallen. Fürs erste bleibt die Aufmerksamkeit der EU-Entscheidungsträger jedoch auf die Impfstoffkampagne und die Beziehung mit Großbritannien gerichtet.

Die britische Anfrage einer Verschiebung der Zollimplementierung wurde von dem Vize-Präsidenten der Europäischen Kommission abgelehnt. Die Unsicherheiten rund um die Grenzkontrollen bleiben für britische Unternehmen auch weiterhin eine Last. Laut der Organisation Make UK, welche Industrieherstellung in Großbritannien vertritt, beklagten sich mehr als 60 Prozent der befragten britischen Unternehmen im Januar über Probleme rund um die Grenzkontrollen und den Zoll. Eine weitere Nebenerscheinung des Brexits war die Bedeutungsverlagerung des Finanzsektors von London nach Amsterdam. Die größte niederländische Stadt ist seit jüngsten der wichtigste Finanzplatz Europas, zumindest wenn es um den Aktienhandelsplatz geht. Im Bereich des Währungshandels bleibt die Londoner Metropole die wichtigste der Welt. Im Januar wurden an den Börsen in Amsterdam täglich 9,2 Milliarden Euro gehandelt, im Vergleich zu den 8,6 Milliarden in London. Das tägliche Durchschnittsvolumen im vergangenen Jahr lag in London noch bei 17,5 Milliarden Euro.

Die Europäische Kommission revidierte ihre Wirtschaftsprognosen für die Eurozone leicht nach unten und geht in diesem Jahr von einem 3,8-prozentigen Wachstum aus. Aufgrund eines stärkeren erwarteten Wachstums im Folgejahr könnte die Eurozone ihr Vorkrisenniveau laut der Kommission trotzdem bereits früher erreichen (Mitte nächsten Jahres). Deutschland und Frankreich würden die Wirtschaftserholung anführen. Divergenzen zwischen Mitgliedsstaaten bleiben bestehen und könnten die politische Einheit der Region gefährden. Die Sorgen weisen jedoch einen langfristigen Charakter auf und zeigen sich kaum in den Staatsanleihenrenditen. Spanien, Portugal und Italien profitieren von relativ geringen nominellen (und sogar negativen Realzinsen) Finanzierungskosten.

Währungsüberblick

EUR – Das Währungspaar EUR/USD wertet den fünften Tag infolge auf und befindet sich nun leicht über der 1,21-Marke.

USD – In einer Rede am Mittwoch betonte der Präsident der US-Notenbank die anhaltende Unsicherheit bezüglich der heimischen Wirtschaftserholung. Somit untermauert Jerome Powell die Notwendigkeit eines lockeren Zinsumfeld, was die Straffungsdebatte in Verbindung mit den im Januar schwach ausgefallenen Inflationsdaten fürs Erste im Keim erstickt hat.

CZK – Die tschechische Krone bleibt gegenüber dem Euro in Nähe des 11-Monats-Hoch. Investoren richten ihre Aufmerksamkeit auf die heutige Veröffentlichung der tschechischen Inflation. Ein stärker als erwarteter Anstieg könnte die Zinserhöhungserwartungen festigen und mit Aufwertungen der Krone begleitet werden.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • GB: Bruttoinlandsprodukt, Industrieproduktion (08:00)
  • CH: Inflation (08:30)
  • CZ: Inflation (09:00)
  • HU: Inflation (09:00)
  • PL: Bruttoinlandsprodukt (10:00)
  • RU: Zinsentscheidung (11:30)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


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