Wöchentliche Marktberichte

Feb 11, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wieso Inflationsdaten derzeit so wichtig sind

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Wie bereits am Montag erwähnt wird sich diese Wirtschaftswoche aufgrund von fehlenden hochkarätigen Konjunkturveröffentlichungen nicht als wegweisend herausstellen können. Nichtsdestotrotz bieten uns die Inflationsdaten des gestrigen Tages einen kleinen Einblick in die derzeitige Preisentwicklung. In Deutschland wuchs die Inflation im Januar wie erwartet um genau ein Prozent zum Vorjahr und befindet sich nun am höchsten Niveau seit dem Beginn der Coronakrise im März. Dies ist eine deutliche Abkehr zur Deflation, welche in Deutschland in den vier Monaten bis Dezember herrschte. In China konnten sich die Produzentenpreise – Also die Preisentwicklung bei den Waren und Dienstleistungen, die von den im Inland tätigen Unternehmen hergestellt werden – zwar zum ersten Mal seit Januar 2020 wieder festigen. Der vergangenheitsorientierte und hinterherhinkende Verbraucherpreisindex sinkt jedoch in den negativen Bereich.

Die kurzfristige „Deflation“ wird in China laut den jüngsten Leitindikatoren von relativ kurzer Dauer sein. Der wichtigste Inflationsdatenpunkt kam jedoch aus den Vereinigten Staaten. Die Kerninflation stagniert im Januar (ggü. Vormonat) und wächst auf Jahresbasis schwächer als gedacht um 1,4 Prozent. Die Märkte erfreuten sich über den schwächeren Anstieg, da dies die Sorgen der US-Notenbank lindert und einen zu Abzug der lockeren Geldpolitik in die Ferne rücken lässt. Nichtsdestotrotz zeigen auch hier die Leitindikatoren auf eine positive Preisentwicklung in den nächsten Monaten, was den monatlichen Datenpunkten eine höhere Priorität als sonst zukommen lässt.

In der Zwischenzeit steht in Deutschland eine Verlängerung des Lockdowns im Raum. Obwohl noch keine offizielle Bestätigung der Pläne besteht, soll das Bundeskanzleramt mit Berufung auf einen aktualisierten Beschlussvorlage für die Beratungen mit den Ländern die Corona-Maßnahmen bis zum 14. März verlängern wollen. Obwohl die täglichen Neuinfektionen in den vergangenen Wochen eine fallende Tendenz aufgewiesen haben, scheint das Kanzleramt die neuen Mutationen als einen der größten Beweggründe für die Entscheidung beschrieben zu haben.

Währungsüberblick

EUR/USD – Ist der Abwärtstrend vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat? Der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht, welcher schlechter als erwartet ausfiel, hat dem Dollar fürs Erste den Wind aus den Segeln genommen. Nichtsdestotrotz bleiben dem Euro einige Barrieren auf dem Weg zum mehrmonatigen Hoch bei 1,2350. Die Erste davon bereits beim Niveau um 1,2170/90.

EUR/CNH – Der chinesische Yuan schwächte angesichts des feiertagsbedingten illiquiden Handels leicht ab und befindet sich kurzfristig gegenüber dem Euro in einem Abwärtstrend. Der seit August 2020 anhaltende (mittelfristige) Aufwärtstrend bleibt jedoch intakt, solange sich EUR/CNH unter 7,90 befindet.

EUR/AUD – Die jüngste wirtschaftliche Datenlage deutet in Australien auf einen positiven Jahresauftakt. Ein Anstieg des Verbrauchervertrauens im Februar und erhöhte Konsumausgaben ließen die Staatsanleihenpreise fallen und die Renditen anziehen. Dies gab dem australischen Dollar jüngst deutlichen Rückenwind. Das Währungspaar EUR/AUD hat bereits im Dezember den seit 2017 anhaltenden Aufwärtstrend (1,61) verlassen, konnte jedoch an der unteren Aufwärtstrendlinie (1,56), welche bis ins Jahr 2012 zurückgeht, einen Boden etablieren.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • US: Neuanträge für Arbeitslosenunterstützung (14:30)


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