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Feb 04, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Draghi soll es richten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der Ex-Präsident der Europäischen Notenbank Mario Draghi ist zurück in der Politik. Der 73-jährige Ökonom und Zentralbanker wurde vom italienischen Präsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt. Zuerst muss jedoch eine Mehrheit gefunden werden, nachdem die bislang regierende Koalition zwischen den Mitte-links-Parteien am Dienstag offiziell gescheitert war. Die vermeintliche Expertenregierung stößt bereits vor Amtsantritt auf Widerstand von der Fünf-Sterne-Bewegung, was die Sache sicherlich nicht vereinfachen wird. Die Märkte sprechen dem routinierten Draghi fürs Erste ihr Vertrauen aus. Die europäischen, deutschen und italienischen Börsenindizes gehen zwar nur marginal gestärkt aus dem Handel. Die Staatsanleihenrenditen Italiens fallen jedoch um mehr als zehn Prozent auf 0,58 Prozent. Ein positives Zeichen einer gesunden Nachfrage und einem gesunkenen Kreditrisiko. Die Gemeinschaftswährung konnte davon nicht profitieren.

Der deutsche Dienstleistungssektor ist laut dem Daten- und Informationsunternehmen IHS Markit den vierten Monat infolge gefallen. Der gestern veröffentlichte Einkaufsmanagerindex bleibt somit auch weiterhin im negativen Bereich, wobei dem Bericht zwei konkrete Hoffnungsschimmer entnommen werden können. Zum einen schlägt sich das Stimmungsbarometer mit einem Wert von 46,7 im Januar deutlich besser als während des ersten Lockdowns im März des letzten Jahres. Der Subindex, welcher die zukünftigen Konjunkturerwartungen der befragten Unternehmen abspiegelt, ist in der Zwischenzeit auf ein 23-Monats-Hoch gestiegen. Der leicht steigende inflationäre Druck, welcher sich derzeit im verarbeitenden Gewerbe aufbaut, scheint indes noch nicht im Dienstleistungssektor Fuß gefasst zu haben.

In den Vereinigten Staaten skizziert die Datenlage währenddessen ein Bild der Stärke. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor ist im Januar auf einen Wert von 58,7 gestiegen und fand somit ein 2-Jahres-Hoch. In der Zwischenzeit bestätigte der gestern veröffentlichte ADP Arbeitsmarktbericht die Annahme, dass im Januar voraussichtlich mehr Arbeitsplätze als erwartet geschaffen wurden. Das Forschungsinstitut geht von einem Stellenaufbau von 174 Tausend aus. Knapp 100 Tausend mehr als im Konsensus von Bloomberg prognostiziert wurde. Die jüngsten Lockerungen einiger Sperrmaßnahmen und das im Dezember bestätigte Fiskalpaket im Wert von 900 Milliarden Dollar scheint erste Früchte zu tragen. In weiterer Folge fällt der Fokus nun auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht des Arbeitsministeriums am Freitag und die Verhandlungen zwischen den Demokraten und Republikanern um ein weiteres Stimuluspaket.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Inflation ist zum ersten Mal seit sechs Monaten positiv. Der Verbraucherpreisindex konnte sich im Januar auf ein jährliches Wachstum von 0,9 Prozent festigen. Die Kerninflation, welche volatile Güter wie den Energieverbrauch und Nahrungsmittel auslässt, erreichte mit einem Wachstum von 1,4 Prozent ein 5-Jahres-Hoch. EUR/USD wertete den dritten Tag infolge ab, hielt sich jedoch über der 1,20-Marke.

USD – Der Dollar konnte sich an 14 der vergangenen 21 Handelstage festigen. Angetrieben durch eine deutlich besser als erwartete Datenlage und die Schwächen in Europa bleibt die Nachfrage nach der Leitwährung gegeben. Der seit März anhaltende Abwärtstrend des handelsgewichteten Dollar-Indexes (DXY) ist seit Montag durchbrochen. Nachhaltig könnten die Entwicklung der US-Inflation und die Größte des erwarteten Fiskalpakets die Richtung der Währung angeben. Die Tendenz bleibt fürs Erste jedoch positiv.

RUB – Die im April 2020 begonnene Aufwärtsbewegung des Ölpreises setzt sich auch in dieser Woche fort. Die Erholung des globalen Handels und die Bereitschaft der OPEC-Länder, Überproduktionen zu minimieren, treibt den Rohstoffpreis auf das höchste Niveau seit Januar 2020. Der russische Rubel konnte von dieser positiven Entwicklung zwar noch nicht profitieren. Gestern wertet die Währung gegenüber dem Euro jedoch leicht auf.

CEE – Die polnische Notenbank hat wie erwartet nicht am Leitzins gerüttelt. Auch gab es keine größeren Überraschungen was die Wortwahl der Notenbank bei der Stellungnahme betraf. Die lockere Geldpolitik bleibt weiterhin Bestandteil der Geldpolitik und zukünftige Währungsinterventionen können nicht ausgeschlossen werden. Der regionale Fokus wird in weiterer Folge auf die heutige Zinsentscheidung der polnischen Notenbank und die Pressekonferenz des polnischen Notenbankpräsidenten am Freitag fallen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • GB: Zinsentscheidung (13:00)
  • CZ: Zinsentscheidung (14:30)


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