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Wöchentliche Marktberichte

Feb 03, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Europäische Sorgen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die italienische Wirtschaft ist in den drei Monaten bis Dezember um zwei Prozent geschrumpft und hat sich somit marginal besser geschlagen als die Prognosen hätten erwarten ließen. Nichtsdestotrotz war dies die vierte Kontraktion in den letzten fünf Quartalen und ein Testament der nachhaltigen Implikationen der Pandemie und der Restriktionen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. In Verbindung mit der Schuldenquote Italiens, welche in diesem Jahr auf über 158 Prozent steigen könnte, wurde das Land in dem jüngsten Investitionsbericht der Ratingagentur Moodys mit Großbritannien an die Spitze der möglichen Problemfelder Europas gestellt. Einen kurzfristigen Hoffnungsschimmer bot zwar der vor kurzem veröffentlichte italienische Einkaufsmanagerindex, welcher ein solides Wachstum der Industriebranche für den Monat Januar aufweisen konnte.

Die seit der Finanzkrise 2008/09 stagnierende Produktivität Italiens bleibt jedoch ein beachtliches Abwärtsrisiko, welchem durch eine strategische Ausgabe der EU-Gelder in längerfristig rentable Branchen entgegengekämpft werden könnte. Die Eurozone konnte den wirtschaftlichen Fall im vierten Quartal 2020 aufgrund der unerwarteten Expansion Deutschlands und Spaniens auf 0,7 Prozent reduzieren. Verlängerte Sperrmaßnahmen und ein weiterhin angeschlagener Dienstleistungssektor könnten die Binnenwirtschaft in den ersten drei Monaten des neuen Jahres in eine Rezession fallen lassen.

In den Vereinigten Staaten scheinen die Meinungsdifferenzen zwischen den Demokraten und Republikanern bezüglich des neuen Stimuluspakets bestehen zu bleiben. Doch der neue Präsident Joe Biden signalisiert die Bereitschaft die Hilfsmaßnahmen auch ohne  die Unterstützung der Opposition durch das Parlament zu bringen. Vor diesem Hintergrund schlich sich die Montags-Rally auch in den Folgetag und sorgte für Gewinne an den US-amerikanischen und europäischen Börsen. Rohstoffe und Metalle waren die Verlierer des vergangenen Handelstages, angeführt durch den siebenprozentigen Verfall des Silberpreises.

Währungsüberblick

EUR – Das wichtigste Währungspaar der Welt hat am gestrigen Handelstag die seit Mai anhaltende Aufwärtstrendlinie durchbrochen und sieht sich nun der psychologischen Unterstützung bei 1,20 gegenüber. Neue Impulse erwarten sich Marktteilnehmer von den heute veröffentlichten deutschen, europäischen und US-amerikanischen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor.

USD – An den Währungsmärkten hält die Dollar-Nachfrage weiter an und manifestiert sich jüngst in einem leicht schwächeren EUR/USD. Gegenüber dem Euro konnten Schwellenländerwährungen profitieren. Der mexikanische Pesos und der brasilianische Real werten jeweils um mehr 1,3 Prozent auf.

CHF – Die schweizerische Notenbank hat in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres Währungsinterventionen im Wert von 100 Milliarden Franken getätigt. Die Bereitschaft der Währungshüter, gegen die Stärke der eigenen Währung und den deflationären Druck zu arbeiten, erreichte in 2020 das höchste Niveau seit 2012. Doch die mahnenden Worte des US-Finanzministeriums in Richtung der SNB werden die Notenbank laut ihrem Präsidenten Thomas Jordan nicht vor weiteren Eingriffen abhalten.

CEE – Die tschechische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2021 um 0,3 Prozent gewachsen und lag somit deutlich über den Prognosen, welche von einer Kontraktion im Wert von 2,5 Prozent ausgingen. EUR/CZK entfernte sich weiter von der durchbrochenen Unterstützung bei 26,00 und erreichte im Tagesverlauf sogar das Niveau 25,90. Der regionale Fokus wird heute auf der geldpolitischen Sitzung der polnischen Notenbank um 13:00 Uhr fallen. Auch wenn Ökonomen von keiner Zinsveränderung ausgehen, bleiben Neuigkeiten über die Währungspräferenz der Währungshüter von Bedeutung.

Globale Risikoereignisse des Tages

Einkaufsmanagerindizes (Dienstleistungssektor) in folgenden Ländern veröffentlicht:

  • China (02:45)
  • Schweden (08:30)
  • Eurozone (09:00)
  • Deutschland (09:55)
  • Großbritannien (10:30)
  • USA (16:00)


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