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Feb 02, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Industriebranche hält die Weltwirtschaft am Laufen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die globalen Börsen steigen nach einer der schwächsten Wochen seit Oktober wieder in die Höhe, während die gestrige Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung dem Dollar und Schwellenländerwährungen zugutekam. Die meisten Börsenindizes in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien gingen mit einem mehr als einprozentigen Plus aus dem Handel. Der Silberpreis fand in der Zwischenzeit ein 8-Jahres-Hoch, angetrieben durch steigende Inflationserwartungen und eine durch das Internetforum Reddit erzeugte Euphorie als Erweiterung der Gamestop-Rally.

Überraschend positive Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten boten Investoren ebenfalls einen spürbaren Rückenwind, welcher letztendlich in einen positiven Wochenauftakt an den Märkten mündete. Der vom Institute for Supply Management veröffentlichte US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Januar marginal um 0,8 Punkte auf einen Wert von 58,7 und blieb somit weiterhin in Nähe des mehrjährigen Hochs. Der Subindikator für den inflationären Druck innerhalb der Fabriken schoss auf das höchste Niveau seit April 2011 und schürte somit die bereits bestehenden Sorgen steigender Preisentwicklungen.

In Europa fiel das Fazit gemischt aus. Die deutsche Industrie bleibt trotz des Rücksetzers im Januar weiterhin an der Spitze der Expansion, während Italien mit einem EMI von 55,1 das höchste Niveau seit März 2018 erreichen konnte. Die offenen Fragen rund um die Neubildung der Regierung bleiben Investoren ein Dorn im Auge. Noch spiegelt sich dies jedoch nicht in den italienischen Staatsanleihen wider, welche nach einem durch den Rücktritt des Premierministers induzierten Abverkauf wieder solide Nachfrage finden konnten.

Währungsüberblick

EUR – Angesichts des in den vergangenen Wochen aufgebauten Abwärtsdrucks ist der Fall der Gemeinschaftswährung vom 32-Monats-Hoch bei $1,2350 auf $1,2050 relativ nachvollziehbar. Verlängerte Sperrmaßnahmen in Europa und die Outperformance der US-Wirtschaft boten dem Euro in Verbindung mit den mahnenden verbalen Interventionen seitens der EZB wenig Spielraum nach oben. Und obwohl der erwartete Inflationsanstieg in den Vereinigten Staaten für diese Schwäche kompensieren und dem Euro Rückendwind verschaffen könnte, bleibt das kurzfristige Potenzial nach unten gegeben. Dies gilt insbesondere bei einem Unterlaufen der Aufwärtstrendlinie bei 1,2000/70.

USD – Der US-Dollar stieg am gestrigen Handelstag aufgrund der trilateralen Schwäche des Euro, Franken und Yen auf das höchste Niveau seit Ende Dezember. Die Leitwährung konnte von einem stärker als erwarteten Einkaufsmanagerindex profitieren. Deutlich mehr Aufmerksamkeit als der Hauptindex genoss jedoch der Subindikator für die Preisentwicklung, welcher ein 11-Jahres-Hoch erreichen konnte. Jegliche Anzeichen einer Inflationsbildung könnten die Fed früher aus ihrem Ruhestand bringen und der Annahme der Dollarabwertung entgegenwirken.

ASIEN – Die breit angelegte Stärke der Industrie scheint ein globales Phänomen darzustellen, welches den schwachen und von den Sperrmaßnahmen beeinflussten Dienstleistungssektor während der Wirtschaftserholung in den Schatten stellt. In Taiwan und Südkorea, den Proxyländern für die Gesundheit des globalen Exportsektors, offenbarten die Einkaufsmanagerindizes die schnellste monatliche Expansion der Industriebranchen der beiden Länder seit 2010 und 2011. Dies obwohl das Stimmungsbarometer für China im Januar auf ein 7-Monats-Tief abgekühlt war.

CEE – Die zentraleuropäischen Länder hielten den jüngsten Abkühlungserscheinungen besser als erwartet stand und verzeichneten im Januar robuste Industriedaten. Die Einkaufsmanagerindizes in Polen, Ungarn und Tschechischen skizzierten mit Werten von 51,9, 54,9 und 57,0 (Werte über 50 sind als eine Expansion der Industriebranche zu werten) eine deutliche Verbesserung gegenüber den Markterwartungen. Die jeweiligen Währungen profitieren von dieser Überraschungen und werteten gegenüber dem Euro auf. EUR/CZK beendete den Handelstag zum ersten Mal seit März unter dem wichtigen 26,00 Niveau.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Bruttoinlandsprodukt (09:00)
  • EZ: Bruttoinlandsprodukt (11:00)


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