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Jan 29, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwache Daten ignoriert – Kurse ziehen an

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

In Sachen Geldpolitik dominiert in den Vereinigten Staaten und in China derzeit das gleiche Mantra die Diskussion. Trotz der starken Erholung der Weltwirtschaft und des globalen Handels wird die Geldpolitik zur Unterstützung der jeweiligen Volkwirtschaften expansiv bleiben. Ängste um einen frühzeitigen Liquiditätsentzug wurden damit beruhigt. Die beiden Notenbankpräsidenten Jerome Powell und Yi Gang haben in den vergangenen Wochen zwar mehrfach konkrete Risiken genannt, welche der Rückkehr zur Normalität im Wege stehen könnten. Und auch die steigenden Schuldenquoten spielen bei den Notenbankern eine wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung.

Derzeit scheint jedoch die Erholung des Arbeitsmarktes eine absolute Priorität darzustellen, was zum einen die niedrigen Zinsen rechtfertig und zum anderen internationale Investoren glücklich stimmt. Wie in den vergangenen Wochen bereits erwähnt wurde scheint der Höhepunkt des geldpolitischen Momentums jedoch hinter uns zu liegen. Die prozentuell zweistellige Expansion der Notenbankbilanzen wird wohl ein Phänomen des vergangenen Jahres bleiben.

Die größte Volkswirtschaft der Welt verzeichnete im vergangenen Jahr die größte Kontraktion seit dem Zweiten Weltkrieg. Das schwächste Wirtschaftsjahr für die Vereinigten Staaten seit 1946 endete jedoch mit einem positiven Wachstum im vierten Quartal. In den letzten drei Monaten konnte sich die US-Konjunktur um vier Prozent festigen. Auf das gesamte Jahr schrumpft die Wirtschaft um 3,5 Prozent. Indes zogen die Immobilienpreise erneut leicht an, auch wenn der Anstieg geringer ausfiel als im Vorhinein von Ökonomen prognostiziert. Verkäufe von Einfamilienhäusern sind im Dezember um 1,6 Prozent auf insgesamt 842 Tausend angestiegen. Am anderen Ende des Atlantiks hält die Datenschwäche zu Beginn des Jahres weiter an. Der von der Europäischen Kommission monatlich veröffentlichte Konsumklimaindex fällt von 92,4 auf einen Wert von 91,5. Angetrieben wurde der Rücksetzer durch eine Abkühlung im Dienstleistungssektor, welcher im Januar nicht durch die solide Leistung des Industriesektors kompensiert werden konnte.

Währungsüberblick

EUR – In der Zwischenzeit ist die Inflation in Deutschland zum ersten Mal seit sechs Monaten erneut gestiegen. Die Verbraucherpreise verzeichneten im Januar ein jährliches Wachstum von einem Prozent, angetrieben durch das Ablaufen der temporären Steuerreduktion und die neue CO2-Abgabe von 25 Euro je Tonne. Die Erholung der globalen Börsen von dem Abverkauf am Mittwoch gab risikoreichen Währungen einen leichten Rückenwind, wobei EUR/USD kaum verändert zum Vortag aus dem Handel ging.

USD – An den Finanzmärkten zeichneten sich die Börsen von einer Erholung der Mittwoch-Verluste aus. Der US-amerikanische Dow Jones Index festigt sich um mehr als 500 Punkte und notiert nun knapp 1,15 Prozent unter dem Allzeithoch. Der US-Dollar gab leicht nach, während sich die zentraleuropäischen Währungen allesamt festigen konnten. Die klassischen Risk-on-Währungspaare EUR/USD, EUR/JPY und EUR/CHF gingen marginal stärker aus dem Handel.

CNH – Trotz der wiederholten verbalen Bestätigung der lockeren Geldpolitik seitens der chinesischen Notenbank scheinen die jüngsten restriktiven Maßnahmen erste Implikationen mit sich zu bringen. Die niedrigere Liquidität an den Anleihenmärkten treiben die chinesischen Renditen und lassen den Renminbi gegenüber dem Euro und US-Dollar anziehen

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • DE: Bruttoinlandsprodukt (10:00)
  • PL: Bruttoinlandsprodukt (10:00)
  • US: Inflation (14:30)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


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