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Wöchentliche Marktberichte

Jan 28, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed hält am expansiven Kurs fest

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Annahme des schwachen Jahresauftakts der größten Volkswirtschaft der Eurozone wird immer mehr von der enttäuschenden Datenlage bestätigt. Bereits in der vergangenen Woche spiegelte das Ifo Geschäftsklima die ersten Folgen der erweiterten Sperrmaßnahmen wider. Nun gesellt sich auch der gestern veröffentlichte Konsumklimaindex in die Reihe der schwachen Konjunkturdaten. Der vom Gfk Marktforschungsinstitut herausgegebene Stimmungsbarometer für die Kauflaune der deutschen Verbraucher sinkt um mehr als acht Punkte auf einen Wert von minus 15,6. Engpässe bei der Lieferung der Impfstoffe und potenzielle Lockdown-Verlängerungen hätten das Potenzial die bevorstehenden Konjunkturdaten für den Monat Februar zu beeinflussen. Doch bereits jetzt schlägt sich die Abkühlung in den Prognosen der deutschen Bundesregierung nieder, welche nun von einem dreiprozentigen Wachstum in diesem Jahr ausgeht. Dies stellt eine Revision der Oktober-Prognosen dar, bei denen die Regierung noch von einem Wachstum von 4,4 Prozent ausging. Im direkten Vergleich mit der Eurozone hat die US-Wirtschaft somit weiterhin die Nase vorne.

Die jüngste Rally der Gemeinschaftswährung hat die Europäische Notenbank zum Nachdenken gebracht. Es war zwar im Vorfeld ersichtlich, dass sich die EZB mit den negativen Begleiterscheinungen der Euro-Aufwertung befassen würde. Und bereits die Aufwertung von EUR/USD  über das Niveau 1,20 wurde mit verbalen Interventionen seitens der Währungshüter begleitet. Doch wirkliche Kompetenzen in der Bekämpfung der Aufwertung sprechen die Märkte der EZB nicht zu. Vor diesem Hintergrund haben sich die negativen Äußerungen der Zentralbanken bezüglich des starken Euro in den letzten Wochen vermehrt. Laut dem niederländischen Zentralbankpräsidenten Klaas Knot sollten Investoren die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen nicht völlig nicht außer Acht lassen.

Die nächsten Wochen werden somit zeigen, ob die Märkte die jüngsten Drohungen wirklich ernst nehmen werden und welche Implikationen dies für die Wechselkurse hätte. Es bleibt ebenfalls offen, wieviel Interventionsspielraum der Notenbank tatsächlich bleibt. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Federal Reserve deutlich mehr Instrumente zur Verfügung hat und sich um weniger Meinungsverschiedenheiten kümmern muss als die EZB. Die Bereitschaft die Zinsen für eine Weile an der Nulluntergrenze zu halten wurde gestern bei der Zinsentscheidung der US-Notenbank bestätigt. Die geldpolitische Sitzung endete wie erwartet ohne Veränderungen der Zinsen und Anleihenkaufprogramme. Ein Anstieg der impliziten Volatilitäten an den Börsen und schwache Quartalszahlen treiben die Aktienleitindizes in den USA, Europa und Asien nach unten.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung konnte in den letzten paar Tagen erfolgreich gegen diverse Abwärtsrisiken ankämpfen. Am gestrigen Handelstag schien der Druck jedoch zu groß geworden zu sein, um einen weiteren Vormarsch nach oben zu erlauben. Vor dem Hintergrund der jüngst schwachen Datenlage aus der Eurozone, den politischen Sorgen in Italien und der verbalen Intervention seitens der Europäischen Zentralbank verzeichnet EUR/USD den größten täglichen Rücksetzer des noch jungen Jahres. Auch die Bestätigung zur lockeren Geldpolitik seitens der US-Notenbank konnte daran nur wenig ändern. Nun rückt das Niveau 1,20 in den Vordergrund, welches sowohl die psychologische Unterstützung als auch die seit Mai anhaltende Aufwärtstrendlinie definiert.

USD – Mit den jüngsten Anspielungen auf die Stärke des Euro trägt sich die EZB in eine wachsende Liste von Notenbanken ein, welche der Dollar-Abwertung negativ gegenüberstehen. Dies wird die Leitwährung jedoch marginal bis kaum beeinflussen, zumal der Dollar jüngst fast ausschließlich eine Funktion der geldpolitischen Erwartungen der Federal Reserve und des Risikosentiments war.  

CEE – Die allgemein niedrige Risikobereitschaft an den Märkten treibt zentraleuropäische Währungen nach unten. Am stärksten betroffen war der ungarische Forint, welcher gegenüber dem Euro 20 Basispunkte einbüßen musste. Die tschechische Krone konnte im Tagesverlauf zwar auf ein neues 10-Monats-Hoch kämpfen, fiel am späten Nachmittag jedoch erneut zurück. Das Niveau um EUR/CZK 26,00 bleibt somit weiterhin relevant.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Konsumentenvertrauen (11:00)
  • DE: Inflation (14:00)
  • US: Bruttoinlandsprodukt Q4 (14:30)


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