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Jan 27, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Erneuter Rücksetzer für die EU-Impfstrategie

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Weltweit wurden bereits mehr als 68 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt. Knapp ein Drittel davon fanden in den Vereinigten Staaten statt, während innerhalb der Europäischen Union weniger als neun Millionen Impfdosen erfolgreich verabreicht wurden. Mit einer Quote von zwei Impfungen auf 100 Einwohner schlägt sich die EU zwar deutlich besser als die meisten Entwicklungsländer. Im Vergleich mit den Spitzenreitern Israel (42,92), Großbritannien (10,55) und den Vereinigten Staaten (7,14) fällt das Fazit jedoch enttäuschend aus. Die politische Spitze der Binnenregion kommt aufgrund dieser Tatsache und den Engpässen bei der Lieferung der Vakzine zunehmend unter Druck.

Insbesondere der Konflikt mit AstraZeneca scheint sich zuzuspitzen. Bei der Schaltkonferenz zwischen der EU-Kommission und Vertretern des britisch-schwedischen Konzerns forderte die EU eine Stellungnahme zu den Lieferverspätungen. Anstatt der vorgesehenen 80 Millionen Impfdosen sollen es im ersten Quartal nun nur noch 31 Millionen werden. Die Impfstrategie der EU sieht sich somit in Gefahr. Vor diesem Hintergrund hatte sich der deutsche Gesundheitsminister bereits für eine Regulierung der Impfstoff-Ausfuhr ausgesprochen. In der Zwischenzeit kam es in den Niederlanden zu einem dreitägigen Protest gegen die Verschärfung der COVID-19 Sperrmaßnahmen, was zu insgesamt 184 Verhaftungen führte.

Nichtsdestotrotz gab es am gestrigen Handelstag auch positive Nachrichten. Trotz der aktuellen Situation hebt der Internationale Währungsfond die Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum leicht an. Unerwartete Stimuluspakete in den Vereinigten Staaten und Japan, in Verbindung mit einer noch relativ glatt laufenden Impfstoffkampagne in weiten Teilen der Welt stimmte die internationale Organisation glücklich. Der IWF geht nun von einem 4,2-prozentigen Wachstum im Jahr 2021 aus. Deutschland müsste sich laut der Institution mit einem Wachstum von 3,5 Prozent zufrieden geben.

Die Börsen in den Vereinigten Staaten und Europa gehen gestärkt aus dem Handel, während der chinesische Aktienleitindex in Shanghai vom 4-Jahres-Hoch fällt.

Währungsüberblick

EUR – Einen Tag vor der US-amerikanischen Zinsentscheidung hält sich die Gemeinschaftswährung souverän über der $1,21-Marke. Der Rücksetzer in der Umsetzung der EU-Impfstoffstrategie und die schwachen Konjunkturzahlen aus Deutschland hatten bislang noch keinen großen Einfluss auf den Euro.

USD – Internationale Investoren und Marktteilnehmer erwarten sich keine großen Schlagzeilen von der heutigen Zinsentscheidung. Das alleinige Thema bleiben die Renditen und die Garantie der Notenbank, diese gering zu halten. Alles andere wird in den Hintergrund rücken. Sollte sich Fed-Präsident Jerome Powell somit den Märkten anschließen und diesen Konsens bestätigten, wird die heutige Sitzung ein Nichtereignis. Jegliche Abweichungen von dieser Annahme werden Dollar-positiv bewertet werden.

CZK – Die tschechische Notenbank war die Einzige in Europa, die es im vergangenen Jahr noch geschafft hat, die Zinsen anzuheben. Obwohl die Erhöhung noch vor der Ausbreitung des Coronavirus in Europa durchgeführt wurde, spricht die Entscheidung für die tendenziell straffende Haltung der CNB. Laut dem jüngsten Interview des Notenbankpräsidenten stehen auch in diesem Jahr ein bis zwei Zinserhöhungen im Raum der Möglichkeiten. Die neutrale Haltung der Notenbank hat die Renditen auf tschechische Staatsanleihen steigen lassen und somit die Attraktivität der Krone erhöht. Eine Einführung des Anleihenkaufprogramms wie in Polen und Ungarn sieht der Präsident jedoch nicht als notwendig. In der Zwischenzeit hielt die ungarische Notenbank ihren Leitzins im Rahmen des gestrigen Treffens unverändert bei 0,6 Prozent.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Gfk Konsumentenvertrauen (08:00)
  • US: Zinsentscheidung (20:00)


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