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Jan 26, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nach-Trump-Wirtschaftspolitik bleibt US-zentrisch

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Das deutsche Geschäftsklima trübt erneut ein und lässt die jüngsten Sperrmaßnahmen nun auch in der Datenlage ankommen. Bereits der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für die Eurozone hatte auf einen schwachen Jahresauftakt hingedeutet. Und obwohl sich Deutschlands verarbeitendes Gewerbe noch relativ gut schlagen konnte, fällt das Fazit nach dem Ifo Geschäftsklimaindex negativ aus. Das  Stimmungsbarometer sankt auf ein 6-Monats-Tief und lastete folglich auf dem deutschen Börsenindex. Auch die Gemeinschaftswährung ließ leicht nach und bestätigte, dass die Datenlage sehr wohl noch Währungsrelevanz aufweist.

In der Zwischenzeit meldete sich der chinesische Präsident im Rahmen des dieswöchigen Treffens des Weltwirtschaftsforums zu Wort. Xi Jinping betonte die Bereitschaft und Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und warnte, nicht in die Denkmuster des Kalten Krieges zu verfallen. Doch ganz so einfach wird sich dies auch nach der Trump-ära nicht gestalten. Die von Donald Trump eingeleiteten Zollerhöhungen und Sanktionen gegen chinesische Offizielle bleiben weiterhin bestehen. In der vergangenen Woche bekräftigte US-Finanzministerin Janet Yellen, dass es keine sofortige Aufhebung der Zölle geben werde und dass die Biden-Regierung die Einhaltung der in der ersten Phase gemachten Zusagen Chinas überwachen werde. China hat im vergangenen Jahr weniger als 60% der im Handelsabkommen ausgemachten Importe aus den Vereinigten Staaten erworben. In Verbindung mit den Meinungsdifferenzen in Sachen Hongkong, Taiwan und Xinjiang bleibt die Lage zwischen den beiden Großmächten angespannt. Insbesondere zumal der frisch ins Amt gewählte US-Präsident Joe Biden am Montag bereits seinen „buy-american“ Plan als Durchführungsverordnung (Executive Order) durchgesetzt hatte.

Die Weltwirtschaft bleibt in der Zwischenzeit auf reibungslose Lieferketten und ein solides handelspolitisches Umfeld angewiesen. Echtzeitindikatoren deuten darauf hin, dass sich die meisten Industriestaaten im Januar von ihren Vorkrisenniveaus entfernt haben. Die Wirtschaftsaktivität ist laut dem Bloomberg Mobilitätstracker in Deutschland bei knapp 60 Prozent und in den USA auf 64 Prozent. Die beiden Extremen bilden Japan an der Spitze mit 75 und Großbritannien am Boden mit 47 Prozent ab.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung ließ nach der Veröffentlichung des enttäuschenden Ifo Geschäftsklimas leicht nach und bestätigte, dass die Datenlage sehr wohl noch Währungsrelevanz aufweist. Der Aufwärtstrend von EUR/USD bleibt intakt, solange sich das Währungspaar über dem Niveau 1,20 halten kann

USD – Die US-Wirtschaft hat die Nase im direkten Vergleich mit der Eurozone weiterhin vorne. Der Dollar konnte von dieser Tatsache noch relativ wenig profitieren, auch wenn sich die Währung von dem mehr als zweijährigen Tief heben konnte. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index notiert nun bei 90,40 und somit nur knapp über dem sechsjährigen Tief bei 88,30.

CHF – Am Abend sorgte die inoffizielle Meldung des Rücktritts Giuseppe Contes für Aufsehen. Der Ministerpräsident Italiens soll laut engen Regierungskreisen  zurücktreten, um anschließend ein neues Mandat einzufordern. Conte hofft somit auf die Bildung einer dritten Regierung, welche eine neue Konstellation der Koalition vorsehen würde. Die italienische Staatsanleihenrendite zog jedoch nicht an und bot dem Franken somit keine Aufwertungsmöglichkeit. EUR/CHF hält sich über dem seit Mai anhaltenden Aufwärtstrend mit der Untergrenze bei knapp über 1,0750.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • HU: Zinsentscheidung (14:00)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


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