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Wöchentliche Marktberichte

Jan 25, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Investoren blicken bereits über das erste Quartal hinaus

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die meisten Volkswirtschaften der Eurozone haben das Jahr relativ schwach begonnen. Vor dem Hintergrund steigender Infektionsraten und länger andauernder Sperrmaßnahmen scheint es wenig erstaunlich, dass sich die Wirtschaftsabkühlung erneut in der Datenlage erkenntlich zeigt. Der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanagerindizes (EMI) fügt sich somit in das bereits von diversen Echtzeitindikatoren skizzierte schwache Bild für der Volkswirtschaft des alten Kontinents. Das Stimmungsbarometer für die Eurozone sinkt im Januar auf einen Wert von 47,5 und befindet sich somit erneut im negativen Bereich. Das verarbeitende Gewerbe konnte sich aufgrund einer relativ hohen Exportnachfrage und dem Boom in Asien über Wasser halten. Im Gesamten fällt das erste Fazit des Jahresauftakts schlecht aus. Grundsätzlich waren sich Ökonomen über die Tatsache einig, dass das erste Quartal voraussichtlich das schwächste des Jahres sein wird, was das Enttäuschungspotenzial über die Daten limitieren konnte. Nun wird es jedoch darauf ankommen, die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität zu gewährleisten und die Abkühlungserscheinungen so gut wie möglich im ersten Quartal zu lassen.

Dass die Nachfrage nach europäischen Staatsanleihen trotz der enttäuschenden Datenlage am Freitag an Fahrt verlor, lag dabei an der Zinsentscheidung der EZB am Vortag. Obwohl die Sitzung der Währungshüter von keinen neuen geldpolitischen Maßnahmen begleitet wurde, sorgte Lagarde mit einigen Kommentaren bezüglich der Staatsanleihenkäufe für Aufsehen. Laut der Präsidentin wäre es im besten Fall nicht notwendig, das gesamte Pandemie-Anleihenkaufprogramm aufzubrauchen. Die alleinige Überlegung, dass die EZB ihr „Liquiditätshoch“ bereits erreicht haben könnte, sorgte unter Anleihenhändlern für erste Anspannungen. Die Staatsanleihenrenditen Italiens und Griechenlands zogen an und vergrößerten so die Differenz zu den deutschen Renditen.

In dieser Woche wird der Fokus auf den Quartalszahlen wichtiger US-Konzerne wie Apple, Microsoft, Facebook und Tesla liegen. An der geldpolitischen Front meldet sich die Federal Reserve am Mittwoch zu Wort. Am europäischen Kontinent veröffentlicht Deutschland die Wirtschaftswachstumsrate für das dritte Quartal, während in Asien Konjunkturdaten aus Japan (Einzelhandelsumsätze, Inflation, Arbeitslosenquote), China (Industrieproduktion) und Südkorea (Bruttoinlandsprodukt) anstehen. Der Internationale Währungsfonds plant in den nächsten Tagen ebenfalls die Veröffentlichung seines Weltwirtschaftsausblicks mit neuen Prognosen für die kommenden Quartale.

Währungsüberblick

EUR – Das wichtigste Währungspaar der Welt befindet sich derzeit in einer komplexen Situation. Auf einer Seite konnte die Gemeinschaftswährung von den Erwartungen eines amerikanischen Inflationsanstiegs profitieren, im Rahmen dessen sich Investoren in Richtung Schwellenländerwährungen positionieren. Von dieser Ausrichtung konnte auch der Euro profitieren. Auf der anderen Seite dämpft die jüngste „outperformance“ der US-Wirtschaft das Währungspaar. Der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fand im Januar ein 14-jähriges Hoch. Die Erholung der Industrie ist in den Staaten somit wohl auf.

CHF – EUR/CHF befindet sich seit Mai in einem Aufwärtstrend, welcher derzeit durch das Niveau um1,0750 aufrecht gehalten wird. Auf der oberen Seite limitiert der Widerstand bei 1,0860 ein Vorschreiten bis zum mehrmonatigen Hoch bei 1,09. 

RUB – Der Bruch der zehnmonatigen Abwärtstrendlinie hat dem Rubel zu keinen nachhaltigen Aufwertungen verholfen. EUR/RUB hält sich somit auch weiterhin über der Unterstützung bei 88,00 und konnte sich am Freitag sogar über das Niveau 90,00 kämpfen. Das Währungspaar bleibt somit nur 2,60 Prozent unter dem Allzeithoch bei 93,70.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (09:45)
  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (17:00)


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