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Wöchentliche Marktberichte

Jan 21, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Das globale Primat der Federal Reserve

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die lange Wahlkampagne des gestern eingeschworenen Präsidenten der Vereinigten Staaten und die ersten Kommentare der neuen US-Finanzministerin haben eine Tatsache relativ deutlich gemacht. Der markspezifische Fokus der Trump-Regierung wird voraussichtlich an Bedeutung verlieren. In Bezug auf die Währungspolitik der neuen Administration scheint kein Bedürfnis zu bestehen, den Dollar in ein oder die andere Richtung zu schwenken. Vielmehr sollte der Marktmechanismus den Wechselkurs entscheiden. Die Aufmerksamkeit verlagert sich somit auf makroökonomische Entwicklungen. In Verbindung mit einer erwarteten Bestätigung des neuen Fiskalpakets könnten diese beiden Faktoren die Volatilität an den Märkten nach unten drücken. Diese Annahme gilt jedoch nur, solange die US-Notenbank den Märkten auch in diesem Jahr genügend Liquidität zur Verfügung stellt. Insbesondere in der frühen Phase der Wirtschaftserholung würden die Märkte negativ auf einen Anstieg US-amerikanischer Renditen reagieren.

Die hohen Aktienbewertungen per se scheinen Marktteilnehmern kein großes Dorn im Auge zu sein. Vielmehr geht es um die Frage, ob die Zinsen genügend lange an niedrigen Niveau gehalten werden können, um die Anlagenbewertungen rechtfertigen zu können. Die Triebkräfte hinter einem möglichen Renditeanstieg spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Es scheint, als würden die Märkte einen Anstieg der Finanzierungskosten deutlich besser verkraften, wenn dieser durch eine Rückkehr des Wirtschaftswachstums in diesem Jahr hervorgerufen wird, als von einem Abzug der lockeren Geldpolitik seitens der US-Notenbank.

Neben der historisch wichtigen Stellung der Federal Reserve gibt es ein weiteres Merkmal, welches die Notenbank momentan ins Zentrum rücken lässt. Die Fed ist eine der wenigen Notenbanken, welche ihre Limitationen bei dem Kauf von Staatsanleihen noch nicht erreicht hat. Zentralbanken in Schweden, Japan und Großbritannien halten mittlerweile knapp unter oder genau die Hälfte der verfügbaren Staatsanleihen ihrer Regierungen. Die Fed ist mit einer Marktbeteiligung von unter 30 Prozent noch weit unter den rechtlichen Limitationen und müsste auf globaler Ebene für den geringen Spielraum der restlichen Währungshüter kompensieren.  Die wichtigsten Leitindikatoren für die Gemütslage internationaler Investoren bleiben somit weiterhin der US-Dollar, US-Staatsanleihenrenditen und die globale Inflation, da alle drei Indikatoren in unterschiedlichen Ausmaßen die Liquidität im System widerspiegeln.

Währungsüberblick

EUR – Obwohl sich Marktteilnehmer im Basisszenario kein weiteres Aktivwerden der europäischen Notenbank erwarten, könnten einige, in den vergangenen Wochen aufgekommene Fragen, heute eine Antwort finden. Auf einer handelsgewichteten Basis befindet sich die Gemeinschaftswährung nach der jüngsten Abwertung erneut unter dem sechsmonatigen Durchschnittswert und auch gegenüber dem Dollar hat der Euro nachgelassen. Dies könnte die Währungshüter davon abhalten, sich nennenswert gegen die „Stärke des Euro“ zu richten. Explizite verbale Interventionen gegen die Gemeinschaftswährung und eine Revision der Wirtschaftsprognosen nach unten stellen jedoch Abwärtsrisiken für EUR/USD dar. Fürs erste bleibt uns der Bewegungsbereich zwischen $1,20 und $1,23 erhalten.

USD – Ein Rückkehr zur kurzen Sichtweise und den gestrigen Handelstag zeigt, dass sich Marktteilnehmer noch relativ wohl mit ihren Positionen fühlen. Am letzten Tag der Trump-Präsidentschaft schoss der US-Aktienleitindex SP500 nochmals auf ein Allzeithoch, was größtenteils durch die Erwartungen einer Bestätigung des Fiskalpakets erklärt werden kann. Die US-Börsen, Edelmetalle und Rohstoffe profitierten allesamt von einem angeschlagenen Dollar. Gold, Kupfer und Öl gehen gestärkt aus dem Handel, während Schwellenländerwährungen eine breit angelegte Aufwertung genossen.

JPY – Ökonomen gehen größtenteils davon aus, dass Japan aufgrund neuer Sperrmaßnahmen kein positives Wachstum im ersten Quartal des neuen Jahresverzeichnen wird. Dies wäre das vierte negative Wachstum innerhalb der vergangenen neun Quartale und ein Testament für die Aktualität der Pandemie. Trotzdem gehen Marktteilnehmer nicht davon aus, dass die japanische Notenbank neue Maßnahmen bei der heutigen Sitzung verkünden wird. Die Tür für eine Revision der Wirtschaftsprognosen nach unten und weitere Stimulusmaßnahmen bleibt jedoch trotzdem offen. 

Globale Risikoereignisse des Tages

  • JP: Zinsentscheidung (04:00)
  • NO: Zinsentscheidung (10:00)
  • TR: Zinsentscheidung (11:00)
  • EZ: Zinsentscheidung (13:45)
  • SA: Zinsentscheidung (14:00)
  • EZ: Pressekonferenz (14:30)


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