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Jan 20, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tauziehen zwischen Lockdown und Stimulus

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die in den vergangenen Wochen gesunkenen Infektionsraten in Deutschland werden die größte Volkswirtschaft Europas nicht von einer Verlängerung der Sperrmaßnahmen retten können. Die derzeitigen Bestimmungen sollen laut dem Bundeskanzleramt bis zum 14. Februar verlängert werden, um insbesondere gegen die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien und Irland präventiv vorzugehen. Bereits vor den verschärfenden Maßnahmen hatte die Regierung betroffenen Unternehmen zusätzliche Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro versprochen.

Nichtsdestotrotz wird die Verlängerung des Lockdowns das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal des Jahren in den negativen Bereich fallen lassen. Das genaue Ausmaß der Sperrmaßnahmen auf die Wirtschaft bleibt jedoch unklar, zumal sich die Schäden vom ersten auf den zweiten Lockdown verringert haben. Noch im Dezember konnte das europäische und deutsche Investorenvertrauen deutlich zulegen. Laut dem Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) festigten sich die deutschen Konjunkturerwartungen im letzten Monat des vergangenen Jahres von 55 Zählern auf nun 61,8. Die Einschätzung der momentanen Wirtschaftslage blieb jedoch erdrückend.

Die Aktienmärkte scheinen einen Großteil der negativen Nachrichten beiseite zu schieben und sich auf die positiven Aspekte der Wirtschaftserholung zu fokussieren. Neben dem angekündigten Fiskalpaket der Joe Biden Regierung ist nun auch ein weiterer Risikofaktor fürs Erste in den Hintergrund gerückt. Die neue US-Finanzministerin Janet Yellen stimmte die Märkte glücklich, in dem die ehemalige Zentralbankpräsidentin die Notwendigkeit weiterer Stimulusmaßnahmen in den Vordergrund stellt und der Möglichkeit einer raschen Steuererhöhung nur wenig Aufmerksamkeit schenkt. Jegliche Art von Abschwächungen der lockeren Fiskal- und Geldpolitik wären laut der Finanzministerin ein fataler Fehler. In Bezug auf die Währungspolitik der neuen Administration scheint kein Bedürfnis zu bestehen, den Dollar in ein oder die andere Richtung zu schwenken. Vielmehr sollte der Marktmechanismus den Wechselkurs entscheiden.

Währungsüberblick

EUR – Ein Blick auf die Optionsmärkte zeigt, dass Investoren ihre Wetten eines Anstiegs von EUR/USD auf 1,25 leicht nach unten geschraubt haben. Nichtsdestotrotz konnte die Gemeinschaftswährung von den sanften Worten von Jane Yellen profitieren und die erste Aufwertung seit fünf Tagen verzeichnen.

GBP – Die zweiprozentige „Rally“ des britischen Pfunds findet bei EUR/GBP 0,8860 ein vorzeitiges Ende. Das Währungspaar prallt genau von dem mehrmonatigen Tief ab, das nun zum vierten Mal nicht durchbrochen werden konnte. Längerfristig könnte die britische Währung von einer schnellen Implementierung der Impfungen profitieren. Fürs Erste bleibt die Wirtschaft Großbritanniens jedoch auf wackeligen Beinen.

CZK –  Die Möglichkeit eines negativen Wirtschaftswachstums im ersten Quartal des Jahres scheinen dem Präsidenten der tschechischen Notenbank (CNB) keine großen Sorgen zu bereiten. Eine weitere Zinssenkung scheint der Zentralbanker fürs Erste auszuschließen, anders als der Vorsitzende der polnischen Notenbank. EUR/CZK hat sich seit einigen Tagen um das Niveau 26,14/15 verankern und bewegt sich seitdem bereichsgebunden.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Inauguration von dem neuen US-Präsidenten Joe Biden
  • EZ: Inflation (11:00)
  • CA: BoC Zinsentscheidung (16:00)


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