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Wöchentliche Marktberichte

Jan 19, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

China bleibt globaler Wirtschaftsmotor

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Starke Konjunkturdaten aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt scheinen den Märken nicht ausgereicht zu haben, um einen positiven Wochenauftakt zu verzeichnen. Mit einem 6,5-prozentigen Anstieg im vierten Quartal rettet sich die chinesische Wirtschaft auf das gesamte Jahr gesehen in den positiven Bereich. In 2020 musste sich China zwar nur mit einem Wachstum von 2,3 Prozent und somit dem schwächsten Jahr seit 1976 zufrieden geben. Das Land bleibt nichtsdestotrotz das einzige innerhalb der G20 Gruppe mit einem positiven Wirtschaftsjahr. Die gestern ebenfalls veröffentlichten Einzelhandelsumsätze sind im Dezember um 4,6 Prozent gestiegen, obwohl diese auf das gesamte Jahr gesehen zum ersten Mal seit 1969 negativ ausfielen. In Kombination mit dem 18,1-prozentigen Exportwachstum im Dezember lässt sich somit ein divergierendes Bild zwischen dem starken Außenhandel und dem noch schleppenden heimischen Konsum skizzieren.

US-Investoren wogen in der Zwischenzeit die Chancen einer Bestätigung des US-Fiskalpakets im Parlament gegen die steigenden Infektionszahlen ab. Angesichts der historisch hohen Aktienbewertungen, möglicher Verlängerungen der Sperrmaßnahmen in Europa und dem relativ schwachen Wirtschaftsauftakt ins neue Jahr ließ die Risikobereitschaft marginal nach. Renditereiche Währungen gingen geschwächt aus dem Handel, während der Dollar, Yen und Franken auf solide Nachfrage gestoßen sind. Tendenziell scheinen internationale Investoren die jüngsten Rücksetzer als technische Korrekturen zu sehen, welche noch keine Gefahr für den allgemein positiven Aufwärtstrend an den Märkten darstellen. Dies kann sich jedoch schlagartig ändern. Ein erneuter Anstieg der Volatilität und nachhaltige Aufwertungen des US-Dollars bleiben potenzielle Risiken für die im vergangenen Jahr begonnene Kapitalverlagerung in die Peripherie und die Jagd nach Rendite.  

Die erste der vierzehn in dieser Woche stattfindenden Zinsentscheidungen wurde in Rumänien getroffen. Die Währungshüter entschlossen sich zu einer Zinssenkung und somit der Ersten des neuen Jahres. Mit einem Leitzins von 1,25 Prozent bleibt der rumänische Zinssatz weiterhin der höchste innerhalb der Europäischen Union.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung verzeichnet die vierte tägliche Abwertung gegenüber dem Dollar und findet dementsprechend ein 7-Wochen-Tief. Der dieswöchige Fokus liegt neben der Zinsentscheidung der Europäischen Notenbank am Donnerstag auf der möglichen Lockdown-Verlängerung in Deutschland und den heutigen Konjunkturdaten. Das Niveau um EUR/USD 1,20 könnte bald in den Vordergrund rücken, da die psychologische Unterstützungslinie ebenfalls den seit Mai anhaltenden Aufwärtstrend des Paares markiert.

USD – Spekulative Positionen gegen den US-Dollar an den Future- und Optionsmärkte befinden sich auf einem Allzeithoch und der chinesische Kreditimpuls könnte ebenfalls bereits ein Hoch gefunden haben. Somit bleiben kurzfristige Verlagerungen in risikoarme Währungen nicht auszuschließen.

PLN –  Eine leichte Brise der Risikoscheue war zumindest gestern nicht ausreichend, um die zentraleuropäischen Währungen nach unten zu drücken. Dies ist umso beeindruckender, wenn man sich die gestrigen Kommentare des polnischen Zentralbankpräsidenten vor Augen hält. Adam Glapinski hatte sich gestern erneut über die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen und der Einführung negativer Zinsen geäußert. Die Märkte schienen wenig bis kaum von den Kommentaren beeindruckt und ließen EUR/PLN den zweiten Tag infolge abwerten. Das Währungspaar bleibt jedoch in dem seit Januar 2020 anhaltenden Aufwärtstrend mit der ersten Untergrenze bei 4,48 und der zweiten bei 4,38.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Inflation (08:00)
  • EZ: ZEW Wirtschaftssentiment (11:00)


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