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Wöchentliche Marktberichte

Jan 15, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Politik regiert erneut die Märkte

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Politische Geschehnisse dominieren seit einigen Wochen erneut die Finanzmärkte. Neben dem Amtsenthebungsprozess in den Vereinigten Staaten könnte der Rückzug des Ex-Premiers Matteo Renzi aus der Großkoalition eine mögliche Regierungskrise in Rom einleiten. Nun muss sich Regierungschef Guiseppe Conte um eine erneute Mehrheit bemühen, ehe eine Neuwahl in den Raum geworfen wird. Die negativen politischen Entwicklungen und schwache US-Arbeitsmarktdaten wurden jedoch gänzlich von den Erwartungen weiterer Fiskalmaßnahmen aus Washington überschattet. Neben den bereits unter der Trump-Regierung bestätigten Hilfsmitteln könnte ein weiteres Stimuluspaket im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar bestätigt werden. Die Vorfreude verschaffte sich an den Märkten durch einen Anstieg der Börsen und US- Staatsanleihenrenditen Ausdruck, was in weiterer Folge mögliche Implikationen für den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve haben könnte.  

Obwohl der Anstieg US-amerikanischer Staatsanleihenrenditen erneutes Interesse für den US-Dollar geweckt hat, bleibt die Risikobereitschaft und die damit einhergehende Kapitalverlagerung in die Peripherie weiterhin bestehen. Gestern von dem Institute of International Finance veröffentlichte Daten zeigten, dass internationale Investoren im Dezember Schwellenländeranlagen im Wert von 77 Milliarden US-Dollar erworben haben und somit mehr als in den vorigen drei Monaten zusammen. Der damit verbundene Nebeneffekt der Aufwertung einzelner Schwellenländerwährungen hat jedoch die Debatte um einen möglichen Währungskrieg in den Raum gestellt. Obwohl dieses Szenario aufgrund einer weiterhin angeschlagenen Weltwirtschaft und steigender US-Renditen zu diesem Zeitpunkt eher unwahrscheinlich bleibt, sind die ersten Eingriffe einiger Zentralbanken zu erkennen. Nur wenige Wochen nachdem sich die polnische Notenbank zum Verkauf der eigenen Währung unter dem Niveau EUR/PLN 4,40 entschieden hatte, folgten auch die Währungshüter in Schweden, Chile und Israel. In den nächsten Wochen sollte somit ein Augenmerk auf die Veränderung von Fremdwährungsreserven innerhalb der Zentralbanken geworfen werden.

Währungsüberblick

EUR – Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um fünf Prozent geschrumpft und verzeichnete somit das schwäche Jahr seit der globalen Finanzkrise. Für das erste Quartal 2021 ist womöglich keine Rückkehr zum positiven Wachstum geplant, zumal einmalige positive Effekte abschwächen und anhaltende Sperrmaßnahmen limitierende Faktoren darstellen werden. Innerhalb der europäischen Notenbank bleiben die Meinungen bezüglich weiterer Stimulusmaßnahmen gespalten. Der im Dezember verkündete Liquiditätsschub wurde zwar ohne Widerstand bestätigt. Von nun an könnte die Debatte um weitere Ausweitungen von den Falken limitiert werden. EUR/USD setzte in der Zwischenzeit seine Konsolidierung zwischen 1,20 und 1,23 fort.

USD – In den Vereinigten Staaten haben sich in der vergangenen Woche 965 Tausend für die Arbeitslosenunterstützung angemeldet und somit so viele wie seit Ende März 2020 nicht mehr. Die Situation an dem wichtigsten Arbeitsmarkt der Welt bleibt somit weiterhin angespannt. Vor diesem Hintergrund erwarten sich Marktteilnehmer neue Erkenntnisse über den Stand der US-Volkswirtschaft und blicken gespannt auf die heutigen drei Konjunkturveröffentlichungen um 14:30, 15:15 und 16:00 Uhr.

GBP – Das britische Pfund wertet gegenüber dem Euro den sechsten Tag infolge auf und visiert nun die seit September bereits drei Mal gehaltene Unterstützungslinie bei EUR/GBP 0,8860 an. Zurückgeschraubte Erwartungen einer Einführung negative Zinsniveaus in Großbritannien hat dem Pfund jüngst einen Schub verpasst.

PLN –  Der polnische Zloty setzt die Abwertung in Richtung EUR/PLN 4,55 fort, nachdem die polnische Notenbank ihre Bereitschaft zur Währungsintervention offen kommuniziert hatte.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • UK: Bruttoinlandsprodukt (08:00)
  • PL: Inflation (10:00)
  • PL: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Industrieproduktion (15:15)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


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