Wöchentliche Marktberichte

Jan 14, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Abzug der lockeren Geldpolitik noch nicht in Sicht

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Innerhalb der US-amerikanischen Notenbank scheinen sich Meinungsdifferenzen über die Dauer der momentanen Staatsanleihenkäufe breit zu machen. Obwohl sich die Währungshüter über die Tatsache einig sind, dass die angeschlagene Volkswirtschaft vorerst mit genügend Liquidität versorgt werden muss, bleibt die Frage über die Dauer der Stimulus-Programme weiterhin offen. Dies hat die Staatsanleihenrenditen nach oben gedrückt und Sorgen über ein mögliches Debakel wie im Jahr 2013 geweckt. Vor sieben Jahren hatten allein die Überlegungen eines Rückzugs der Geldpolitik aus den Märkten seitens des damaligen Notenbankpräsidenten für Panik an den Finanzmärkten und einen rasanten Kapitalabzug aus den Schwellenländern gesorgt. Noch sind die Sorgen einer Wiederholung der Ereignisse unbegründet.

Im Dezember hat sich die Federal Reserve für die Fortsetzung der Anleihenkäufe im Wert von monatlich 120 Milliarden US-Dollar entschieden, wobei sich die wirtschaftliche Lage seit dem vergangenen Treffen nochmal um einiges verschlechtert hat. Der gestrige Fall der Anleihenrenditen, ausgelöst durch leichte Unsicherheiten bezüglich des Amtsenthebungsprozesses in den Vereinigten Staaten, deutet ebenfalls auf reichlich Appetite nach Staatsanleihen. Auch bei den Falken unter den Währungshütern bleibt die Diskussion bislang eben nur eine Debatte möglicher Ideen ohne konkrete Vorschläge eines geldpolitischen Richtungswechsels oder genauer Termine. Vor diesem Hintergrund könnte der Notenbankpräsident Jerome Powell bei seiner heutigen Rede etwas mehr Klarheit schaffen.

Währungsüberblick

EUR In der Eurozone ist die Industrieproduktion im November unerwartet um 2,5 Prozent gestiegen und befindet sich nun erneut in Nähe der Vorkrisenniveaus. Der Anstieg wurde durch eine souveräne Erholung der deutschen Industriebranche getragen, welcher Schwächeanfälle in Frankreich, Spanien und Italien kompensieren konnte.

USD – Vor der Sitzung zum Amtsenthebungsprozess des scheidenden US-Präsidenten blieben die Märkte zurückhaltend und ohne wirkliche Überzeugungskraft. US-amerikanische Staatsanleihenrenditen sind nach sieben täglichen Anstiegen erneut leicht gefallen, parallel zum Aufstieg des US-Dollars. Die Leitwährung konnte sich somit erneut marginal von dem mehr als zweijährigen Tief entfernen, welches in der vergangenen Woche gesetzt wurde.

PLN – Das geldpolitische Treffen der polnischen Notenbank endet wie erwartet ohne eine Veränderung des Leitzinses. Die Währungshüter betonen die Tendenz zur lockeren Geldpolitik und Bereitschaft für weiterer Währungsinterventionen. Die Erholung der polnischen Wirtschaft soll unter anderem durch einen schwächeren Zloty bewerkstelligt werden. Eine mögliche dritte Infektionswelle könnte den Eingriff der Notenbank in die Märkte ebenfalls beeinflussen, wobei weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen wurden. Vor diesem Hintergrund scheinen Interventionen bei einem Wechselkurs zwischen EUR/PLN 4,40 – 4,45 möglich.

CZK – Die tschechische Inflation erreichte im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von 3,2 Prozent das höchste Niveau der letzten acht Jahre. Die Pandemie und globale Wirtschaftsabkühlung hat die inflationären Tendenzen jedoch erheblich gedämpft und bereits im Dezember auf 2,3 Prozent gedrückt. Das Fiskalpaket der tschechischen Regierung und die globale Wirtschaftslage lassen die Option für einen erneuten Inflationsanstieg und frühzeitige Zinserhöhungen offen. Ob ein Richtungswechsel zur strafferen Geldpolitik bereits in diesem Jahr – eventuell in der zweiten Jahreshälfte – bevorsteht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:30)
  • US: Jerome Powell spricht (18:30)


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