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Wöchentliche Marktberichte

Jan 13, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Rezessionsgefahr in Europa

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Neben den USA und Europa hat sich China in den Jahren nach der globalen Finanzkrise als der wesentliche Wirtschaftsmotor der Welt etabliert. Der Bedeutungsanstieg der zweitgrößten Ökonomie der Welt wurde von einer Transformation der Lieferketten begleitet, in welcher sich China eine zentrale Rolle erkämpfen konnte. Nichtsdestotrotz, oder genau aufgrund dieser Tatsache kam es in den vergangenen Jahren an der globalen politischen Bühne immer wieder zu Meinungsdifferenzen zwischen China und dem Westen.

Länder wie Australien, Indien und Japan haben Erfahrungen damit gemacht, wie China die dominante handelspolitische Stellung als ein außenpolitisches Instrument verwendet. Die Einführung des nationalen Sicherheitsgesetzes in Hongkong und die daraus für die ehemals britische Kronkolonie resultierenden wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen sowie das Verbot gegen das chinesische IT-Unternehmen Huawei, das britische 5G-Netz aufzubauen, sind nur ein paar Beispiele, welche die zugespitzte Beziehung zwischen China und dem Rest der Welt verdeutlichen.

Die Erholung des Welthandels bleibt jedoch an den Wachstumspfad der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gebunden – ein Interessenskonflikt, welcher die Märkte in den kommenden Monaten prägen könnte. Fürs Erste hält sich die chinesische Wirtschaftserholung solide auf den Beinen, auch wenn sich erste Anzeichen eines Höhepunkts breit machen. Das Kreditwachstum ist im Dezember auf Jahresbasis zwar um 13,3 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat ist die Kreditvergabe jedoch gesunken. Laut dem Präsidenten der chinesischen Volksbank wird die Liquidität auch in diesem Jahr angemessen bereit gestellt werden.

Währungsüberblick

EUR In der Zwischenzeit machen sich unter Investoren in Europa Sorgen breit, dass der neue Strang des Coronavirus seinen Weg auch nach Deutschland finden könnte. Echtzeitindikatoren scheinen bereits die ersten Folgen der erneuten Sperrmaßnahmen auf die Binnenwirtschaft anzudeuten. Vor diesem Hintergrund könnte die Eurozone im ersten Quartal des neuen Jahres erneut negatives Wachstum verzeichnen und somit in eine Rezession fallen. Der Streit um die Corona-Konjunkturpläne scheint in Italien noch keine größeren Marktimplikationen hervorgebracht zu haben. Nichtsdestotrotz bleibt die Möglichkeit einer Regierungskrise vorhanden.

GBP – Waren es im vergangenen Jahr immer wieder Brexit-Kommentare, welche das Pfund hin und her bewegten, scheint nun die Debatte um eine mögliche Einführung negativer Zinsen ins Zentrum gerückt zu haben. Innerhalb der Bank of England gibt es zu diesem Thema noch keine einheitliche Meinung. Die gestrigen Kommentare des Notenbankpräsidenten, welcher sich implizit gegen das Negativzinsumfeld ausgesprochen hatte, scheint das Pfund nach oben gedrückt zu haben. EUR/GBP fällt den dritten Tag infolge auf ein 6-Wochen-Tief.

CEE – Der polnische Zloty konnte im Gegensatz zu den beiden anderen regionalen Währungen nicht von der gestrigen Verlagerung in risikoreichere Währungen profitieren. Marktteilnehmer scheinen die heutige Zinsentscheidung der polnischen Notenbank und neue Informationen bezüglich möglicher Währungsinterventionen abzuwarten. Die Währungshüter haben sich in der Vergangenheit mehrheitlich negativ über die Aufwertung des Zloty geäußert. Wo genau die rote Interventionslinie letzten Endes sein wird, scheint derzeit noch unklar. Zinserhöhungen rücken jedoch in immer weitere Ferne.

CNH – Eine solide Wirtschaftserholung und positive Kapitalzuflüsse haben dem Yuan deutlichen Rückenwind geboten. Die einseitige Aufwertung der vergangenen sechs Monate könnte in diesem Jahr jedoch getestet werden. An erster Stelle durch die chinesische Notenbank, welche erste Wege eingeleitet hat, um den Aufwärtsdruck zu bändigen. Trotzdem bleiben das positive makroökonomische Umfeld und die Bereitschaft der Volksbank, die Stabilität und sogar leichte Aufwertung des Yuan zu gewähren, Argumente für weiterer Abwertungen des Währungspaares USD/CNH.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (11:00)
  • PL: Zinsentscheidung (11:00)
  • US: Inflation (14:30)
  • US: Fed Konjunkturbericht (20:00)


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