Wöchentliche Marktberichte

Jan 11, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Vereinigte Staaten im Zentrum des Geschehens

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Seit mehrerer Wochen deuten alle erdenklichen Leitindikatoren auf einen Anstieg der langfristigen US-amerikanischen Staatsanleihenrenditen. Die Euphorie über die langsame, jedoch durch die Impfstoffe beinahe garantierte Rückkehr zur teilweisen Normalität macht Investoren Hoffnung. Dieser Optimismus, in Verbindung mit den Hilfsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken, hat Schwellenländerwährungen, globale Börsenindizes, Kupfer und Inflationserwartungen in die Höhe schießen lassen. Auch die impliziten Volatilitäten sind am Sinken und haben an den europäischen und US-amerikanischen Börsen das niedrigste Niveau seit März erreicht.

Die drei wichtigsten Leitaktienindizes in den Vereinigten Staaten und der Frankfurter Börsenindex  haben allesamt am Freitag neue Allzeithöhen erreicht. In der Zwischenzeit musste das goldene Edelmetall nach dem besten Jahr in der vergangenen Dekade am Freitag einen Teil der Gewinne abgeben. Der Auftakt ins neue Jahr misslingt, insbesondere aufgrund des lang ersehnten Anstiegs der US-Staatsanleihenrenditen, welche dem „Reflations-trade“ neues Leben einhauchen. Die Nachfrage und somit der Preis der sicheren Anleihen ist im Rahmen des demokratischen Siegeszuges im Parlament erheblich zurückgegangen und hat somit Raum für einen Anstieg der Renditen gemacht (negative Beziehung zwischen dem Preis und der Rendite einer Anleihe).

Nach einem schwachen Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten, welcher den ersten monatlichen Stellenabbau seit April bestätigt hatte, bleibt die größte Volkswirtschaft der Welt im Fokus des Geschehens. Insbesondere aufgrund der Erwartungen einer Rückkehr inflationärer Tendenzen wird der Veröffentlichung der Verbraucherpreise am Mittwoch eine wichtige Rolle zukommen. Am gleichen Tag wird der regionale Konjunkturbericht (Beige-Book) der Federal Reserve veröffentlicht, gefolgt von einer Rede des Präsidenten der US-Notenbank am Donnerstag und des Verbrauchervertrauens am Freitag. Auf der anderen Seite des Atlantiks eröffnet Christine Lagarde mit einer Rede am Montag die Wirtschaftswoche. Am Donnerstag stehen die Protokolle der letzten Zinsentscheidung der EZB an der Tagesordnung.

Währungsüberblick

EUR Die europäische Gemeinschaftswährung verliert gegenüber den meisten Valuten an Wert und sinkt den zweiten Tag infolge. Ein Unterlaufen der wichtigen EUR/USD 1,22-Marke könnte das Niveau um 1,20 in den Fokus rücken lassen.

USD – Für viele Investoren und Anlageklassen kam der Anstieg der Anleihenrenditen ein wenig zu abrupt, was leichte Abverkäufen von risikoreicheren Anlagen und einer Aufwertungen vom US-Dollar zur Folge hatte. Die spekulativen Wetten gegen die globale Leitwährung befinden sich auf mehrjährigen Höhen und scheinen in einen gestreckten Bereich zu drängen. Nichtsdestotrotz scheint die Kapitalverlagerung in risikoreichere Anlagen derzeit noch gegen den US-Dollar zu sprechen.

CNH – Die erste Woche des Jahres fiel für den chinesischen Yuan positiv aus. Die Währung trotzt den ersten Versuchen der chinesischen Notenbank sich gegen den Yuan zu stellen und größere Aufwertungen zu limitieren. Über das Wochenende hatte die ausscheidende Trump-Administration den Schritt zur Normalisierung der Handelsbeziehung mit Taiwan eingeleitet. Der US-Außenminister hatte verkündet, dass die Vereinigten Staaten die selbst auferlegte Restriktion bei dem wirtschaftlichen Umgang mit Taiwan beendet haben. Dies könnte auf der handelspolitischen Front auch unter Biden Konfrontationen mit sich bringen.

PLN – Am Mittwoch erwarten sich Marktteilnehmer Neuigkeiten von der polnischen Nationalbank bezüglich der jüngsten Anspielungen weiterer Währungsinterventionen. Die Währungshüter werden bei dem ersten geldpolitischen Treffen des Jahres wohl keine zinspolitischen Änderungen vornehmen. Sechs tägliche Aufwertung des Zloty infolge werden es den Währungshütern sicher nicht einfacher machen, sich gegen die eigenen Währung zu stellen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CN: Inflation (02:30)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (15:45)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.