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Wöchentliche Marktberichte

Jan 08, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Rückt die Politik nun wieder in den Hintergrund?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die politische Empörung über die Proteste des Wahlergebnisses in Washington und die zunehmenden Rufe der Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump scheinen zumindest an den globalen Börsen an taube Ohren zu stoßen. Die Demokraten konnten im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus an sich reißen und auch die Präsidentschaft war laut den Märkten bereits in sicheren Händen.

In der Zitterpartie um den Senat – das parlamentarische Oberhaus – ging es am Dienstag in die Stichwahlen, welche nach derzeitigem Stand beide von den Demokraten gewonnen wurden. Somit könnte sich die blaue Partei alle drei wichtigen Positionen sichern und regiert nun ohne größere Opposition.

Genau in dieser Feststellung finden die Märkte ihren Optimismus. Der gestern vom Parlament bestätigte 46. Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, hatte sich bereits vor den Wahlen für größeren Stimulus eingesetzt. Die Märkte blicken somit erneut über kurzfristige Unsicherheitsfaktoren wie den neuen Strang des Coronavirus und die Schwächen am US-Arbeitsmarkt und lassen sich von Hoffnungen auf weitere Hilfsmaßnahmen nach oben treiben.

Fürs Erste scheinen somit beinahe alle Anlageklassen von der Liquidität an den Märkten und der optimistischen Haltung der Investoren zu profitieren. Der Frankfurter Aktienindex (DAX) konnte am gestrigen Handelstag sogar zum ersten Mal in seiner Geschichte die 14.000-Marke knacken. Die US-amerikanische Staatsanleihenrendite (10 Jahre) kann sich den dritten Tag infolge festigen und entfernt sich somit immer weiter von dem psychologischen 1-Prozent-Niveau.

Währungsüberblick

EUR Die europäischen Einzelhandelsumsätze finden im November ein achtmonatiges Tief und fallen zum Vormonat um 6,1 Prozent. In einer anderen Datenveröffentlichungen gab zumindest die Industrie positive Zeichen von sich. Im gleichen Monat sind die Werkaufträge für Güter aus dem verarbeitenden Gewerbe um 2,3 Prozent gestiegen, der siebte monatliche Anstieg infolge. EUR/USD geht zwar geschwächt aus dem Handel, kann sich jedoch über der 1,22-Marke halten.

BTC – Die absoluten Sieger der jüngsten Euphorie können nicht bei den traditionellen Anlagewerten gefunden werden. Obwohl die globalen Aktienmärkte eines der besten Jahre der modernen Wirtschaftsgeschichte hinter sich gelassen haben, scheint der Anstieg der Kryptowährung Bitcoin auf über 32.000 Euro für Aufsehen zu sorgen. Risikofreudige Investoren scheinen sich dabei in zwei Lager aufgeteilt zu haben, welche sich durch den Erklärungsansatz der jüngsten Gewinne unterscheiden lassen. Die erste Gruppe sieht die Aufwertungen als einen anti-inflationären Absicherungstrade, bei dem sich Anleger vor einem möglichen Inflationsanstieg schützen möchten. Ein Vorteil dieser Argumentation liegt in der engen Korrelation zwischen dem Bitcoin-Preis und der realen Rendite US-amerikanischer Staatsanleihen, welcher für diesen Ansatz sprechen könnte. Das andere Lager scheint in dem Anstieg nicht-traditioneller Anlagen den Vertrauensverlust in das Papiergeld zu sehen, eine Tatsache, welche erhebliche Implikationen für die großen Zentralbanken mit sich bringen würde.

GBP – An den Märkten herrscht ein relativ klarer Konsens über die längerfristige Unterbewertung des britischen Pfund. Diese Einheitlichkeit endet jedoch bei den Fragen, wie stark sich die Währung von dem Gleichgewichtswechselkurs befindet und wann ein guter Einstiegszeitpunkt wäre. Ein Argument gegen das Pfund kann in der negativen Leistungsbilanz, dem nun vierten Lockdowns in Großbritannien und der Möglichkeit einer Einführung negativer Zinsen gefunden wären. EUR/GBP geht somit positiv ins neue Jahr und notiert über seinen täglichen, wöchentlichen und monatlichen Durchschnittswerten.

PLN – Die fünfte Aufwertung infolge für den polnische Zloty scheint die Notenbank wieder nervös zu machen. Bereits im November hatten sich die Währungshüter im Bereich um EUR/PLN 4,45 für einen Eingriff in die Märkte entschieden, um dem Zloty den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nun steuert das Währungspaar erneut auf die 4,50-Marke zu, ein Niveau das kurzfristig als Interventionslinie für die Notenbank fungieren könnte.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Handelsbilanz (08:00)
  • EZ: Arbeitslosenquote (11:00)
  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)


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