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Jan 07, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eine verspätete blaue Welle und mehr Stimulus?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Ergebnisse der gestrigen Stichwahlen in den Vereinigten Staaten scheinen auf einen Sieg der Demokraten zu deuten. Der Kandidat Raphael Warnock konnte sich laut ersten Medienberichten gegen die republikanische Kelly Loeffler durchsetzen und beschert den Demokraten somit den 50. Sitzplatz in der oberen Parlamentskammer (Senat). Sollte die demokratische Führung im zweiten Rennen zwischen Jon Ossoff (D) und David Perdue (R) ebenfalls in einen Sieg übergehen, würde sich die Partei die absolute Mehrheit und alle drei wichtigen Positionen (Präsident, Unterhaus, Oberhaus) sichern. Die anfangs prognostizierte und während der Präsidentschaftswahl verloren geglaubte blaue Welle könnte sich somit doch noch durchsetzen und investitionstechnische Implikationen mit sich bringen.

Die erste Reaktion an den Finanzmärkten auf die Ausweitung der Führung demokratischer Kandidaten fiel positiv aus. Ängste über eine mögliche Steuererhöhung in der größten Volkswirtschaft der Welt wurden fürs Erste über Bord geworfen. Ein angeschlagener Arbeitsmarkt und die gesundheitspolitische Situation macht unmittelbare Erhöhungen realpolitisch schwierig umsetzbar. Diese Annahme wird von der gestrigen Rally der globalen Börsen bestätigt. Der deutsche DAX geht mit 1,8 Prozent aus dem Handel und notiert nun minimal unter dem Allzeithoch. Die Festigung der drei amerikanischen Leitaktienindizes wurde von einem Anstieg der zehnjährigen Staatsanleihenrendite begleitet, welche zum ersten Mal seit März erneut die 1-Prozent-Marke knacken konnte.  Das psychologische Niveau scheint in Verbindung mit den positiven Bewegungen einiger Schwellenländerwährungen anzudeuten, dass der reflationäre (positive) Gedanke weiterhin Platz an der Wall Street findet.

In der Zwischenzeit wurden laut dem privaten Arbeitsmarktbericht der ADP im Dezember zum ersten Mal seit April keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Das schlechte Omen für die offizielle Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts am Freitag haben die Märkte aufgrund von gestiegenen Erwartungen weiterer Stimulusmaßnahmen nicht allzu negativ aufgenommen.

Währungsüberblick

EUR Die deutsche Teuerungsrate ist im Dezember erneut um 0,3 Prozent gefallen und hat somit den vierten Monat infolge ein negative Vorzeichen. EUR/USD steigt in der Zwischenzeit über die 1,23-Marke und somit auf das höchste Niveau seit April 2018.

USD – Die derzeitige Kapitalrotation treibt Investoren aus sicheren Anlagen und führt die wichtigen Währungspaare EUR/USD, USD/JPY und USD/CNH auf gestreckte Positionen. In weiterer Folge könnten sich die Niveaus um $1,25 – 100¥ -  6,40¥ als kritische Schwellwerte herauskristallisieren, welche die Frage beantworten könnten, ob der Dollar nur einer temporäre Schwäche verfallen ist, oder sich am Anfang einer längerfristigen Abwertung befindet.

CNH – Anhaltend positive Konjunkturdaten und die bestehende Zinsdifferenz zwischen China und dem Rest der Welt geben der heimischen Währungen Rückenwind. Währungsinterventionen seitens der chinesischen Notenbank blieben bislang aus. Nichtsdestotrotz scheint sich USD/CNH an Niveaus heranzutasten, welche ein aktivwerden ermöglichen würden. Die gestrige Entscheidung der Peoples Bank of China, Unternehmen die ausländische Kreditaufnahme leichter zu machen, könnte den Kauf ausländischer Währungen attraktiver machen und somit weitere impulsive Aufwertungen des Yuan in Zaun halten.

CEE – Zentraleuropäische Währungen, angeführt vom polnischen Zloty und ungarischen Forint, konnten von dem positiven Risikosentiment profitieren. Die beiden Valuten konnten sich den vierten Tag infolge festigen, während die tschechische Krone auch weiterhin in Nähe des mehrmonatigen Hochs notiert (26,00/10)

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Wirtschaftsbulletin der EZB (10:00)
  • EZ: Inflation (11:00)
  • US: ISM Einkaufsmanagerindex – Dienstleistungssektor (16:00)


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