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Wöchentliche Marktberichte

Jan 05, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eine Aufarbeitung der Globalisierungsfrage

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Implikationen der Globalisierung haben sich in beinahe alle Bereiche unseres modernen Lebens gedrängt. Der Handel mit Gütern und Dienstleistungen macht knapp 60 Prozent der Weltwirtschaftsleistung aus und der globale Durchschnittszoll hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg auf unter zehn Prozent halbiert. Angesichts dieser Tatsachen erscheint es auf den ersten Blick weniger intuitiv, dass diverse Politikwissenschaftler und Ökonomen von einer bevorstehenden Phase der Deglobalisierung und der Wiedergeburt des Handelsprotektionismus reden. Eine genauere Betrachtung der Thematik macht jedoch deutlich, dass sich die Hyperglobalisierung der letzten 70 Jahre sehr wohl in Gefahr befindet. Stagnierende Wachstumsraten in weiten Teilen der entwickelten Welt, steigende Schuldenquoten und bestehende Einkommensungleichheiten verstärken den Drang nach einer Verlagerung der Politikgestaltung nach innen.  In der Zwischenzeit führt die stetige Verlagerung des globalen Wirtschaftszentrums in Richtung Osten zu einem politischen Bedeutungsanstieg der großen Schwellenländer und zu Interessenskonflikten zwischen entwickelten und aufstrebenden Volkswirtschaften.

Die Pandemie hat der Welt ebenfalls die Anfälligkeit auf Störungen in der globalen Lieferkette aufgezeigt. Diese Erkenntnis könnte eigenständig die bereits vor der Krise bestandenen Rufe nach einer Rückkehr der Produktionsstätten ins Inland verstärken. Eine mögliche Verlangsamung der Hyperglobalisierung ist jedoch kein Ende des freien Handels. Vielmehr könnte es zu einer teilweisen Verlagerung des Welthandels auf die regionale Ebene kommen, welche ein unternehmerisches Umdenken in der eigenen Planung der Wertschöpfungsketten mit sich bringen würde. Anstatt einem Ende der globalen kulturellen und wirtschaftlichen Verflochtenheit ergeben sich somit diverse anderweitige Szenarien, welche sich in den nächsten Jahren entfalten könnten. Innovationen in der Industriebranche, der Bedeutungsanstieg vom Dienstleistungssektor, höhere Lohnniveaus in China und die Präferenz des modernen Konsumenten, immer schnellere Lieferoptionen erhalten zu wollen, könnten die Regionalisierung des Welthandels vorantreiben.

Kurzfristig scheinen sich die Weltwirtschaft und der globale Güter- und Dienstleistungshandel trotz der dritten Infektionswelle zu erholen. Dieser Trend sollte sich laut den Jahresprognosen der meisten Banken und Institutionen auch im neuen Jahr fortsetzen. Der insbesondere während der Coronakrise stark kritisierte Trend der Hyperglobalisierung könnte somit aufgrund der erwarteten Erholung des Welthandelsvolumens wieder an Fahrt gewinnen.

Währungsüberblick

EUR Ersten Berichten zufolge scheint eine dreiwöchige Verlängerung des Lockdowns in Deutschland bis zum 31. Januar anzustehen. In Österreich wurden die Sperrmaßnahmen bereits um eine Woche auf den 24. Januar verschoben. Die Verzögerung der Rückkehr zur Normalität scheint die europäische Gemeinschaftswährung jedoch kaum gestört zu haben. Das Währungspaar profitiert von unveränderten Einkaufsmanagerindizes (DE, EZ - Dezember) und wertet marginal auf. Der Anstieg des Stimmungsbarometer für die Vereinigten Staaten auf ein 6-Jahres-Hoch wurde von den Märkten wenig bis kaum beachtet.

USD – Die erste Handelswoche des neuen Jahres beginnt an der Wall Street mit leichten Abverkäufen. Die drei großen Aktienleitindizes der Vereinigten Staaten gehen geschwächt aus dem Handel, notieren jedoch weiterhin in Nähe der Allzeithöhen (SP500, DOW). Der US-Dollar kann von dem knapp 15-prozentigen Anstieg des Volatilitätsindexes (VIX) nicht profitieren und bleibt gegenüber dem Vortag unverändert.

GBP – Das britische Pfund scheint nicht allzu stark von dem Last-Minute Deal des Königreiches und der Europäischen Union profitiert zu haben. Neue Sorgen um eine Verschärfung der Sperrmaßnahmen in Großbritannien führen Pfund Sterling zum Wochenauftakt nach unten. Wie bereits im Dezember erwähnt scheint die derzeitig schwache Wirtschaftslage, gekoppelt mit der Möglichkeit einer Einführung negativer Zinsen seitens der Bank of England zu hohen GBP-Aufwertungstendenzen entgegenzuwirken. 

CEE – Die zentraleuropäischen Währungen beginnen das Jahr mit leichten Gewinnen gegenüber dem Euro und US-Dollar, angetrieben durch solide regionale Konjunkturdaten. Der tschechische Einkaufsmanagerindex konnte sich den achten Monat infolge verbessern und ist im Dezember auf einen Wert von 57,0 gestiegen. In Polen sorgten die jüngsten Kommentare der Notenbank für Aufsehen, nachdem sich einige Währungshüter negativ über die Stärke des Zloty geäußert hatten. Anzeichen möglicher Währungsinterventionen seitens der Notenbank könnten sich breit machen, sollte die Währung die Aufwertungstendenz beibehalten.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • US: ISM Einkaufsmanagerindex (16:00)


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