Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Dez 18, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Märkte hoffen auf Einigung

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Kurzfristig scheinen die Austrittsgespräche zwischen Großbritannien und der Eurozone auf einer Seite und die Stimulus-Verhandlungen zwischen den Demokraten und Republikanern auf der anderen Seite des Atlantiks die gesamte Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben. An beiden Enden gab es in dieser Woche positive Entwicklungen. Die Meinungsdifferenzen über die Höhe des vierten Stimuluspakets in den USA werden nach Angaben beider Seiten immer geringer. In Europa geben sich Investoren und Währungshändler deutlich optimistischer als es die Worte der britischen Offiziellen erlauben würden. Laut einem für den Austritt verantwortlichen Minister, Michael Gove, scheint die Wahrscheinlichkeit einer Bestätigung des Handelsabkommens bei unter 50 Prozent zu liegen. Die Märkte spekulieren auf eine späte aber zeitgerechte Einigung, angesichts des milliardenschweren Handels zwischen den beiden Regionen und dem chaotischen Schock eines No-Deal Brexits.

In Verbindung mit der jüngsten Bestätigungen der lockeren Geldpolitik in den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Großbritannien lassen sich die starken Bewegungen der globalen Börsen in dieser Woche erklären. Deutschlands starke Konjunktur treibt auch weiterhin den Optimismus am alten Kontinent an, was die heutige Veröffentlichung des deutschen Ifo Geschäftsklimas umso wichtiger erscheinen lässt. Die Annahme, dass die Vereinigten Staaten besser aus der zweiten Infektionswelle aufgetaucht sind als die Eurozone kommt erneut unter Beschuss. Die wöchentlichen Anmeldungen für Arbeitslosenunterstützung sind in der vergangenen Woche um 23.000 auf 885.000 gestiegen. Die knapp 16 Millionen verzeichneten Coronainfektionen und mehr als 300.000 Todesfälle machen der größten Volkswirtschaft der Welt zu schaffen.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung wird die Woche voraussichtlich über der $1,22-Marke beenden und somit gestärkt ins Wochenende gehen. Positive konjunkturelle Entwicklungen aus Deutschland und die Erwartungen eines Stimuluspakets aus den Vereinigten Staaten treiben EUR/USD auf das höchste Niveau seit April 2018.

GBP In einer einstimmigen Auszählung hat sich die Bank of England entschieden, das Zinsniveau (0,1%) und das Staatsanleihekaufprogramm ($1,2 Billionen) konstant zu lassen. Die britische Volkswirtschaft könnte laut Schätzungen der Notenbank in diesem Jahr um 11 Prozent sinken und somit die größte jährliche Kontraktion der letzten 300 Jahre verzeichnen. Neben der Pandemie machen die Brexit-Unsicherheiten der Notenbank zu schaffen. Das Ergebnis der Handelsgespräche wird sicherlich Implikationen auf die Währung und die Geldpolitik haben und bleibt somit im Zentrum jeglicher Analysen sein.

CHF – Der Kampf zwischen der Schweizerischen Notenbank und dem Franken wird sich auch ins nächste Jahr ziehen. Obwohl die erwartete Kapitalverlagerung in renditereichere Währungen der SNB gelegen kommen könnte, scheint EUR/CHF deutlich schwächer auf den Optimismus an den Märkten zu reagieren als das Währungspaar EUR/USD. Nachhaltige Abwärtsbewegungen des Franken müssten von einer erheblichen Lockerung der Staatsanleihenrenditen begleitet werden, zumal EUR/CHF eine hohe Korrelation mit deutschen Anleihen (Bund, 10 Jahre) aufweist. Die Anklage des US-Finanzministeriums gegen die Währungsmanipulation der SNB nehmen die Währungshüter aufgrund des Inflationsmandats und der Bestätigung der Instrumente seitens des Internationalen Währungsfonds eher gelassen an.

CZK Die tschechischen Währungshüter schrauben wie erwartet nicht an dem Zinsniveaus, welches kurzfristig bei 0,25 Prozent verankert bleibt. Die Notenbank (CNB) hatte bereits vor der Zinsentscheidung mögliche Zinsstraffungen im Laufe des nächsten Jahres angekündigt. Somit konnte sich die Krone parallel zu den gestiegenen Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten ebenfalls erheblich festigen. Angesichts der kurz- bis mittelfristigen Risiken und dem inflationären Rohstoffeffekt, welcher voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr zu tragen kommt, könnten sich die nächsten zwei Quartale durch eine Zinsneutralität in Tschechien auszeichnen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • JP: Zinsentscheidung (04:00)
  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)
  • RU: Zinsentscheidung (11:30)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.