Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Dez 17, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed bleibt der lockeren Geldpolitik treu

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Das Licht am Ende des Tunnels ist laut dem Präsidenten der US-amerikanischen Notenbank bereits sichtbar. Trotz dieser optimistischen Aussage über den längerfristigen Ausblick befindet sich die größte Volkswirtschaft der Welt dennoch weiterhin im Tunnel. Nichts macht dies deutlicher als die jüngsten Leitindikatoren des Verbrauchervertrauens.  Die gestern vor der US-Zinsentscheidung veröffentlichten Einzelhandelsumsätze fielen den zweiten Monat infolge um 1,1 Prozent. Der viertwärmste November aller Zeiten war somit nicht genug, um die Konsumenten auf die Straßen zu locken. Die steigenden Neuinfektionen und vereinzelte Sperrmaßnahmen scheinen sich in den Daten niederzuschlagen. Auch am Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Das Krisendefizit seit März beläuft sich trotz der positiven Entwicklung im dritten Quartal auf knapp 10 Millionen Arbeitsstellen.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Federal Reserve zur Fortsetzung der quantitativen Lockerung (QE) im Wert von monatlich 120 Milliarden US-Dollar entschieden. Die Tatsache, dass das Programm nicht vergrößert wurde, spiegelt in Kombination mit den nach oben revidierten Wirtschaftsprognosen einen gewissen Optimismus wider. Die Ökonomen der wichtigsten Notenbank der Welt sehen im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,2% mit einer Arbeitslosenquote von 5% und einer Inflation von 1,8%.

Laut der Zinsprognose (Dot-plot) erwarten sich die Währungshüter trotz dieser Revision keine Zinsveränderung bis Ende 2023. Diese Feststellung allein könnte dem derzeitigen Momentum der Dollar-Schwäche erneuten Brennstoff geben. Sollte das Inflationsniveau jedoch bereits im zweiten Halbjahr des nächsten Jahres die 2-Prozent-Marke knacken, könnten die Zinsstraffungen einige Monate nach vorne gezogen werden. Vieles wird von der Regierung und dem derzeit diskutierten Stimuluspaket abhängen. Die US-Notenbank agiert nicht in einem geschlossenen Vakuum, eine Tatsache, welche wiederholt von Jerome Powell betont wurde. Sollte in den nächsten Tagen und Monaten ein Fiskalpaket bestätigt werden, wären diverse kurzfristige Risikofaktoren fürs Erste aus der Welt geschafft.

An der heutigen Tagesordnung stehen die Zinsentscheidungen in Großbritannien, Schweiz, Tschechien, Norwegen und Indonesien.

Währungsüberblick

EUR – Die täglich angedeuteten Fortschritte bei den Austrittsgesprächen zwischen der EU und Großbritannien und die erneut überragenden Konjunkturdaten aus Deutschland treiben die Gemeinschaftswährung höher. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2018 erreichte EUR/USD die 1,22-Marke. Der deutsche Einkaufsmanagerindex kann sich zum Vormonat festigen und steigt auf einen Wert von 52,8. Das Stimmungsbarometer für das verarbeitenden Gewerbe erreicht sogar das höchste Niveau seit Anfang 2018.

USD Die hohe spekulative Positionierung gegen die Leitwährung und die erwartete Bestätigung eines US-Fiskalpakets treiben den handelsgewichteten US-Dollar-Index auf das niedrigste Niveau seit April 2018. Die gestrige Zinsentscheidung scheint die Währung wenig bis kaum beeinflusst zu haben. Das Anleihekaufprogramm und die Swap-Linien zu neun Zentralbanken wurden wie erwartet fortgesetzt. Dies sollte die globale Dollar-Liquidität genügend sättigen, um Schwellenländerwährungen einen Vorteil zu verschaffen.

CHF – Das US-Finanzministerium hat die Schweiz wie erwartet auf die Liste der Währungsmanipulatoren gesetzt. Unmittelbare Auswirkungen scheint die Aktion jedoch nicht gehabt zu haben. Zum einen wird die Schweizerische Notenbank laut dem Präsidenten Thomas Jordan auch weiterhin an der lockeren Geldpolitik festhalten. Zum anderen erwarten sich Marktteilnehmer vom neuen US-Präsidenten Joe Biden ein eher zurückhaltendes Interesse was das Handelsbilanzdefizit mit der Schweiz angeht. Die indifferente Bewegung des Schweizer Franken bestätigt fürs Erste diese Annahme.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • ID: Zinsentscheidung (08:00)
  • CH: Zinsentscheidung (09:30)
  • NO: Zinsentscheidung (10:00)
  • GB: Zinsentscheidung (13:00)
  • CZ: Zinsentscheidung (14:30)
  • MX: Zinsentscheidung (20:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.