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Dez 16, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Beugt sich die Fed den Markterwartungen?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Bei der heutigen Zinsentscheidung der mächtigsten Notenbank der Welt erwarten sich Marktteilnehmer keine großen Überraschungen. Die Federal Reserve wird laut den Konsensus-Prognosen keine Veränderung an der Federal funds rate vornehmen. Der große Fokus liegt jedoch auf der Forward-Guidance der Notenbank, also der erwarteten zukünftigen Geldpolitik. Die Märkte bewegen sich seit Wochen in einer als überzogen beschriebenen Position, welche durch die erwarteten Wirtschaftswachstumsraten und die niedrigen Zinsen im nächsten Jahr auf Beinen gehalten wird.

Internationale Investoren und Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die heute veröffentlichten Zins- Inflations- und Wirtschaftsprognosen genau diese Annahme widerspiegeln werden. Nämlich, dass die Fed zumindest in den nächsten zwei Jahren nicht am Leitzins rütteln wird. Knapp die Hälfte der 22 Millionen in diesem Jahr verlorenen Jobs wurden im Laufe der Erholung im zweiten und dritten Quartal wieder neu besetzt. Die Zahl der Arbeitssuchenden befindet sich jedoch weiterhin auf den Niveaus, welche zum Höhepunkt der globalen Finanzkrise 2009 erreicht wurden. Die wohl wichtigsten Konjunkturdaten werden somit Arbeitsmarktdaten und die Inflation selbst sein. Ein unerwartet rasanter Anstieg der Teuerungsrate im zweiten Halbjahr 2021 könnte signifikante langfristige Implikationen für die Geldpolitik der Fed mit sich bringen.

Währungsüberblick

EUR – Datenseitig fand die Woche in der Eurozone einen relativ ruhigen Auftakt. Obwohl die Zinsentscheidung der Federal Reserve die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, halten Investoren die Veröffentlichung des deutschen und europäischen Einkaufsmanagerindizes im Auge. Insbesondere da es sich hierbei um den ersten Datenpunkt für den Monat Dezember handelt. Leichte Verluste zum Vormonat werten laut den Konsensus-Prognosen erwartet. EUR/USD bleibt auch weiterhin in Nähe des mehr als zweijährigen Hochs.

USD – Einen Tag vor der Zinsentscheidung der Fed waren es Entwicklungen in der US-Politik, welche den Börsen Rückenwind boten. Kommentare einiger Parlamentarier über die mögliche Bestätigung des diskutierten Stimuluspakets wurden an den Märkten positiv aufgenommen. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnell äußerte die Bereitschaft einer Einigung mit den Demokraten. Die Nachfrage nach dem US-Dollar nahm vor diesem Hintergrund leicht ab.

CNH – Die Annahme, dass die Zinsdifferenz zwischen China und den Vereinigten Staaten fürs Erste einen Höhepunkt erreicht hat, wurde gestern erneut untermauert. In einem Versuch, das Vertrauen an den Märkten zu stärken und die jüngste Kreditausfallwelle unter Kontrolle zu bringen, hat die chinesische Notenbank heimischen Banken eine rekordverdächtige Summe an Liquidität zur Verfügung gestellt. Über die einjährige, mittelfristige Fazilität (MLF) wurden Kredite im Wert von 950 Milliarden Yuan (umgerechnet 144 Milliarden Euro) von der PBoC vergeben. EUR/CNH erreicht im gestrigen Handel das höchste Niveau seit dem 13. Oktober.

CEE – Die ungarische Notenbank bleibt den Erwartungen gerecht und belässt den Leitzins bei 0,6 Prozent. Keine Zinsveränderungen wurden angedeutet, auch wenn die NBH die nach unten geneigten Risiken betont hatte. Nichtsdestotrotz könnte in den nächsten Monaten ein Versuch unternommen werden, die beiden Hauptzinssätze aneinander anzupassen. Somit müsste der einwöchige Sichteinlagenzinssatz um 0,15 Prozent gesunken werden, um den Leitzins bei 0,6 Prozent widerzuspiegeln. Der ungarische Forint konnte von der jüngsten Datenverbesserung profitieren und 3,5 Prozent gegenüber dem Euro aufwerten. Auf das gesamte Jahr gesehen bleibt die Währung mehr als acht Prozent im Minus.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • UK: Inflation (08:00)
  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:30)
  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Einkaufsmanagerindex (15:45)
  • US: Zinsentscheidung (20:00)


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