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Wöchentliche Marktberichte

Dez 14, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die letzten Zinsentscheidungen des Jahres

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Zum ersten mal in der Weltgeschichte hat der Wert der globalen Börsen die 100-Billionen-Dollar Marke geknackt. In einem der wohl schwächsten Wirtschaftsjahre seit dem Zweiten Weltkrieg haben es die Regierungen und Notenbank offensichtlich doch noch geschafft, das Vertrauen in die Aktienmärkte wiederzubeleben. Doch die Börsen sind nicht die einzigen Profiteure der lockeren Geldpolitik. In keinem anderen Jahr wurden so viele Schulden aufgenommen wie in 2020. Auf privater und staatlicher Ebene hat die jährliche Schuldenemission in den Vereinigten Staaten mit 2,5 Billionen und 3,4 Billionen US-Dollars ein Allzeithoch erreicht. Die Finanzierungskosten und Zinsprämien sind in der Zwischenzeit auf Dekaden- und Jahrhunderttiefen gefallen. Internationale Investoren hoffen darauf, dass dieser positive „Liquiditätsimpuls“ den globalen Finanzmärkten auch im nächsten Jahr als eine Stütze dienen wird.

Die Bewegungen vor dem Wochenende deuten kurzfristig auf leichte Vorsicht an den Börsen. Abgesehen von dem technologielastigen NASDAQ gingen die meisten Aktienleitindizes der Industrieländer mit Tagesverlusten ins Wochenende. Grund für den Rücksetzer waren unter anderem die höher als erwarteten Neuanmeldungen für Arbeitslosenunterstützung in den Vereinigten Staaten, welche auf ein 3-Monats-Hoch (853.000) gewachsen waren. Auch die fehlenden Fortschritte bei den Stimulusgesprächen zwischen den Demokraten und Republikanern drücken auf die Stimmung der Marktteilnehmer. In der Zwischenzeit wurden die Spekulationen über eine weitere starke Restriktion des öffentlichen Lebens in Deutschland über das Wochenende bestätigt. Ab Mittwoch soll der Einzelhandel größtenteils geschlossen werden. Friseursalons und diverse andere Kleinbetrieben sind ebenfalls betroffen. Private Treffen bleiben auf zwei Haushalte und maximal fünf Personen beschränkt, ohne Ausnahmen für Silvester und Neujahr.

In dieser Woche bereiten sind ganze 16 Notenbanken auf ihre letzten Zinsentscheidungen des Jahres vor. Eine Woche nach dem Treffen der europäischen Notenbank werden sich am Mittwoch auch die US-amerikanischen Währungshüter zu Wort melden. In Europa behalten wir die Zinsentscheidungen in Großbritannien, Norwegen, Schweiz, Ungarn, Tschechien und Russland im Auge.

Währungsüberblick

EUR – Das geldpolitische Treffen der europäischen Notenbank wurde als das größte kurzfristige Risiko für den Euro wahrgenommen. Dieses Risiko hat sich jedoch nicht kristallisiert, zumal die einzige Entscheidung der EZB, das Anleihenkaufprogramm zu vergrößern, bereits in den Kursen eingepreist war. In den nächsten Wochen wird es somit erneut die Liquidität sein – welche in den Vereinigten Staaten Mitte Dezember leicht nachlässt – welche die kurzfristigen Tendenz bestimmen wird.

USD – Das größte Risiko für den US-Dollar liegt in einer stärker als erwarteten Aktivierung der Federal Reserve. Die jüngsten Daten skizzieren ein gemischtes Bild. Der Arbeitsmarkt bleibt angeschlagen, doch das am Freitag veröffentlichte Konsumentenvertrauen konnte sich marginal festigen. Neben der Zinsentscheidung und dem Anleihenkaufprogramm werden Investoren ebenfalls ein Auge auf die neuen Prognosen legen, welche bestätigen könnten, dass Zinsstraffungen in den nächsten zwei Jahren unwahrscheinlich bleiben.

GBP – Nach zwei Tagen, welche sich durch starke GBP-Abverkäufe auszeichneten, erreichte EUR/GBP das höchste Niveau seit Mitte September (0,9220). Die Nachricht, dass sich die Austrittsgespräche doch noch in die nächste Woche ziehen werden, bot dem Pfund eine Verschnaufpause. Neben den Abkommensverhandlungen wird in dieser Woche die Zinsentscheidung der Bank of England beobachtet werden. Ökonomen sehen die Einführung der Negativzinspolitik vermehrt als wahrscheinlich an. In Verbindung mit dem Leistungsbilanzdefizit des Königreichs und der Brexit-Unsicherheit könnten diese drei Faktoren große Aufwertungen des Pfund im nächsten Jahr limitieren. 

CEE – Die zentraleuropäischen Währungen gehen am Freitag geschwächt aus dem Handel, auch wenn die Woche im Gesamten positiv bewertet werden kann. Die Meinungsdifferenzen zwischen Brüssel und dem Polen-Ungarn-Block wurden fürs Erste aus der Welt geschafft. Trotz der negativen Rendite der drei Währungen scheinen Investoren positiv gegenüber dem Zloty, Forint und der Krone gestimmt. Bei den dieswöchigen Zinsentscheidungen in Ungarn und Tschechien werden keine Veränderungen des Zinsniveaus erwartet.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Industrieproduktion (11:00)
  • DE: Monatsbericht der Bundesbank (12:00)


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