Wöchentliche Marktberichte

Dez 10, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ziehen die grauen Wolken weiter?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Internationale Investoren blicken optimistisch auf das nächste Jahr. Doch auch wenn die Nachrichten über die Entwicklung und den Vertrieb der ersten Impfstoffkandidaten von den Märkten bejubelt und mit offenen Armen aufgenommen wurden, könnten die Folgeeffekte der Krise eine reibungslose Rückkehr zur Normalität erschweren. Nach einem der ereignisreichsten Jahre des jungen 21. Jahrhunderts ist der Wunsch, die Pandemie im alten Jahr zu lassen und den Blick nach vorne zu richten, sicherlich nachvollziehbar. Dies wird, zumindest für Ökonomen und Markstrategen, jedoch kaum möglich sein, zumal Sekundär- und Tertiäreffekte alle samt die Prognosen für 2021 und 2022 fundamental prägen. Gestiegene Notenbankbilanzen und Schuldenquoten, neue Innovationen in der Geldpolitik und eine Beschleunigung der Digitalisierung im Unternehmensbereich sind nur ein Bruchteil der strukturellen und nachhaltigen Veränderungen, welche in den nächsten Jahren zum Tragen kommen werden.

Die Annahme des starken Wirtschafts- und Handelswachstums, welches von einer Kapitalrotation in renditereiche Anlagen und Währungen begleitet werden würde, wird in den nächsten Monaten auf die Probe gestellt werden. Eine koordinierte Expansion der Fiskal- und Geldpolitik hat einen Großteil der ersten- und zweiten Schockwelle abgedämpft und Volatilitäten nach unten gedrückt. Mit der langsamen Normalisierung der Wirtschaftspolitik wird die Weltwirtschaft erneut versuchen auf eigenen Beinen zu stehen. Sollte der Motor der Weltwirtschaft wie geplant anspringen, angetrieben durch Lockerungen der Sperrmaßnahmen und die unterstützende Geld- und Fiskalpolitik, könnten die während der Pandemie entstandenen regionalen Divergenzen neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen.

Währungsüberblick

EUR – Die gestrige Euro-Schwäche wurde positiv an den Märkten aufgenommen und bot Schwellenländerwährungen die Möglichkeit für neue Aufwertungsversuche. Aufgrund der kurzfristigen Unsicherheitsfaktoren rund um COVID-19 gehen Ökonomen von einer Ausweitung des Anleihenkaufprogramms der europäischen Notenbank aus. Viel wichtiger für den Euro wird jedoch sein, ob sich die Notenbank zu den jüngsten Aufwertung von EUR/USD äußert und explizite Mahnungen ausspricht. Auch die heute veröffentlichten Wirtschafts- und Inflationsprognosen werden eine erhöhte Aufmerksamkeit genießen.

USD – Die globale Leitwährung profitiert von der gestrigen Schwäche der US-amerikanischen Börsen und dem Tauziehen der Demokraten und Republikanern in Sachen Stimuluspaket. Die jüngsten Fortschritte in den Verhandlungen sind zwar als positiv zu bewerten. Bezüglich der endgültigen Summe scheinen sich die beiden Parteien jedoch alles andere als einig zu sein. Dies spiegelt sich in der dritten täglichen Aufwertung des Dollars wider.

GBP – Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Weg nach Brüssel. Den Parteien bleiben offiziell noch drei Wochen für eine Einigung über die handelspolitische Beziehung nach der Brexit-Übergangsphase. Und obwohl eine Zustandekommen eines Handelsabkommens weiterhin das Basisszenario der Märkte bleibt, scheinen sich die Absicherungen gegen weitere GBP-Abwertungen zu vergrößern. Die Bewegungsspanne zwischen EUR/GBP 0,88 und 0,93 bleibt jedoch weiterhin intakt.

CNH – US-amerikanische Sanktionen gegen chinesische Führungspositionen in Peking scheinen dem Renminbi noch nicht geschadet zu haben. Obwohl sich die Währung in den vergangenen zwei Wochen von den mehrmonatigen und mehrjährigen Höhen gegenüber dem Euro und US-Dollar entfernt hat, bleibt die Richtungstendenz nach oben geneigt. Diese Annahme gilt, solange sich das Zinsdifferenzial zwischen China und dem Rest der Welt (Eurozone / USA) nicht reduziert und der Handelskrieg nicht ausartet. 

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Inflation (09:00)
  • EZ: EZB Zinsentscheidung (13:45)
  • US: Inflation (14:30)


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