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Wöchentliche Marktberichte

Dez 09, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ein erster Blick auf das nächste Jahr

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Märkte arbeiten derzeit mit der Annahme, dass die Stimulusmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken ausgereicht haben, um einen Teil der negativen Folgeeffekte zu minimieren und stärkere Wachstumsraten einzuleiten. Jegliche Abweichungen von dieser Annahme, sei es durch Mängel in der Verteilung des Impfstoffs oder einer Abkühlung der Weltwirtschaftserholung, werden sich in den neuen Prognosen niederschlagen und den Optimismus erheblich dämpfen. Das Szenario der souveränen Erholung der Weltwirtschaft und Kapitalverlagerung in die Peripherie spiegelt zwar den Marktkonsens wider, ist jedoch an viele Nebenbedingungen geknüpft. Somit beginnt das neue Jahr bereits mit hohen, größtenteils in den Märkten eingepreisten, Erwartungen. In den Vereinigten Staaten beispielsweise befinden sich zwei der drei dominanten Aktienleitindizes aufgrund der souveränen Leistung des Technologiesektors in Nähe ihrer Allzeithochs.

Neben den ohnehin ersichtlichen Trends und Risiken ist es somit die hohe Anlagenbewertung selbst, welche eine Gefahr für die kurz- bis mittelfristige Stabilität der Märkte darstellt und diese für Rücksetzer anfällig macht. Zur gleichen Zeit ist die reale Staatsanleihenrendite – und somit auch die Finanzierungskosten – auf das niedrigste Niveau der US-Wirtschaftsgeschichte gefallen. Diese Tatsache unterstützt den strategischen Gedanken der Kapitalrotation in risikoreiche Anlagen wie Aktien und Schwellenländerwährungen. Finden Investoren keine Rendite in der entwickelten Welt, wird die Suche nach Profiten einfach in den aufstrebenden Schwellenländern fortgesetzt. Vor diesem Hintergrund stellen sich Marktteilnehmer nun die allgegenwärtige Frage, ob und wie lange sich die eingeleitete Jagd nach Rendite fortsetzen wird.

Währungsüberblick

EUR – Die Erwartungen der Märkte auf weitere Stimulusmaßnahmen seitens der Europäischen Notenbank haben sich noch kaum in den Wechselkursen niedergeschlagen. Das Dezemberhoch bei 1,2170 und die psychologische Grenze bei 1,22 bleiben fürs Erste die größten Widerstände eines weiteren Vormarsches der Gemeinschaftswährung.

USD – Das kurzfristige Schicksal des Dollars scheint an dem Ergebnis der Stimulusgespräche zwischen den Demokraten und Republikanern zu hängen. Der am vergangenen Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht bestätigte die Verlangsamung der US-amerikanischen Volkswirtschaft und die Notwendigkeit weiterer fiskalischer Hilfspakete. Unsicherheiten bezüglich der Verhandlungen in den USA und zwischen der Eurozone und Großbritannien haben dem US-Dollar bislang nur wenig Rückendwind gegeben.

GBP – Das britische Pfund bewegt sich zum ersten Mal seit Oktober erneut über der 0,90-Marke gegenüber dem Euro. Schuld an der jüngsten Abwertung ist die allgegenwärtige Brexit-Saga. Trotz der jüngsten Erfolge bei den Austrittsverhandlungen scheinen Investoren ihre Absicherungen gegen weitere Pfund-Abwertungen ausgeweitet zu haben. Das Pfund bleibt von einem asymmetrischen Ausblick geprägt. Ein Abbruch der Verhandlungen hätte einen weit größeren Einfluss (negativ) auf die Währung, als eine Bestätigung des Freihandelsabkommens (positiv).

CZK – Die tschechischen Währungshüter, welche sich vor der Krise als die einsamen Falken unter den Notenbankern ausgezeichnet haben, scheinen nun erneut leicht straffende Signale von sich zu geben. Laut Vojtech Benda, einem Mitglied der Notenbank, könnte bereits im nächsten Jahr eine Notwendigkeit für Zinserhöhungen bestehen. Die jüngsten Konjunkturdaten scheinen sich besser geschlagen zu haben als im Vorhinein prognostiziert. In Verbindung mit einer Bestätigung des im Parlament debattierten Fiskalpakets könnten sich im nächsten Jahr inflationäre Tendenzen bilden. Ein Blick auf die außerbörslich gehandelten Termingeschäfte bestätigt, dass die Märkte von einer Zinserhöhung von 25 Basispunkten in den nächsten neun Monaten ausgehen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Handelsbilanz (08:00)


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