Wöchentliche Marktberichte

Dez 02, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Börsen bauen auf jüngsten Gewinnen auf

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Nach einem relativ durchwachsenen Wochenauftakt sind die Märkte erneut mit einem starken Momentum in den Dezember gestartet. Die Suche nach Katalysatoren, welche für die gestrige Rally verantwortlich gemacht werden könnten, bleibt ohne Erfolg. Schon ein einigen Wochen scheint das globale Marktsentiment die Überhand und Dominanz über die Märkte gewonnen zu haben. Das Trio der guten Hoffnung – Impfstoff, Biden, Stimulus – gibt risikoreichen und prozyklischen Anlagen Rückenwind. Einer der gängigen Proxy-Indikatoren für die Inflationserwartungen (Kupferpreis) hat im Verlauf des gestrigen Handels sogar auf ein mehr als siebenjähriges Hoch gefunden.

Die europäische Gemeinschaftswährung kann sich gegenüber dem Dollar auf ein zweieinhalbjähriges Hoch festigen, während die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihenrenditen einen Rücksetzer erleiden musste. Im Zentrum der positiven Risikobereitschaft steht dabei die Annahme, dass das nächste Jahr von starken Wachstumsraten der Weltwirtschaft begleitet werden wird. Fundamental für diese Annahme ist die Tatsache, dass einige asiatische Länder bereits am Weg zu den Vorkrisenniveaus sind und dass der US-Konsument der größten Volkswirtschaft der Welt einen Schub nach vorne geben könnte. Im Laufe der staatlichen Stimulusmaßnahmen und der Risikoaversion der Verbraucher ist die Sparquote in die Höhe gesprungen und hat somit die Ersparnisse US-amerikanischer Haushalte auf geschätzt 1,4 Billionen US-Dollar ansteigen lassen. Diese „überflüssigen Ersparnisse“, welche in guten Wirtschaftszeiten abgebaut werden, könnten sich als eine der wenigen positiven Nebeneffekte der Pandemie herausstellen.

Steigende Infektionszahlen haben die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dazu gezwungen, ihre Wirtschaftsprognosen für das nächste Jahr leicht nach unten zu revidieren. Gingen die Ökonomen der Organisation zuvor noch von einem 5-prozentigen Wachstum aus, könnten es nun nur noch 4,25 Prozent werden. Großbritannien erwischt es mit einer 3,4-prozentigen Revision nach unten besonders hart. Die gestrige konjunkturelle Negativität wurde zumindest durch die positiven Arbeitsmarktdaten aus Deutschland ein wenig kompensiert. Laut den gestern veröffentlichten Daten konnte das verarbeitende Gewerbe auch im November expandieren. Die Arbeitslosenquote lockert sich sogar von 6,3 auf 6,1 Prozent. Auch die US-amerikanische Industrie bleibt mit einem Einkaufsmanagerindex von 57,5 deutlich im positiven Bereich.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung startet mit einem Knall in den neuen Monat und steigt gegenüber dem Dollar auf ein mehr als zweieinhalbjähriges Hoch. Sollte sich das Währungspaar souverän über der 1,20er Marke halten, könnte Potenzial für Bewegungen bis 1,22 – 1,25 geschaffen werden. Aufgrund der hohen spekulativen Positionierung an den Futures-Märkten sollte ein Auge auf mögliche Rücksetzer gelegt werden. 

USD – Spekulative Positionen seitens US-amerikanischer Asset-Manager auf weitere Abwertungen der globalen Leitwährung sind in der vergangenen Woche auf ein mehr als zehnjähriges Hoch gestiegen. Investoren nehmen sich somit die Weisheit zu Herzen, nie gegen das Marktmomentum zu setzen und bauen vor diesem Hintergrund die bestehenden Wetten gegen den US-Dollar weiter aus. Der handelsgewichtete US-Dollar-Index ist in Folge der gestrigen Schwäche unter den seit 2011 anhaltenden Aufwärtstrend gefallen.

CHF – Die Volkswirtschaft der Schweiz ist in den drei Monaten bis Oktober ganze 7,2 Prozent gewachsen und konnte somit einen Teil der Kontraktion im ersten Halbjahr kompensieren. Die Wirtschaft ist nur noch um zwei Prozent schwächer als im Jahr zuvor, was zeigt, dass die Schweiz deutlich besser aus der Pandemie und den Sperrmaßnahmen gekommen ist, als die meisten Nachbar- und Industrieländer.

CEE – Trotz der besser als erwarteten Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal des Jahres (6,9 Prozent) werden die Sperrmaßnahmen im November Tschechien im vierten Quartal wohl in eine erneute Kontraktion gebracht haben. An den Währungsmärkten konnten der polnische Zloty und der ungarische Forint in der Zwischenzeit von der Risikobereitschafts der Marktteilnehmer profitieren. Beide Währungen festigen sich gegenüber dem Euro und US-Dollar. EUR/PLN unterläuft die seit Januar anhaltende Aufwärtstrendlinie bei 4,45. EUR/CZK festigt sich den vierten Tag infolge auf 26,27.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Inflation (08:00)
  • PL: Zinsentscheidung (13:00)
  • US: ADP Arbeitsmarktbericht (14:15)
  • US: Fed Konjunkturbericht (20:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.