Wöchentliche Marktberichte

Nov 26, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Das Thema der vergangenen Wochen: Kapitalrotation

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Aus makrostrategischer Perspektive arbeiten die Märkte mit der Annahme, dass die reflationäre Politik der Notenbanken stärkeres Wachstum im nächsten Jahr mit sich bringen wird. Ein Anstieg der Inflation und eine Kapitalverlagerung in risikoreichere Anlagen, unterstützt durch eine expansive Fiskalpolitik von Joe Biden, würde Investoren wieder die Möglichkeit bieten, in der attraktiven Peripherie nach Renditen zu stöbern. Während Schwellenländer somit erheblich unter dem Wirtschaftsabschwung leiden mussten, könnte sich 2021 als das Jahr der positiven Wende auszeichnen. Eine im globalen Vergleich höhere Rendite und günstige Aktien- und Währungsbewertungen bieten internationalen Investoren interessante Möglichkeiten.

Auch auf der kurzen Frist lässt sich dieses Denken erkennen. Im Rahmen der jüngsten Erfolge bei der Impfstoffforschung kam es in den Vereinigten Staaten zunehmend zu einer Kapitalrotation in prozyklische Anlagenwerte. Aktien von Unternehmen, welche von den Sperrmaßnahmen und dem von zu Hause arbeiten profitieren konnten, wurden für konjunktursensible Werte ausgetauscht. Die Rotation aus eher sicheren und defensiven Aktien und die Aufnahmen von mehr Risiko im eigenen Portfolio deutet auf einen Optimismus über den zukünftigen Wirtschaftsausblick unter den Marktteilnehmern. Der US-amerikanische Dow Jones hatte am Dienstag zum ersten Mal in seiner Geschichte die 30.000-Punkte-Marke geknackt. Der MSCI Index, welcher die globalen Börsen abbildet, befindet sich auf gutem Weg, den besten Monat in 32 Jahren zu verzeichnen. Die erhöhte Risikobereitschaft verschafft sich an den Währungsmärkten durch Aufwertungen prozyklischer Valuten Ausdruck.

Der gestrige Handelstag war dabei durch Divergenzen zwischen den Anlageklassen geprägt. An den Währungsmärkten bot die positive Stimmung auch weiterhin Spielraum für Aufwertungen von Währungen wie der schwedischen und norwegischen Krone, der türkischen Lira und dem Euro. Die globalen Börsen schaffen es jedoch nicht, auf neue Höhen vorzustoßen. Ein Grund für die Divergenz lag in der schwachen Datenlage aus den Vereinigten Staaten. In der Woche bis zum 21. November haben sich 778.00 Menschen für die Arbeitslosenunterstützung angemeldet und somit 30.000 mehr als noch in der Vorwoche. Der Arbeitsmarkt bleibt das Sorgenkind der Märkte.

Währungsüberblick

EUR – Schwache Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten treiben den Euro an die obere Grenze seines derzeitigen Bewegungsbandes zwischen EUR/USD 1,16 und 1,20. Die zweiprozentige Aufwertung des Währungspaares im November treibt EUR/USD auf das höchste Niveau seit Anfang September.

USD – Die gestern veröffentlichten Protokolle der letzten Zinsentscheidung der Federal Reserve lassen Raum für eine Ausweitung des Staatsanleihenkaufprogramms. Dies würde laut den Währungshütern entweder durch allgemein höhere Ankäufe oder durch den Kauf längerfristiger Anleihen passieren.

GBP – Der britische Finanzminister äußerte sich in dieser Woche erneut über die Finanzierungsbedürfnisse des Landes, ohne dabei einen großen Einfluss auf das britische Pfund genommen zu haben. Laut Rishi Sunak wird das Finanzministerium in diesem Jahr Schulden im Wert von 400 Milliarden Pfund (500 Milliarden Euro) aufnehmen müssen. Die Schuldenaufnahme, welche die jährliche Wirtschaftsleistung Österreichs übertrifft, wird die Schuldenquote Großbritanniens um 20 Prozent auf über 108 Prozent ansteigen lassen.

CEE – Zentraleuropäische Währungen beenden den Handelstag aufgrund fehlender Neuentwicklungen an der heimischen Front ohne größere Veränderungen. Dies ist vor dem Hintergrund des Rücksetzers der globalen Börsen als positiv zu werten, kann größtenteils jedoch durch die Schwäche der US-Währung erklärt werden.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Gfk Verbrauchervertrauen (08:00)
  • SW: Zinsentscheidung (09:30)
  • EZ: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:30)


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