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Wöchentliche Marktberichte

Nov 24, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Dritte Woche infolge beginnt mit positiven Schlagzeilen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Genau eine Woche nachdem die Biotech-Unternehmen Pfizer und Biontech ihre Studienergebnisse veröffentlicht hatten, und zwei Wochen nach dem Durchbruch des US-Pharmakonzerns Moderna, veröffentlicht nun auch AstraZeneca erste ermutigende Ergebnisse ihrer Impfstoffforschung. Mit den jüngsten Fortschritten der genannten Unternehmen scheinen sich somit drei Hoffnungsträger etabliert zu haben. Die von der Prognoseplattform goodjudgment kalkulierte umfragenbasierte Wahrscheinlichkeit, dass bis März nächsten Jahres ein Impfstoff von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel bestätigt und an 25 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten verteilt wird, ist innerhalb der vergangenen Wochen von 45 auf über 95 Prozent gestiegen. Die gestrigen Neuigkeiten wurden jedoch bei Weitem nicht so euphorisch aufgenommen wie die beiden Vorgänger. Die US-Aktienleitindizes gehen zwar gestärkt aus dem Handel. In Europa bleibt das Bild jedoch ein gemischtes, zumal die Infektionsraten weiterhin an hohen Niveaus verweilen. Echtzeitindikatoren sind am Abschwächen und könnten die europäische Notenbank zu einer weiteren geldpolitischen Stimulusausweitung zwingen.

Die Vereinigten Staaten scheinen in der zweiten Phase der Wirtschaftserholung die Nase vorne zu haben. Der gestern von IHS Markit veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (EMI) für die USA steigt um mehr als einen Punkt auf den höchsten Wert seit März 2015 (57,9). Die größte Volkswirtschaft der Welt geht trotz der steigenden Infektionsrate mit einem positiven Momentum in den November. Für die Analyse der Eurozone kann Deutschland exemplarisch betrachtet werden. Der EMI für das verarbeitende Gewerbe befindet sich mit einem Wert von 57,9 in der Expansion, während der Dienstleistungssektor mit knapp 46,2 weiterhin im Kontraktionsbereich fest sitzt. Diese Divergenz ist auf die Natur der jüngsten Sperrmaßnahmen zurückzuführen, welche die Dienstleistungen und Einzelhandelsumsätze deutlich stärker getroffen haben als die Industrie.

Währungsüberblick

EUR – Den dritten Montag infolge gab es an der Impfstoff-Front eine positive Überraschung. Anders als in den vergangenen zwei Wochen wertet EUR/USD gestern jedoch nicht auf. Zunehmend scheinen sich im Kampf der Bullen gegen die Bären die letzteren durchzusetzen. Insbesondere da die zweite Infektions- und Sperrmaßnahmenwelle zu einem Abflachen des europäischen Momentums geführt hat. Allzu große Abwärtsbewegungen gab es zum Wochenauftakt jedoch nicht. Das Währungspaar hält sich jedoch weiterhin über dem Niveau 1,18.

GBP – Das britische Pfund kann von den gestrigen Nachrichten profitieren und knüpft somit an die Gewinne der letzten Woche an. Das Währungspaar EUR/GBP notiert nur knapp über der mehrmonatigen Unterstützung bei 0,8860 und könnte im Rahmen einer Bestätigung des EU-UK Handelsabkommens Abwärtspotenzial entwickeln. Die Verhandlungen gehen in dieser Woche wie geplant weiter.

CZK – Das Jahr 2020 wird als das volatilste Jahr seit der globalen Finanzkrise 2008 in die Geschichte der tschechischen Krone eingehen. impliziten Volatilitäten haben sich seit dem Anstieg im zweiten Quartal größtenteils stabilisiert, und der niedrige Leitzins lässt der Zentralbank nicht viel Spielraum für weitere Lockerungen. Monetäre Unsicherheiten werden für den Wechselkurs erst wieder eine Rolle spielen, wenn der erwartete Leitzins zu steigen beginnt. Die Anleger blicken derzeit  über kurzfristige negative Faktoren wie den Infektionsanstieg in Europa hinweg. Die tschechische Krone befindet sich auf gutem Weg, im November den besten Monat seit Juni 2009 zu verzeichnen.

PLN – Der Liquiditätsimpuls der wichtigen Zentralbanken hat sich verlangsamt, weist jedoch weiterhin eine positive Tendenz auf. Polen konnte die erste Infektionswelle im Frühjahr größtenteils vermeiden, erlebt derzeit jedoch eine rasende zweite Welle, die den Zloty zum Spielball externer Faktoren gemacht hat. Ein Großteil dieser Negativität wurde jedoch durch die jüngsten Schlagzeilen rund um die Impfstoffentwicklung und den Sieg von Joe Biden kompensiert, sodass auch der Zloty den besten Monat seit Juni 2012 verzeichnen könnte.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (15:00)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


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