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Wöchentliche Marktberichte

Nov 23, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wird die Federal Reserve wieder aktiv?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die jüngsten Teilerfolge bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs und die Erwartungen weiterer geldpolitischer Maßnahmen seitens der beiden wichtigsten Zentralbanken der Welt haben es Investoren einfach gemacht, über kurzfristige Risikofaktoren hinweg zu sehen. Mit dem Anmarsch der Wintermonate, anhaltend hohen Neuinfektionen in Europa und den Vereinigten Staaten und erneuten Ausbrüchen in Japan und Südkorea scheint die Anspannung jedoch nie ganz verschwunden zu sein. Das Momentum ist weiterhin positiv, weist jedoch eine abflachende Tendenz auf. Weitere fiskalpolitische Hilfsmaßnahmen werden in den nächsten Wochen aufgrund der Meinungsdifferenzen zwischen den Demokraten und Republikanern in Washington nicht erwartet. Vielmehr lehnen sich die Märkte immer mehr an die Federal Reserve. Die Währungshüter könnten sich nach den Ereignissen der vergangenen Woche gezwungen sehen, das Anleihenkaufprogramm zu erhöhen.

Am Freitag hatte der US-amerikanische Finanzminister das Ende einiger milliardenschwerer Hilfspakete, welche für die Bekämpfung der Pandemie verwendet wurden, ausgerufen. Nach Auslaufen der letzten Maßnahmen am 31. Dezember soll es laut Steven Mnuchin zu keiner Verlängerung der Hilfen kommen. Alle für den weiteren Gebrauch vorgesehenen Mittel, im Umfang von 455 Milliarden Dollar, sollen dem Parlament zurückgegeben werden. Die Bemühungen der Federal Reserve, eine Fortsetzung der Mittel zu erzwingen, wurden nicht erhört. Genau hier liegt der Grund für die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Ausweitung des Anleihenstaatsprogramms seitens der US-Währungshüter.

Wenn es fiskalisch nicht geht, soll es eben geldpolitisch bewerkstelligt werden. Vor diesem Hintergrund werden die am Donnerstag veröffentlichten Protokolle der letzten Zinsentscheidung der Notenbank eine zentrale Rolle einnehmen. Grundsätzlich sollte sich eine weitere Expansion der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank positiv auf risikoreichere Währungen und Anlagen auswirken. Dies gilt jedoch nur, solange die US-Staatsanleihenrenditen nicht zu schnell ansteigen. Prinzipiell gilt: Steigt die Euphorie an den Märkten, so steigen die Renditen und Schwellenländerwährungen werten auf. Dieser Zusammenhang gilt jedoch nur, solange die Renditen nicht sprunghaft hinaufschnellen. In diesem Fall würde sich die positive Beziehung in eine negative umwandeln und Valuten von Schwellenländern nach unten ziehen.

Währungsüberblick

EUR – Der Auftakt der Wirtschaftswoche wird durch die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone symbolisiert. Sollte sich das Stimmungsbarometer für das verarbeiten Gewerbe wie erwartet abschwächen, könnte der Euro negativ in die Woche starten. Die Bereichsgebundenheit könnte sich bei Währungspaaren wie EUR/USD in die Länge ziehen.

USD – Der US-Dollar bleibt angeschlagen und notiert auf einer handelsgewichteten Basis in Nähe des mehrmonatigen Tiefs. Die zwei größten kurzfristigen Wechselkurstreiben werden wohl die US-Staatsanleihenrenditen und die Politik der US-Notenbank sein. Obwohl keine Zinsveränderungen ausstehen, scheinen die Märkte immer deutlicher von einer Ausweitung der Staatsanleihenkäufe auszugehen.

GBP – Seit der vergangenen Woche steht das vorläufige Abkommen zwischen Großbritannien und Kanada. Nun fehlt noch die Europäische Union. Auch an dieser Front gibt es laut britischen Offiziellen und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen positive Entwicklung. Der Wechselkurs gilt dabei als ein Echtzeitindikator für die Entwicklung der Handelsgespräche. EUR/GBP notiert derzeit bei knapp 0,89 mit der Barriere bei 0,90 und der Unterstützung bei 0,88 in der Nähe.

CNH – Die chinesische Zentralbank beließ den Leitzins am Freitag den siebten Monat infolge unverändert. Aus ökonomischer Perspektive zeichnete sich der November in China durch zwei Merkmale aus. Zum einen scheint die anfänglich auf die Industriebranche limitierte Wirtschaftserholung nun auch im Dienstleistungssektor Fuß gefasst zu haben. Andererseits hat sich die chinesische Notenbank entgegen der Aufwertung der eigenen Währung gegen eine Intervention entschieden. Der chinesische Renminbi konnte sich nach der Entscheidung festigen und bleibt somit gegenüber dem Euro in einem seit Juli anhaltenden Aufwärtstrend.

CEE – Das Veto der beiden Regierungen in Polen und Ungarn in Bezug auf den europäischen Budgetvorschlag setzte die zentraleuropäischen Währungen nur marginal unter Druck. Nun bewegen sich die Valuten erneut mit dem Marktsentiment, welches den Zloty und die tschechische Krone die dritte Woche infolge nach oben treibt. Dass sich der ungarische Forint nicht ganz so einfach von der positiven Stimmung beeinflussen lässt, liegt an der lockeren Geldpolitik, welche die ungarische Notenbank betreibt.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Montag: Einkaufsmanagerindizes DE, EZ, US (09:30 – 15:45)
  • Dienstag: Ifo Geschäftsklima (10:00), US-Verbrauchervertrauen (16:00)
  • Mittwoch: US-Inflation, BIP und Verbrauchervertrauen (14:30 – 16:00), Protokolle der Fed (20:00)
  • Donnerstag: Schwedische Zinsentscheidung (09:30), Protokolle der EZB (13:30)
  • Freitag: Europäisches Verbrauchervertrauen (11:00)


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