Wöchentliche Marktberichte

Nov 20, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Kein Wirtschaftswachstum ohne privaten Konsum

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der US-amerikanische Arbeitsmarkt bleibt auch weiterhin das Sorgenkind der Märkte. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfen ist zum ersten Mal seit einem Monat unerwartet zur Vorwoche gestiegen. Laut dem US-Arbeitsministerium haben sich 742 Tausend Menschen für die staatlichen Unterstützungsprogramme angemeldet und damit sogar 31 Tausend mehr, als noch in der Woche zuvor. Im Rahmen des Berichts wurde ebenfalls erkenntlich, dass mindestens 20 Millionen Amerikaner ein oder die andere Arbeitslosenunterstützung vom Staat erhalten. Zwei dieser Programme könnten bereits in den nächsten zwei Monaten auslaufen und somit mehr als 12 Millionen Menschen ohne jegliche Unterstützung zurücklassen. Obwohl sich das gestern parallel veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die dritte Woche infolge festigen konnte, ist die Abkühlung der Wirtschaftserholung ersichtlich. Aufgrund der wichtigen Stellung des US-amerikanischen Konsumenten für die Weltwirtschaft ist das alles andere, als nur ein regionales Problem. Das Mantra, kein Wirtschaftswachstum ohne privaten Konsum, trifft dabei den Nagel auf den Kopf.

Das Momentum ist somit am Abflachen, wobei eine Bestätigung weiterer fiskalpolitischer Hilfsmaßnahmen aufgrund der Meinungsdifferenzen zwischen den Demokraten und Republikanern eher unwahrscheinlich erscheint. Marktteilnehmer lehnen sich immer mehr an die Federal Reserve und hoffen auf geldpolitischen Stimulus, welcher für die fehlende Bereitschaft der Regierung, weitere Schulden zu emittieren, kompensieren würde. Obwohl der mittel- bis langfristige Ausblick durch den Durchbruch von Pfizer/Biontech und Moderna erheblich verbessert wurde, warnen Politiker und Zentralbanker vermehrt vor einem harten Winter. Die Kapitalrotation in risikoreiche Anlagen und Währungen sieht sich somit in Gefahr gebracht. Auch der internationale Währungsfond schloss sich in dieser Woche den zurückhaltenden Worten der Währungshüter an und betonte die nach unten geneigten Risiken. Die Märkte befinden sich somit in einem Spannungsfeld zwischen dem mittel- bis langfristigen Optimismus und dem kurzfristigen Pessimismus. Welches Sentiment an einem gewissen Tag dominiert, scheint dabei von einzelnen Schlagzeilen dominiert zu sein.

Währungsüberblick

EUR – Der gestrige Handelstag zeichnete sich zumindest an den Währungsmärkten durch ereignislose Bewegungen aus. EUR/USD ist in dieser Woche kaum vom Platz gekommen und spiegelt somit die Abschwächung der Euphorie an den Märkten wider. Dass das Währungspaar erneut nicht über die 1,1890 kommt, ist kurzfristig negativ zu werten.

USD – Laut einem in dieser Woche von SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) veröffentlichten Bericht wurden im Oktober zum ersten Mal seit 2013 mehr Zahlungen in Euro durchgeführt, als in US-Dollar. Dem Bericht zufolge wurden 37,82 Prozent der Zahlungen über den Euro abgewickelt, der größte Anteil seit mehr als sieben Jahren. Der US-Dollar bleibt jedoch insbesondere in Kreditvergabe und an den Rentenmärkten die unangefochtene globale Leitwährung.

GBP – Das britische Pfund bewegt sich parallel zu den Schlagzeilen an der Brexit-Front. Sollte sich am heutigen Tag nichts an der Tendenz der Währung nicht ändern, könnte EUR/GBP die zweite wöchentliche Abwertung infolge verzeichnen. Die Bewegungsspanne zwischen 0,89 und 0,90 bleibt kurzfristig bestehen. Ein positiver / negativer Ergebnis bei den EU-UK Handelsgesprächen könnte eine Ausweitung des Bereichs auf 0,87 (GBP-positiv)  bis 0,93 (GBP-negativ) erzwingen.

CHF – EUR/CHF hält sich bereits die zweite Woche infolge über dem wichtigen Niveau 1,08. Ein starker Drang nach einem weiteren Voranschreiten scheint die Gemeinschaftswährung jedoch nicht zu besitzen. Die Euphorie über die Impfstoff-Schlagzeilen an den beiden vergangenen Montagen bleiben somit erhalten, werden ab jetzt jedoch keine positiven Katalysatoren für das Währungspaar mehr darstellen, solange sich an dieser Front nichts ändert.

CNH – Der chinesische Renminbi wird von internationalen Investoren zurzeit als ein Echtzeitindikator für die Gesundheit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und des globalen Handels angesehen. Angetrieben durch den für China positiven Sieg des Demokraten Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl, steigende heimische Renditen und einer soliden Wirtschaftserholung erreichte die chinesische Währung im Handel mit dem US-Dollar ein 2-Jahres-Hoch. Gegenüber dem Euro ist der Renminbi knapp sechs Prozent im Plus. Das Unterstützungsniveau um EUR/CNH 7,76 scheint fürs Erste jedoch gehalten zu haben.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Verbrauchervertrauen (16:00)


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