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Nov 19, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Alles dreht sich um die Impfstoffkandidaten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die positiven Nachrichten an der Impfstoff-Front scheinen nicht aufzuhören. Laut Berichten des US-Pharmakonzern Pfizer scheint das Unternehmen kurz davor zu sein, eine Notfallzulassung in den USA für ihren jüngsten Impfstoffkandidaten beantragen zu wollen. Mit einer erfolgreichen Bestätigung könnte die dritte Studienphase verkürzt und der Impfstoff somit schneller in den Umlauf gebracht werden. Die derzeit geschätzte Wirksamkeit des Mittels liegt laut den Angaben des Unternehmens bei 95 Prozent. Dies wurde den Teststudien entnommen, bei welchen knapp 43.000 Freiwillige teilgenommen haben.

Der einzige Weg aus dem Zyklus der Infektionswellen (erste, zweite, dritte Welle) ist die Bestätigung eines effektiven und sicheren Impfstoffs. Dies wissen die Märkte und preisen somit jegliche positiven Nachrichten in Bezug auf die Entwicklung eines Impfstoffkandidaten überproportional ein. Mit den jüngsten Fortschritten der Unternehmen Pfizer/Biontech und Moderna scheinen sich somit zwei Hoffnungsträger etabliert zu haben. Die beiden von den Märkten positiv aufgenommenen Teststudien erhielten auch unter Experten eine gute Note. Die von der Prognoseplattform „goodjudgment“ kalkulierte umfragenbasierte Wahrscheinlichkeit, dass bis März nächsten Jahres ein Impfstoff von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel bestätigt wird, ist innerhalb der vergangenen Wochen von 45 Prozent auf knapp über 90 Prozent gestiegen. Eine von Ipsos/Global Adviser veröffentlichte Studie deuten jedoch auf signifikante regionale Unterschiede in der Akzeptanz eines potenziellen Impfstoffs. Der Anteil der Personen, die sich mit dem Mittel impfen lassen würden, schwankt von 87% und 83% in Indien und Südkorea bis hin zu 67% und 54% in Deutschland und Frankreich. Eine Gemeinsamkeit lässt sich auf globaler Ebene jedoch erkennen. Die Akzeptanz ist zwischen den Umfragen im August und Oktober in fast allen Ländern gesunken.

Die positive Nachrichtenwelle fördert natürlich die in den vergangenen Wochen begonnenen Kapitalrotation in risikoreichere Anlagen, von denen die globalen Börsen und Schwellenländerwährungen profitieren konnten. Der US-Dollar verzeichnen die fünfte tägliche Abwertung infolge und befindet sich auf einer handelsgewichteten Basis nun erneut in der Nähe des 30-Monats-Tiefs.

Währungsüberblick

EUR – Anleger scheinen die gemeinsame Schuldenaufnahme der Mitglieder der Eurozone als eine für den Euro positive Entwicklung wahrgenommen zu haben. Marktteilnehmer und institutionelle Investoren blicken somit über die politischen Kontroversen rund um das Projekt hinweg und fokussieren sich diesbezüglich primär auf die Vorteile der einheitlichen Schuldenemission. Der Euro bleibt somit auch weiterhin auf die fiskalischen Entwicklungen in der Eurozone sensibel. Fürs Erste verzeichnet die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar die fünfte Aufwertung infolge. EUR/USD steht nun vor den Niveaus 1,1880/1,1900.

GBP – Das britische Pfund verharrt an den Niveaus der vergangenen Tage. Marktteilnehmer und FX-Händler warten auf neue Nachrichten von der Brexit-Front und auf einen möglichen Durchbruch bei den Handelsgesprächen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien. Derzeit bewegt sich das Währungspaar EUR/GBP in einem engen Bereich zwischen 0,89 und 0,90.

CNH – Die mehrmonatige Unterstützungslinie bei EUR/CNH 7,760 hat fürs Erste gehalten. Nach drei täglichen Abwertungen kann sich das Währungspaar erneut festigen. Das Gleiche Bild zeigt sich auch bei einem Paar, welches in den vergangenen Wochen einen Bedeutungsanstieg verzeichnen konnte. Der koreanische Won konnte sich im Rahmen der seit September anhaltenden Rally um mehr als sieben Prozent gegenüber dem Euro festigen. Die koreanische Wirtschaft konnte von einer positiven Virusbekämpfung und einer soliden Erholung Chinas erholen, eine Tatsache, welche sich an den Währungsmärkten widerspiegelt.

CEE – Nach einer kurzen Verschnaufpause am Dienstag legten die zentraleuropäischen Währungen gestern wieder die im November begonnene Rally fort. Der polnische Zloty und die tschechische Krone wertet um knapp ein halbes Prozent auf. Die Krone findet sogar ein neues mehrmonatiges Hoch und durchbricht somit die Unterstützung bei EUR/CZK 26,40/42. In der Zwischenzeit nähert sich der russische Rubel dem psychologischen Niveau EUR/RUB 90,00. Ein Unterlaufen könnte die seit Februar anhaltende Aufwärtstrendlinie bei 87,20 ins Visier bringen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (09:00)
  • EZ: Konferenz des Europäischen Rats (09:00)
  • PL: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:00)
  • US: Anmeldungen für Arbeitslosenunterstützung (14:30)


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