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Wöchentliche Marktberichte

Nov 17, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Montag scheint der Tag der Hoffnung zu sein

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Genau eine Woche nachdem die Biotech-Unternehmen Pfizer und Biontech ihre positiven Studienergebnisse veröffentlicht hatten, vermeldet nun auch der US-Pharmakonzern Moderna einen Durchbruch bei der Entwicklung des Coronavirus-Impfstoffs. Laut den jüngsten Berichten soll der Impfstoffkandidat des Unternehmens in den Teststudien eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent aufgewiesen haben. Die Veröffentlichung der vorzeitigen Testergebnisse ließ die in New York gehandelten Wertpapiere von Moderna um 15 Prozent ansteigen. Die Märkte nehmen die Nachricht dankend an, zumal nun zwei Kandidaten als potenzielle Hoffnungsträger infrage kommen. Laut Berichten von Bloomberg wurden durch die nachrichteninduzierte Rally knapp 332 Milliarden US-Dollar an den globalen Börsen geschaffen. An den Währungsmärkten fielen die Bewegungen weitaus heterogener aus, zumal diverse Schwellenländerwährungen bereits im Zuge der Rally in der vergangenen Woche in einen überzogenen Bereich gedrungen waren.

In der Zwischenzeit können sich die Marktteilnehmer auch an den starken Konjunkturdaten aus China erfreuen. Ein Großteil der Abkühlungserscheinungen, welche im dritten Quartal zu sehen waren, haben sich in Luft aufgelöst. Nach den anfänglichen Schwächen des Konsumenten haben die Einzelhandelsumsätze zwar noch nicht dem Industriegewerbe gleich gezogen. Die chinesische Verbrauchernachfrage kann sich jedoch langsam aber sicher wieder hochkämpfen. Die Industrieerträge steigen im Oktober um 6,9 Prozent, während die Einzelhandelsumsätze ein Wachstum von 4,3 Prozent verzeichnen. Rückenwind erhalten die Märkte ebenfalls von dem am Sonntag unterzeichneten Freihandelsabkommen zwischen China, Japan, Südkorea und 11 weiteren Nationen der Region. Die regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) stellt den größten Binnenmarkt der Welt dar und umschließt knapp 2,2 Milliarden Menschen und rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Inmitten der Diskussionen um weitere Hilfspakete tauchen in Europa erneut politische Meinungsverschiedenheiten in den Vordergrund. Der milliardenschwere Corona-Stimulus der EU wurde von Ungarn und Polen blockiert, nachdem sich die beiden Staaten gegen den Rechtsstaatlichkeitsmechanismus ausgesprochen hatten. Ziel der neuen Regelung war es die Einhaltung rechtstaatliche Prinzipien zu gewährleisten und die Möglichkeit zu erhalten, Verstöße ahnden zu können. Der weitere Verlauf der Gespräche könnte bei dem Gipfel des Europäischen Rats am Donnerstag zum Thema werden. Bis dahin hängen die Wiederaufbauhilfen im Umfang von bis zu 750 Milliarden Euro weiter in der Luft.

Währungsüberblick

EUR – Der Euro kann nur marginal von den gestrigen Nachrichten profitieren, zumal die Währung von politischen und gesundheitspolitischen Risikofaktoren in Zaun gehalten wird. Die minimalen Gewinne reichen jedoch aus, um EUR/USD die dritte tägliche Aufwertung infolge zu bescheren. Das Währungspaar notiert somit erneut über dem Niveau 1,18.

GBP – Die Verlängerung der Handelsgespräche zwischen Großbritannien und der Europäischen Union bis Mittwoch wurde von den Märkten positiv aufgenommen. Die allgemeine Skepsis bleibt jedoch erhalten und könnte die Währung kurzfristig bereichsgebunden zurücklassen. 

CNH – Die gestern veröffentlichten und besser als erwarteten Konjunkturdaten aus China lassen die Hoffnung der v-förmigen Wirtschaftserholung am Leben. Vor diesem Hintergrund könnte der internationale Währungsfond mit der Prognose recht behalten, dass China die einzige große Volkswirtschaft in diesem Jahr sein wird, welche positives Wachstum verzeichnet. Der chinesische Renminbi fängt die Woche mit einer Aufwertung gegenüber dem Euro an und nähert sich gegenüber dem US-Dollar erneut dem zweieinhalbjährigen Hoch an.

CEE – Der russische Rubel profitiert von dem mehr als dreiprozentigen Anstieg der Ölpreise (Sorte Brent) und kann sich nach vier täglichen Abwertung infolge erneut festigen. Die Bewegungen der vergangenen Woche bleiben jedoch ohne weitere Implikationen. Dies gilt, solange sich EUR/RUB zwischen den Niveaus 90,00 und 94,00 bewegt. Der heutige Fokus liegt auf der ungarischen Zinsentscheidung. Von Reuters befragte Ökonomen gehen im Durchschnitt von keiner geldpolitischen Änderung aus.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • HU: Zinsentscheidung (14:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Industrieproduktion (15:15)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (17:00)


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