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Nov 16, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Das größte Freihandelsabkommen der Welt

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Investoren werden auch in dieser Woche versuchen, die Folgen der zweiten Infektionswelle auf die Weltwirtschaft zu beobachten. An der geldpolitischen Front limitieren sich die Zinsentscheidungen auf einzelne Schwellenländer, was die Aufmerksamkeit auf die geopolitische und wirtschaftliche Ebene verlagern könnte.

An der politischen Bühne bleibt die Anklagewelle des noch amtierenden Präsidenten in den Vereinigten Staaten ein brennendes Thema, welches an den Märkten jedoch nur wenig bis kaum Interesse findet. Die allgemeine Indifferenz internationaler Investoren bezüglich der Klagen von Donald Trump konnte sich in der vergangenen Woche festigen, nachdem die Schlagzeilen über den Durchbruch bei der Impfstoff-Forschung in den Vordergrund gerückt waren. Während die zweite Infektionswelle in Europa und den Vereinigten Staaten Fuß fasst und politische Fragen und Unsicherheiten hochkommen, wurde in Asien das bislang größte Freihandelsabkommen der Welt unterzeichnet. Das vor fast einem Jahrzehnt begonnene Projekt mündete am Wochenende in die Unterzeichnung der regionalen, umfassenden Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) von 15 asiatischen Nationen. Ungeachtet des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt nimmt das Jahr zumindest handelspolitisch ein positives Ende. Das nun größte Freihandelsabkommen der Welt umschließt knapp 2,2 Milliarden Menschen und rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Die vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama in die Welt gerufene Politikverlagerung in Richtung Asien wurde von Donald Trump nicht weiterverfolgt. Nun stellt sich die Frage, ob Joe Biden einen Kurswechsel und eine Rückkehr zur Vor-Trump-Ära plant. Ein transatlantisches Abkommen (CPTPP) zwischen Kanada, Mexiko und einigen asiatischen Ländern (ohne die USA und China), ist bereits im Juni 2018 in Kraft getreten und galt damals als eine Notlösung für die gescheiterte Transpazifische Partnerschaft (TPP).

Der diplomatische Kampf zwischen China und den Vereinigten Staaten um die Dominanz in Asien – und insbesondere Südostasien – wird sich somit auch in das nächste Jahr ziehen. Länder wie Japan, Indien, Südkorea und Australien sehen sich somit im Spannungsfeld zwischen den beiden Großmächten gefangen.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung verharrt in dem seit Juli anhaltenden Bewegungsbereich zwischen EUR/USD 1,16 und 1,20. Das in dieser Woche veröffentlichte Verbrauchervertrauen für die Eurozone könnte auf eine Abkühlung des Konsumenten deuten. Noch scheint der Infektionsanstieg am Kontinent limitierte Folgen für den Euro gehabt zu haben.

USD – An den Finanzmärkten hat der Anstieg der zehnjährigen US-Staatsanleihenrenditen auf ein 7-Monats-Hoch (0,97%) für Aufsehen gesorgt. Obwohl die derzeitige Renditenausschüttung mehr als einen Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnittswert (2,05%) notiert, könnte ein nachhaltiger Aufwärtstrend ernsthafte Implikationen mit sich bringen. Die Erwartungen auf eine erfolgreiche Entwicklung des Impfstoffs und ein starkes Wirtschaftsjahr haben die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen gesenkt. Der dadurch induzierte Anstieg der Renditen konnte dem US-Dollar in der vergangenen Woche leichten Rückendwind geben.

GBP – Ohne einen signifikanten Durchbruch bei den EU-UK Handelsgesprächen wird es sich zeitlich schwierig gestalten, noch ein Abkommen vor Ablauf der Brexit-Frist zu unterzeichnen. Der Gipfel des Europäischen Rats am Donnerstag gilt dabei als erster Termin, vor dem ein Abkommen stehen sollte. EUR/GBP notiert derzeit relativ zentriert in der Bewegungsspanne zwischen 0,87 und 0,93.

CHF – Die Euphorie über einen möglichen Impfstoff zeigt sich nirgends besser als beim Währungspaar EUR/CHF, welches in der vergangenen Woche die größte Aufwertung seit Juni hinlegen konnte. EUR/CHF notiert nun um den Bereich 1,08 und somit 2,75 Prozent von dem 5-Jahres-Tief bei 1,05 entfernt. Die nächste Barriere auf der Oberseite ist durch das Hoch am 05. Juni bei 1,0910 definiert.

CEE – Zentraleuropäische Währungen haben einen starken Auftakt ins vierte Quartal verzeichnet. Auch am Freitag bleiben der polnische Zloty und die tschechische Krone stark, nachdem das Wirtschaftswachstum der Region in den drei Monaten bis Oktober stärker als erwartet gewachsen war. Der am Freitag veröffentlichte Datenpunkt bildet jedoch bereits die Vergangenheit dar. Echtzeitindikatoren deuten darauf, dass die Sperrmaßnahmen in der Eurozone und Zentraleuropa erste wirtschaftliche Abkühlungserscheinungen mit sich bringen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Montag: Christine Lagarde spricht (14:00)
  • Dienstag: US-amerikanische Einzelhandelsumsätze (14:30) ; Ungarische Zinsentscheidung (14:00)
  • Mittwoch: Europäische Inflation (11:00)
  • Donnerstag: Konferenz des Europäischen Rats (09:00)
  • Freitag: Europäisches Verbrauchervertrauen (16:00)


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