Wöchentliche Marktberichte

Nov 12, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Kurzfristige Probleme I Langfristige Lösungen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

An den globalen Märkten wurde am Montag bereits ein Großteil der Impfstoff-Euphorie eingepreist, was schwächere Bewegungen an den beiden Folgetagen zur Folge hatte. An der allgemein positiven Gemütslage hat sich bislang jedoch kaum was geändert. Erkenntlich wird diese Tatsache an der erneuten Festigung der großen Aktienleitindizes und der Aufwertung risikoreicher Währungen. Die Gewinner des Tages waren dabei ganz klar die türkische Lira mit einem Anstieg von 4,5 Prozent und der koreanische Won, welcher 0,7 Prozent gegenüber dem Euro zulegen konnte. Die europäische Börse (Stoxx 50)kann sich angesichts der Schlagzeilen rund um den Impfstoff und in Antizipation auf weitere Stimulusmaßnahmen der EZB sogar den zehnten Tag infolge festigen und findet ein 8-Monats-Hoch.

Die Effektivität der Geldpolitik steht und fällt mit einer klaren Kommunikation.  Vor diesem Hintergrund geht die europäische Notenbank auf Nummer sicher und untermauert in dieser Woche erneut die Notwendigkeit, der Wirtschaft mit Hilfsmaßnahmen unter die Arme zu greifen. Die europäische Notenbank plant im Rahmen des geldpolitischen Treffens im Dezember weitere Expansionsmaßnahmen anzukündigen. Obwohl eine Zinssenkung nicht ausgeschlossen werden kann, scheint eine Ausweitung der Staatsanleihenkäufe das wahrscheinlichere Instrument darzustellen, um der Pandemie geldpolitisch entgegenzuwirken.

Die meisten Ökonomen gehen von einer Vergrößerung des 1,35 Billionen Euro schweren Pandemie-Programms aus, welches durch zusätzliche Kredite für den Bankensektor komplementiert werden soll.  Die jüngsten Schlagzeilen rund um den Durchbruch in der Impfstoff-Forschung werden zwar als ermutigend bezeichnet. Die unmittelbaren Probleme löst der Fortschritt laut den Währungshütern jedoch nicht. Auch der Chefökonom der spanischen Zentralbank untermauerte am gestrigen Tag die Notwendigkeit weiterer Hilfsmaßnahmen, um den nach unten geneigten Risiken präventiv entgegenzuwirken und die Deflationsgefahr zu verringern.

In der Zwischenzeit scheint sich der erneute Beliebtheitsanstieg von staatlichen Sperrmaßnahmen in den ersten Wirtschaftsprognosen wiederzufinden. Laut der Organisation erdölexportierender Länder könnten die Lockdowns und der schwächere Konsum am amerikanischen Kontinent zu einer schwächeren globalen Nachfrage nach dem Rohstoff führen. In dem gestern veröffentlichten Prognosebericht geht die OPEC von einem Nachfrageschock von 300.000 Barrel pro Tag aus. Dies stellt einen zehnprozentigen Fall im Vorjahresvergleich dar. Die größten Aufwärtsfaktoren stellen dabei unerwartete Hilfspakete der G10-Regierungen und ein früher Vertrieb eines Impfstoffs dar.

Währungsüberblick

EUR – Der durch die geldpolitische Lockerung der US-Notenbank geschrumpfte Zinsvorteil des Dollars scheint sich wieder langsam zu erholen. Der jüngste Anstieg der Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen führt EUR/USD wieder unter die 1,18-Marke. Obwohl der bessere Ausblick für die Weltwirtschaft und der konsequente Anstieg der Staatsanleihenrenditen positiv für risikoreiche Währungen zu bewerten ist, kann der Euro aufgrund seiner negativen Renditeausschüttung von dieser Tatsache nur wenig profitieren.

USD – Die vom amtierenden Präsidenten in die Wege geleitete Anklagenwelle scheint an den Märkten für kein großes Aufsehen zu sorgen. In der Zwischenzeit wurde der US-Dollar von den für risikoanlagen positiven Nachrichten an der Impfstoff-Front nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Ein Grund für die Stabilität des US-Dollars liegt in der gestiegenen Rendite, welche US-Staatsanleihen abwerfen. Die 10-jährige Staatsanleihenrenditen ist im Laufe des Biden-Sieges und des Impfstoffs auf das höchste Niveau seit März gestiegen.

GBP – In den vergangenen Tagen scheint es signifikante Durchbrüche in den Gesprächen über ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union gegeben zu haben. Offiziell tritt das Königreich am 01.01.2021 aus der Union. Doch bereits vor dem Treffen der EU-Spitze am Donnerstag müsste der EU ein zur Debatte stehendes Abkommen vorliegen. Dieses würden die politischen Entscheidungsträger dann dem Parlament übergeben, welches die Ratifizierung vom 23. bis zum 26. November vornehmen könnte. Sollte beim EU-Gipfel am 11. Dezember kein Abkommen vorliegen, könnte das letzte Kapitel in der Brexit-Saga ein übles Ende nehmen. Die Verhandlungen laufen auch Hochtouren.

CEE – Die zweite Infektionswelle am Kontinent schlägt sich in Zentraleuropa verzögert in den Preisniveaus nieder. Die jüngste Abkühlung der Verbraucherpreise in Tschechien und Ungarn deutet darauf hin, dass sich die Notenbanken kurzfristig keine Sorgen um einen erhöhten Inflationsdruck mehr machen müssen. Die tschechische Krone folgt den europäischen Börsen den zehnten Tag infolge höher und notiert nun auf dem höchsten Niveau seit Mitte September.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Inflation (08:00)
  • GB: Bruttoinlandsprodukt (08:00)
  • EZ: EZB Wirtschaftsbulletin (10:00)
  • US: Inflation (14:30)


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